Aspetos Trauerforum - Reden Sie mit!

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Sara

Neues Mitglied

1

04.03.2009, 16:21

Es ist soo schwer ..

Hallo!

Ich habe vor genau 2 Tagen meine Großmutter verloren.
Es ist so schwer für mich, ich bin ein sehr sensibler Mensch, ich versuche es immer allen und jedem Recht zu machen.

Ich bin so hin und hergerissen, diesmal hatte ich endlich die Möglichkeit mich von meiner Oma zu verabschieden. Zwar eher unbewusst als bewusst aber ich habe sie ein paar Stunden vor ihrem Tod noch gesehen .. Ich dachte mir, diesmal wird es leichter, wenn man die Möglichkeit hat sich zu verabschieden.. Ich habe auf diesen Tag sicherlich Jahre hingefiebert und versucht mich darauf vorzubereiten.. ich habe mir vorgestellt, wie es einmal sein wird um es mir dann, wenn es wieder passiert, zu erleichtern mit dem Schmerz. Ich habe im Jugendalter bereits eine Oma verloren, die ich über alles geliebt habe, wir hatten aber etwas Streit (durch die Scheidung meiner Eltern.. ich wurde da immer mit rein gezogen) und nicht mehr so viel Kontakt wie früher. Dieser Verlustschmerz zog sich sicherlich über 8 Jahre hin, bis ich ihn halbwegs verkraftet habe und nun wird mir die nächste Oma genommen.. Seitdem versuche ich mich auch immer auf den Tod eines Menschen vorzubereiten, ich denke ich tu mir damit selber mehr weh als es bringt, aber ich glaube das ist einfach eine Schutzhaltung von mir, da mir meine erste Oma so plötzlich genommen wurde.



Ich kann das alles noch nicht glauben.. Montag voriger Woche haben wir telefoniert (ich wohne weit weg von meiner Oma, konnte sie nicht so oft besuchen) und wollten vielleicht mal am Wochenende spazieren gehen (dazu muss ich sagen, sie konnte nicht mehr alleine raus gehen - sie ist desöfteren gestürzt und hatte Angst und auch etwas Schmerzen) damit sie wieder einmal an die frische Luft kommt.. Donnerstag hat sie mich dann angerufen, dass sie seit Mittwoch im Spital ist und das sie so schwer Luft bekommt.. Die Ärzte konnten aber nichts finden.. es wurden dann ein ganzes Wochende keine weiteren Untersuchungen mehr gemacht.. Samstag und Sonntag war ich dann bei meiner Oma im Spital.. Sie scherzte immer noch, dass Unkraut ja nicht vergehen würde.. in einem Moment als wir alleine waren, fragte sie mich ganz ernst ob bei mir alles in Ordnung ist und ob es mir gut geht.. ich musste dann natürlich sofort los weinen, weil es so nach Verabschiedung klang, und habe ihr gesagt, dass wir sie doch noch brauchen und das ich mir so Sorgen mache um sie.. Sie meinte dann nur : " Wenn der Herr Gott mich braucht, wird er mich holen" Dann habs natürlich für meine Tränen kein halten mehr.. Sie hat mich festgedrückt und meine Hand gehalten.. sie tat mir so unendlich Leid.. und ich konnte ihr nicht helfen.. Am Montag ist sie dann auf dem Weg zur Herzuntersuchung einfach gestorben. Angeblich an einer Lungenembolie..

Meine Oma wurde so oft von Ärzten verpfuscht und hat so viel mitgemacht mit den Ärzten.. und dann musste sie noch in mitten von den Menschen sterben, die sie am meisten hasste.. ich komme damit irgendwie nicht klar..

Ich weiß auch nicht warum ich ständig ein schlechtes Gewissen habe, dass ich nicht genug für sie da war.. Warum hat man dieses Gefühl? Ich suche jetzt alles, kommt mir vor, was ich nicht besser hätte machen können. Ich denke mir immer, dass ich doch länger bei ihr hätte bleiben können usw.. Das ist so ein schreckliches Gefühl und ich kann es gar nicht beschreiben.. Ich habe die ganze Zeit noch das Lachen meiner Oma im Kopf, wie lustig sie noch immer war, obwohl es ihr schon so schlecht ging..

