Aspetos Trauerforum - Reden Sie mit!

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Rob

Neues Mitglied

Beiträge: 2

Geburtstag: 05.06.1952 (62)

1

14.11.2008, 10:50

Die Mutter meiner Kinder ist tot

Hallo,

ich bin ganz neu hier. Mein Name ist Robert, oder Rob. Wie die Überschrift sagt haben wir in meiner Familie einen großen Verlust erlitten. Auf diese Seite bin ich gestoßen weil ich mir Sorgen um meine Kinder mache und den Rat von Menschen suche, die so etwas ähnliches schon mal durchgemachen mussten.

Ich habe drei erwachsene Kinder von deren Mutter ich seit 13 Jahren geschieden war. Mit dieser Frau war ich so lange verheiratet, sie hat mir meine Kinder geschenkt, sie war eine tolle Frau und in den letzten Jahren auch schon fast eine Freundin. Wir hatten beruflich öfter miteinander zu tun und natürlich wegen der Kinder. Ich habe sie sehr, sehr geschätzt und ihr plötzlicher Tod vor 6 Wochen ist auch für mich ein großer Verlust und ein Schock. Aber es geht mir jetzt in diesem Beitrag vor allem um meine Kinder, denn für sie ist der Verlust natürlich noch viel größer.

Erstens, weil ich mir hilflos vorkomme und nicht weiss, wie ich ihnen helfen kann, was ich tun soll, wie ich mich verhalten soll, und zweitens, weil ich mir ganz besonders große Sorgen mache um meinen Sohn (27).

Meine Mädchen (25 und 29) verbringe ich seitdem sehr viel Zeit. Was ich schön finde, ist dass wir es immer häufiger schaffen, einfach über glückliche Erinnerungen zu sprechen, auch wenn fast jedes Mal die Tränen fließen. Mit den Mädchen habe ich von Anfang an viel gesprochen und wir haben alle das Bedürfnis, viel zusammen zu sein. Meine Lebensgefährtin ist eine unglaublich große Stütze für uns alle, in emotionalen wie in praktischen Dingen, tröstet, hört zu, managt alles, dass ich Zeit habe, mich um meine Kinder zu kümmern. Ich habe das Gefühl, dass die Mädchen auf einem ganz guten Wege sind, den Verlust irgendwann einigermaßen zu verarbeiten weil sie ihre Trauer ganz gut zulassen können. Aber ich weiss nicht, ob ich genug tue, um ihnen zu helfen. Der Alltag ist jetzt so langsam wieder eingekehrt, aber wir verbringen v.a. am Wochenende viel Zeit miteinander, auch öfter unter der Woche. Ich weiss aber auch nicht, ob ich lieber über Alltägliches sprechen soll, ob ich das Thema Mama ansprechen soll weil es ja sicherlich gut für sie ist, darüber zu reden. Oder ob ich einfach sie bestimmen lassen soll, wann wir darüber reden. Und welche Konsequenzen hat das jetzt für unsere Zukunft? Wie soll ich ihnen denn die Mutter ersetzen, das geht ja eigentlich gar nicht. Ich habe auch schon meine Eltern verloren, aber sie waren alt und hatten ein erfülltes Leben hinter sich, meine Ex-Frau war gerade mal 50. Ich habe einfach nicht die Trauererfahrung, weiss nicht, was meine Kinder jetzt brauchen.

Bei meinem Sohn ist es so: Als einziger Junge hat er sich natürlich für alle Formalitäten verantwortlich gefühlt, das hat er mit meiner Hilfe geregelt. Ganz anders als meine Mädchen sucht er ganz und gar nicht meine Nähe, er zieht sich vollkommen zurück und möchte mit niemandem sprechen, nicht mit seinen Schwestern, nicht mit Freunden. Er möchte am liebsten in Ruhe gelassen werden. Ich glaube, dass er fast jeden Tag alleine zu Hause sitzt. Ich vermute, dass er viel trinkt zur Zeit. Jedes Angebot, jede Bitte, doch mal zum Essen zu kommen, oder sich mit mir so zu treffen, alles schlägt er ab. Er geht manchmal tagelang nicht ans Telefon. So hat er sich von Anfang an verhalten und sich seitdem kein bisschen geöffnet. Wenn er wenigstens mit jemand anderem reden würde, aber von meiner Kleinen (die beiden haben denselben Freundeskreis) weiss ich, dass er sich auch vor Freunden zurückzieht. Er schrickt vor jeder Berührung zurück, lässt sich nicht in den Arm nehmen, nichts. Einmal ist es mir gelungen ihn zu überreden zu uns zu kommen. Da haben meine Mädchen von der Mutter angefangen und er hat gesagt "Ich kann das nicht" und hat das Haus verlassen. Danach habe ich ihn 2 Tage lang nicht erreicht, er hat mir nur eine SMS geschrieben ich solle mir keine Sorgen machen, er wolle einfach nur alleine sein. Aber nach 6 Wochen kann ich es doch nicht zulassen dass er sich immer noch so vergräbt. Ich weiss, dass jeder anders trauert, aber ich frage mich, ob es bei ihm vielleicht an der Zeit ist für professionelle Hilfe?