Ich weiß vom Verstand her, dass meine Oma mich fragen würde ob ich spinne bei diesen Gedanken, aber ich bekomme sie irgendwie nicht aus meinem Kopf heraus.

Kennt ihr das, dass ihr ein schlechtes Gewissen habt, wenn jemand stirbt? Das man das Gefühl hat, dass man nicht genug getan hat? Obwohl es vielleicht auch gar nicht so ist? ;( Ich fühle mich so verantwortlich für meine Oma.. ich weiß nicht was das ist und ich kann damit so schwer umgehen ;(

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Sara« (04.03.2009, 16:34)

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traurigetina

Treues Mitglied

Beiträge: 544

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Geburtstag: 12.10.1980 (33)

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Beruf: Altenpflegehelferin

2

04.03.2009, 19:03

Hallo

Hallo Sarah, herzlich wilkommen und mein Beileid zu dem Tod deiner Oma!!
Alle hier wissen genau wie es dir geht und auch alle bzw. ich kann ein Lied davon schreiben, über das schlechte gewissen, nach dem Tod meines Mannes!!

leider können wir nicht bestimmten, wie viel Zeit uns mit unseren Lieben bleibt, ich glaube aber, auch wnen du weit weg gewohnt hast, das du die zeit mit deiner Oma genossen hast und uns allen bleiben die schönen erinnerungen,an unsere liebenden!

Es ist doch erst passiert, dass deine oma gehen musst, also lass dir zeit und trauer, wir alle hier helfen dir so gut wie es geht!

Sei gut aufgehoben!!!

Liebe grüße

traurigetina
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chris

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Wohnort: Innsbruck

3

04.03.2009, 19:16

Liebe Sara

Mein tiefstes Mitgefühl zum Tod deiner Oma.

Oh ja, dieses Gefühl des schlechten Gewissens... ich glaube an dem knabbern wir alle.
Christine hat da einmal so schön geschrieben: (Originalzitat Christine)
"Deine Schuldgefühle sind normal, sie gehören dazu, vor allem ganz am Anfang des Trauerprozesses. Vielleicht hilft dir folgende Unterscheidung: Schuldgefühle zu haben, heißt nicht, dass du schuldig bist."

Sara, du hast dich von deiner Oma verabschiedet... sie hat dich angerufen und du bist, obwohl du so weit weg wohnst, gleich am Wochenende zu ihr gefahren!
Wie schön muss dieses Gefühl für deine Oma gewesen sein!
Sie ruft dich an und du bist gleich für sie da!

Sara, deine Oma ist erst vorgestern gestorben... möchtest du dich von ihr noch verabschieden?
Hast du die Möglichkeit bei der Beerdigung "mitzureden"?
Deine Oma war gläubig?
Du schreibst das sie gesagt hat "wenn der Herrgott mich braucht, wird er mich holen"
So eine besondere Frau wie deine Oma war, ..... er hat sie gebraucht....

Sara, fühl dich hier im Forum willkommen
mit stillen Gedanken
deine Chris
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Linda

Sehr treues Mitglied

Beiträge: 1 732

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Geburtstag: 01.06.1965 (49)

Wohnort: Tirol

4

04.03.2009, 22:53

Liebe Sara!

Auch von mir ein herzliches Willkommen und meine aufrichtige Anteilnahme am Tode deiner Oma!

Du bist bei deiner Oma am Bett gesessen, du warst für sie da, wie wunderbar. Ja, man hat automatisch ein schlechtes Gewissen. Man denkt sich, was hätte ich noch tun können. Bedenke, Du hast sie glücklich gemacht, das war sicher noch ein Herzenswunsch von ihr, ihre Enkelin nochmals zu sehen. Wie schön von dir, dass du das noch möglich gemacht hast.

Fühl dich aus der Ferne umarmt!

Linda
Immer in meinem Herzen, oft in meinen Gedanken!

http://www.youtube.com/watch?v=TPLSMvfviBo
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Sara

Neues Mitglied

5

05.03.2009, 13:34

Danke euch allen, ihr habt mir bereits jetzt schon sehr geholfen.. und ich dachte ich bin damit alleine, mit dem schlechten Gewissen meine ich.. aber scheinbar doch nicht und es ist normal.


Ich kann es irgendwie trotzdem noch nicht glauben, weil meine Oma noch so real ist, ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Ich hab sie Sonntag noch normal gesehen und am Montag war sie einfach so weg. Ich kann das irgendwie nicht so glauben, dass sie nun wirklich weg ist und ich sie nie mehr anrufen oder besuchen kann ..

Meine Oma war, so wie ich(wird wohl vererbt *g*) ein riesiger Katzenfan.. ich hab ihr jetzt für ihr Grab eine schlafende Katze aus Keramik gekauft, damit sie da auch jemanden hat, der auf sie aufpasst.

Ich bin gerade dabei den Kranz auszuchen, gar nicht so einfach. Es wird aufjedenfall ein Herzkranz mit ca. 80 roten und weißen Rosen werden..

Nach dem Begräbnis nächste Woche darf ich mir Erinnerungsstücke aussuchen, ich fürchte mich schon ein wenig die leere (also ohne meine Oma) Wohnung zu betreten.. ich denke ich werde nochmal alles fotografieren und mir einige Dinge mitnehmen, die mich an sie erinnern.. bevor das alles weg ist.

@ Chris: Wie meinst du das mit dem noch verabschieden? Also wir haben das Begräbnis nächste Woche. Mitbestimmen kann ich leider nichts mehr, da meine Oma bereits für alles vorgesorgt hat..

Sie hat zwar nie soviel davon gesprochen, aber ich glaube schon das sie sehr gläubig war.



Vielen Dank euch allen für eure Anteilnahme
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Christine

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6

05.03.2009, 15:52

Hallo Sara!

Herzlich willkommen bei uns und mein herzliches Beileid zum Tod deiner Oma!

Chris meint, ob du deine Oma noch einmal gesehen hast, nachdem sie gestorben ist.
Wenn nicht, wäre das vielleicht noch wichtig für dich, dass du den Tod realisieren kannst. Weißt du, wo deine Oma jetzt genau ist und ob du dich nochmal persönlich verabschieden kannst?


Alles Liebe
Christine
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Sara

Neues Mitglied

7

05.03.2009, 16:08

Ich weiß nicht ob ich das könnte. Ich denke, ich will meine Oma lieber so im Gedächnis behalten, wie sie war. Ich glaube ich hätte dann immer meine tote Oma im Kopf als die Lachende und Fröhliche. Ich bin mit so einer Frage noch nie konfrontiert worden, schön wäre es natürlich schon. Ich hätte allerdings auch Angst, dass sie nicht mehr aussieht wie meine Oma.



Wo sie jetzt gerade ist, weiß ich leider nicht.
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Juttap

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Geburtstag: 02.07.1956 (58)

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Beruf: Sekretärin

8

05.03.2009, 19:10

Liebe Sara,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum, und meine aufrichtige Anteilnahme zum Tod deiner Oma.

Wenn es die Möglichkeit gibt, daß du deine Oma noch einmal sehen kannst, dann denke noch einmal darüber nach, ob du es nicht vielleicht doch machen möchtest.
Als meine Oma in Rumänien starb, war sie in ihrem Schlafzimmer aufgebahrt, und wir konnten uns so noch von ihr verabschieden.
Mir hat das damals sehr geholfen, obwohl auch ich erst Angst davor hatte. Natürlich war es nicht mehr "genau" der lachende Mensch, den ich da vor mir sah, aber es waren sehr friedliche und innige Momente, die ich erleben durfte. Und ich bin auch jetzt nach vielen Jahren noch dankbar dafür, diese Möglichkeit gehabt zu haben.
Wenn ich jetzt an sie denke, sehe ich immer ihr liebevolles Lächeln, oder auch - wie sie mit 70 Jahren bei einem Ausflug mit ihren (gleichalten) Freundinnen "Blinde Kuh" spielte (und sich dabei den Knöchel verstauchte).