Ich weiss nicht ob ihr mir helfen könnt, aber ich wäre für Tipps dankbar. Vielleicht habt ihr Erfahrungen aus meiner Perspektive oder die meiner Kinder machen müssen und habt vielleicht noch Ideen wie ich ihnen helfen kann. Ob es überhaupt noch etwas gibt das ich tun kann. Und was mache ich denn mit meinem Sohn? Findet ihr sein Verhalten noch "normal" nach 6 Wochen? Wie lange sollte man jemandem Zeit geben bis er in der Alltag zurückfindet und ab wann wird es bedenklich?

Vielen Dank!

Rob
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chris

Treues Mitglied

Beiträge: 423

Wohnort: Innsbruck

2

14.11.2008, 17:01

Lieber Rob

Zuerst einmal mein Beileid zum Tod deiner Ex Frau.

Boah....
Ich finde es toll welch gutes Verhältnis zu du der Mutter deiner Kinder hattest.
Das ist jetzt umso wichtiger, weil deine Mädchen jetzt auch mit ihrem Schmerz und Kummer zu dir kommen können!

Dein Sohn.....
Grundsätzlich ist es ja so das Männer anders trauern als Frauen.
Aber wenn er in die Schiene Alkohol reinkommt, das ist gar nicht gut!
Damit verdrängt er seinen Schmerz zwar momentan, aber er verarbeitet nicht.
Und wie Christine schon mal geschrieben hat...
diese Spirale dreht sich nur nach unten!

Du hast geschrieben das er sich für die Formalitäten verantwortlich fühlt.
Kannst du über dieses Thema mit ihm in Kontakt kommen?
Ich weiß jetzt auch nicht wie.... aber zum Beispiel das ihr noch wegen dem Notar, oder wegen dem Grabstein oder.... ich weiß auch nicht...
reden müsst. Am Besten GEMEINSAM... ihr 4 als Familie, damit jeder ein Mitspracherecht hat?
Zu deinen Töchtern hast du ja einen guten Draht, frag sie was du machen könntest, wie ihr ihn aus seinem "ich möchte allein sein" rauslocken könnt?

Vielleicht ist dein Sohn nie ein großer "Drücker" gewesen? Einer meiner Brüder ist auch kein so ein Drücker - der wird ganz starr wenn ich ihn mal erwische - meistens flüchtet er aber vorher. Aber das ist ok - er ist eben vom Typ her anders.
6 Wochen ist eine verflixt kurze Zeit - man realisiert noch nicht einmal richtig das die Mutter gestorben ist...
Rob, das dauert!!
Wie ist deine Ex Frau gestorben? Du schreibst das sie plötzlich gestorben ist?
Macht er sich vielleicht Vorwürfe?

Erzähl ein bisschen mehr - vielleicht weiß auch jemand anderer noch eine Lösung.
Rob - fühl dich im Forum willkommen, es ist berührend schön wie du dich um deine Kinder kümmerst!
Deine Exfrau lächelt dir sicher zu und ist mächtig stolz auf dich
liebe Grüße
deine Chris
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Christiane1978

Treues Mitglied

Beiträge: 310

Geburtstag: 27.08.1978 (36)

Wohnort: Matrei i.O. --- St.Johann in Tirol

Beruf: Beauty-Vital-Trainer

3

15.11.2008, 08:49

Lieber Rob...

... meine stille Anteilnahme zum plötzlichen Heimgang Deiner Exfrau, der Mutter Deiner lieben Kinder!

Ich kann Dir zwar mit "neuen" Rat zur Seite stehen, weil ich mich den Chris´s Worten nur anschließen kann, aber ich möchte Dir sagen, dass ich es total schön finde wie Du Dich um Deine Kinder kümmerst. Du bist ein wirklich liebevoller Vater!

Ich schicke Euch einen Regenbogen, der Hoffnung bringt und Brücken schlägt,
der Euch mit seinen bunten Farben, durch den noch traur´gen Alltag trägt!