Deine Keramikkatze wird deiner Oma sicher gut gefallen, das ist eine sehr liebe Idee von dir.
(Auch ich liiieeebe Katzen *g*)

Ich wünsche dir viel Kraft und alles Liebe
Jutta
Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
die uns Gott geliehen hat.
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chris

Treues Mitglied

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Wohnort: Innsbruck

9

05.03.2009, 21:43

Liebe Sara

Christine und Jutta haben es schon ganz genau beschrieben was ich gemeint habe.
Wenn du die Möglichkeit hast, dann verabschiede dich von deiner Oma

Ich kann dich aber auch verstehen wenn du es nicht möchtest... du warst noch am Sonntag bei deiner Oma, und irgendwie hat sie, als ihr zwei alleine wart, dir ja ein Zeichen gegeben? Ihr zwei hattet eine ganz besonders innige Beziehung?!!

Schön das deinen Oma schon gesagt hat wie sie ihre Beerdigung gerne möchte. So wisst ihr das alles in ihrem Sinn ist.
Den Gedanken das die Keramikkatze deine Oma auf dem Friedhof beschützt finde ich ganz berührend und liebevoll

Viel Kraft für die Beerdigung nächste Woche
ich möchte dich in Gedanken begleiten
deine Chris
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Christine

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10

06.03.2009, 14:44

Liebe Sara,

Angehörige, die sich bei uns im Bestattungsinstitut von ihren Verstorbenen verabschiedet haben, beschreiben den Abschied eigentlich durchwegs als wichtig. Du wirst beides im Kopf behalten: Das Bild deiner toten Oma, aber auch die Erinnerungen an schöne Erlebnisse mit ihr, an ihr Lachen. Falls du dich nochmal persönlich verabschiedest, vergewissere dich, dass der Bestatter deine Oma vorher versorgt hat bzw. dass er das noch tut. Wir versorgen Verstorbene im Falle eines Abschiedes immer, weil wir so garantieren können, dass sich Angehörige ein friedliches und gepflegtes Bild von ihren Verstorbenen mitnehmen können.

Liebe Grüße
Christine
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elisabeth65

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11

06.03.2009, 15:11

Liebe Sara!
Mein ganz herzliches Beileid zum Tode deiner Oma.

Ich möchte dir meine zwei ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Abschiednehmen erzählen, vielleicht können sie dir helfen.
Als meine Mama gestorben ist, war ich 14 Jahre, und ich habe sie nicht mehr gesehen. Sie war bei uns zu Hause aufgebahrt. Es war schlimm für mich. Ich hatte Angst in der Nacht, ich habe einfach nicht geglaubt, dass sie nicht mehr lebt.

Und noch Jahre danach habe ich oft überlegt, ob da vielleicht eine falsche Frau begraben worden ist, ob meine Mama nur ihr Gedächtnis verloren hat,.... ob sie irgendwo noch ist.

Dann, es war erst vor wenigen Jahren hatten wir Gäste aus Holland. Die Frau hat Mama entfernt ähnlich gesehen. Ich habe sofort wieder mit meinen Gedankenspielen angefangen.

Meinen Sohn Andreas habe ich sowohl am Tag seines Unfalls als auch dann nach zwei Tagen bei uns zu Hause noch gesehen.
Er war nach diesen zwei Tagen anders, aber in keinster Weise erschreckend.
Es war sicher einerseits die Art, wie er gelegen ist, was er anhatte - wir haben es für ihn ausgesucht - aber andererseits wohl auch die vergangene Zeit.

Meine Schwägerin und die Kinder meiner Schwester sind eher erschrocken, Johannes und Christina, meine Kinder, haben ihren Bruder noch ganz lieb berühren, angreifen und küssen können. Und auch für mich war es wichtig und berührend. Es war nichts Schlimmes.

So haben wir also eine ganz friedliche Erinnerung an unser Kind. Ja, es ist anders, es ist so statisch, so unabänderbar.

Wenn ich dir raten kann, dann nimm noch einmal Abschied.
Aber das ist wirklich eine Entscheidung, die dir niemand abnehmen kann.

Alles, alles Liebe und ganz viel Kraft
Elisabeth
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elisabeth65

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12

06.03.2009, 15:20

Liebe Sara!
Mein ganz herzliches Beileid zum Tode deiner Oma.

Ich möchte dir gerne zwei persönliche Erfahrungen mit dem Abschiednehmen erzählen. Vielleicht können sie dir helfen.

Beim Tode meiner Mama war ich 14 Jahre alt. Ich habe sie nicht mehr gesehen. Sie war zuhause aufgebahrt, und es war schlimm für mich. Ich hatte solche Angst in der Nacht, ich konnte einfach nicht glauben, dass sie nicht mehr lebt.

Noch Jahre danach habe ich immer wieder mit dem Gedanken gespielt, sie könne nur ihr Gedächtnis verloren haben und noch irgendwo sein und nichts mehr von uns wissen.

Bei unserem Andreas war alles anders. Wir haben ihn am Unfalltag gesehen und dann nach zwei Tagen, als ihn unser Bestatter zu uns nach Hause gebracht hat.
Ja, er war schon anders, aber das haben sicher einerseits die ungewohnte Art des Liegens - so hat Andreas nie geschlafen - und die Mütze, die wir ihm ausgesucht hatten, ausgemacht, aber andererseits sicher auch die vergangene Zeit.

Meine Schwägerin und meine Nichten und Neffen sind eher erschrocken und haben gesagt, dass es nicht mehr Andreas sei. Johannes und Christina, meine Kinder, konnten sich aber ganz lieb und herzlich von ihrem Bruder verabschieden. Und auch für uns Eltern war es gut.

Sicher, es war anders, so eigen, so statisch, so unveränderbar. Aber wichtig und für mich jetzt im Nachhinein ganz notwendig.

Ich würde schon noch einmal Abschied nehmen, wenn du es schaffst.
Aber es ist deine Entscheidung, und die ist für dich richtig und wichtig, ganz egal wie du entscheidest.

Ich wünsche dir alles, alles Liebe und ganz viel Kraft
Elisabeth
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elisabeth65

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13

06.03.2009, 15:22

Tut mir Leid, da war ein Fehler drin.
Elisabeth
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Sara

Neues Mitglied

14

09.03.2009, 14:13

Vielen Dank für eure unterstützenden Worte!

Aber ich glaube ich habe mich entschieden, dass ich meine Oma so in Erinnerung behalten möchte wie sie war.

Ich habe jetzt aber eine andere Frage, und zwar zum Begräbnis:

Muss ich komplett in schwarz gehen? Am Samstag, als ich noch bei meiner Oma im KH war, hatte ich eine schwarze Hose, ein schwarzes Shirt und eine hellgrüne Weste an.. ihr gefiel die so gut und ich möchte die gerne zum Begräbnis anziehen. Was meint ihr dazu? Muss ich mir Gedanken machen, was die anderen denken? Ich meine die Weste wird wahrscheinlich eh keiner sehen, da ich meine schwarze Jacke sowieso anbehalten werde.

Vielen Dank,



liebe Grüße

Sara
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elisabeth65

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15

09.03.2009, 14:46

Liebe Sara!

Du sollst so gehen, wie du es magst. Was die anderen sagen, ist wirklich ganz egal. Sie wissen immer irgendetwas zu sagen. Und das ist nicht wichtig.

Und wenn du weißt, dass es deiner Oma gefallen hat, dann nur zu. Du sollst dich so wohl fühlen können, wie es dir in so einer Situation überhaupt möglich ist.

Ganz viel Kraft und alles Liebe
Elisabeth
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Linda

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16

09.03.2009, 20:42

Liebe Sara!