Alles erdenklich LIEBE!
Notwendig ist im Augenblick des Todes ein unbesiegbarer Glaube voll höchster geistiger Gelassenheit.
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Rob

Neues Mitglied

Beiträge: 2

Geburtstag: 05.06.1952 (62)

4

15.11.2008, 14:09

Hallo Mädels,

vielen lieben Dank für Euren lieben, mitfühlenden Worte. Ich habe Euch gerade eine ewig lange Antwort auf Eure Beiträge geschrieben und sie anschliessend aus Versehen gelöscht, als ich sie eigentlich gerade abschicken wollte. Jetzt habe ich leider keine Zeit mehr, denn ich muss bald zur Arbeit. Aber ich schreibe heute Abend oder morgen. Viel Neues gibt es leider nicht. Heute Abend sehe ich meine kleine Tochter, die Große ist beruflich unterwegs bis Montag, mein Sohn sagt, er sei krank und kann sich deshalb nicht mit mir treffen.

Danke jedenfalls, ich lasse bald mehr von mir hören

Viele Grüße,

Robert
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sili

Sehr treues Mitglied

Beiträge: 1 449

Danksagungen: 1131 / 3

Geburtstag: 11.06.1965 (49)

Wohnort: österreich

5

15.11.2008, 20:38

hallo lieber rob

auch ich möchte mich chris worten anschließen,und dir mein tiefstes beileid aussprechen,,es ist schön das du für deine töchter da bist das brauchen sie, es hielft ihnen sehr das weiß ich als meine mama vor 10 jahren gehn mußte,da freute ich mich auch immer wen ich meinen vater sah,du bist jezt der lezte eltern teil und das möchten sie genisen und deine nähe spürren...zu deinem sohn!ich habe auch einen sohn und er hat seinen vater und seinen bruder zu grabe getragen und ich denke mal das die buben ihre zeit brauchen.markus war sehr verschlossen am begräbniss stand er bei freunden nicht bei uns,er war kaum mehr auf besuch bei mir,und reden wollte oder konnte er über das geschehene auch nicht,,ich habe ihn oft angerufen und ihm immer gesagt das er mir wichtig ist und ich ihn liebe,und es vergingen einige wochen dan kam er wieder.gieb deinen sohn die zeit die er brauch,zeig ihm das du da bist wen er das möchte,ich glaube mer kannst auch du führ ihn nicht tun,er brauch seine zeit,sehr liebe grüße silvia
Arme kleine Seele leid und Schmerz warn diese Welt.

Kommt ein Engel nun vom Himmel,sanft im Arm,er dich jetzt hält.
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Markus

Administrator

Beiträge: 834

Danksagungen: 2893 / 170

Geburtstag: 26.03.1972 (42)

Wohnort: Innsbruck

Beruf: Thanatologe & Trauerpädagoge

6

17.11.2008, 10:14

Lieber Rob,

von mir ein verspätetes Willkommen in unserem Forum. Tatsächlich ist so ein plötzlicher Todesfall immer eine schwere Belastung für eine Familie, da neben der Verarbeitung der Trauer um den verstorbenen Menschen auch noch die Beziehungen neu geordnet werden müssen.

Ich bin froh, dass Du zu Deinen Mädchen eine gute Beziehung hast und dass Ihr den Verlust gemeinsam tragen könnt. Auch kann ich Deine Sorge um Deinen Sohn gut verstehen und dass Du ihn gerne in Eure Trauerarbeit einbinden würdest. Trotzdem ist auch ganz klar festzuhalten, dass er mit 27 Jahren erwachsen und für sein Leben selber verantwortlich ist. Ich verstehe, dass Du Dir grosse Sorgen machst, wenn Du Deinen Sohn dann tagelang nicht erreichen kannst, zumal Du die Vermutung hast, dass er dem Alkohol zuspricht.

In der Trauer hat jeder seine eigene Verarbeitungsform und vorallem hat jeder seine ganz eigene Trauergeschichte aufzuarbeiten. Sowohl der Rückzug als auch die extrovertierte Art die eigene Trauer zu zeigen sind zulässige Formen der Trauerverarbeitung. Besonders die 6 Wochen scheinen mir eine sehr sehr kurze Zeit zu sein! Ich würde ihm noch Zeit geben und schauen, wie sich sein Verhalten und Eure Beziehung weiter entwickelt. Eine professionelle Begleitung ist immer möglich, allerdings muss er selbst das wollen und suchen - das kannst Du ihm nicht abnehmen.

Von daher würde ich auch einen Schritt zurücktreten und etwas mehr Verantwortung bei ihm lassen!

Liebe Grüße,
Markus
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