Meiner Meinung nach musst du nicht komplett schwarz gehen. Du tust das mit der Weste für dich und deine geliebte Oma, nur das zählt!!!

Ich wünsche dir viel Kraft für den letzten gemeinsamen Weg!!

Ich denk an dich!!

Linda

Der Herzblumenkranz ist sicher wunderschön geworden.
Immer in meinem Herzen, oft in meinen Gedanken!

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traurigetina

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17

09.03.2009, 20:57

Liebe sara,

ich schließ mich den anderen an, du musst es für dich selber entscheiden, was du an haben möchtest!ich gib koplett in Schwarz zur Beerdigung meines Mannes, die anderen hatten alle anzüge an, was ich zwar für übertrieben hielt, aber es war ja ihre sache!!

Wenn deine Oma die Weste so schön fand, dann zieh sie doch an!! ;)

Ich wünsche dir sehr viel Kraft!!


Liebe grüße


traurigetina
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DarkAngel

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18

09.03.2009, 21:59

Liebe Sara,

auch von mir ein verspätetes herzliches Willkommen und mein herzliches Beileid zum Tod deiner Oma.

Ich stimme meinen Vorschreiberinnen zu zieh das an worin du dich wohl fühlst so wohl wie man sich halt in einer derartigen Situation fühlen kann. Die Weste hat deiner Oma gefallen und dann ist es doch egal was die anderen sagen.

Auf der Beerdigung damals von meinem Opa kam jemand ganz in rot gekleidet.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die Beerdigung und für die kommende schwere Zeit.

Drück dich mal ganz vorsichtig wen ich darf.

Liebe Grüße

DarkAngel
Das Sichtbare ist vergangen - es
bleibt nur die Liebe und die Erinnerung!!!
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Christine

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19

10.03.2009, 17:18

Liebe Sara,

die meisten Beerdigungen und Trauerfeiern werden in dunkler Kleidung besucht, allerdings ist das heute wirklich nicht mehr so streng. Wir haben auch schon Trauerfeierlichkeiten in weißer Kleidung gehabt oder auch in ganz normaler Alltagskleidung. Meiner Meinung nach sollte jeder das anziehen, was für ihn persönlich passend erscheint. Mir ist das Gerede anderer grundsätzlich eher egal und ich denke, da die grüne Jacke deiner Oma ja so gut gefallen hat, hast du ja für den Notfall immer noch das beste Argument!

Außerdem kann Grün als Farbe der Hoffnung in dunklen Zeiten nie fehl am Platze sein!

Liebe Grüße
Christine
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Katze

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Beruf: Bürokauffrau

20

10.03.2009, 18:43

Hallo Sara

Ich habe im Oktober meinen Opa verloren. Ich kann sehr gut verstehen wie es dir geht. Mein Opa konnte wie deine Oma über
das Sterben reden und er war so ruhig dabei. Er meinte nur immer, warum holt mich der Herrgott nicht. Ich versäume schon lange nichts mehr und es wäre für alle leichter.

Ich hatte am Angang auch immer Tränen in den Augen, aber mit der Zeit konnte ich ihn doch verstehen. Er konnte dann zu Hause in seinem Bett sterben und ich bin so froh das ich dabei war. Er schlief friedlich ein und bekam nichts mehr mit.
Meine Oma starb vor 9 Jahren. Sie hatte Darmkrebs und war am Schluß im Krankenhaus. Ich saß eines Tages an ihrem Bett und ich konnte nur noch heulen. Ich wusste sie muss bald gehen und das war so schrecklich für mich. Doch sie meinte nur er wäre nicht so schlimm und wir hätten ja so eine schöne Zeit gehabt. Mir rinnen jetzt auch wieder die Tränen über das Gesicht und ich bin heute nóch traurig darüber. Als sie starb war ich nicht dabei, aber ich habe mich nachher noch von ihr verabschiedet.

Ich glaube das Sterben ist für einen alten Menschen nicht schwer, denn es ist oft nur noch Erlösung.

Ich wünsche dir recht viel Kraft für die Beerdigung und alles Liebe für die Zukunft.
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