Aspetos Trauerforum - Reden Sie mit!

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Lisi82

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1

27.02.2008, 18:25

Mein Opa hat uns verlassen!

Hallo ihr Lieben! Am Sonntag habe ich meinen Opa verloren. Er litt seit Jahren an Alzheimer und wollte zuletzt einfach nicht mehr leben. Vor einem Monat war er noch einmal im LKH. Dort wollte sie ihm eine Magensonde verpassen, weil er anscheinend nichts mehr essen wollte. Zum Glück (für ihn) nahm er alle Kraft zusammen und sagte klar "nein" zu den Ärzten. Mein Opa war 86 Jahre alt, hatte ein erfülltes Leben. Denoch bin ich so unendlich traurig. Morgen ist das Begräbnis. Ich hoffe, dass es dann leichter wir.
So richtig bewusst, dass ich ihn nie wieder sehen werden, ist es mir noch immer nicht.
Sehr froh bin ich, dass ich ihn letzten Mittwoch noch einmal im Alzheimerzentrum besucht habe. Allerdings erkannte er mich nicht mehr und schaute mich nur mit seinen leeren Augen an. Immer wieder fielen im die Augen zu. Außerdem hatte der ehemal stattliche Mann nur noch ca. 60kg...
Ich hoffe sehr, dass der Schmerz bald nachlässt.
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Petra

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2

27.02.2008, 19:21

liebe lisi,

herzlich willkommen, es ist schön, dass du hier bist.
ich möchte dir mein beileid aussprechen, es tut mir sehr leid wegen deinem opa.

gerade heute hab ich meiner tante über den tod gesprochen....ist ist egal, wie alt man ist, es tut immer weh, einen lieben menschen zu verlieren. meine andere tante, die ich auch sehr lieb habe, geht es sehr schlecht. sie sagte zu uns, sie ist ja schon 77, was will sie mehr. aber mir sind die tränen gekommen und es tat weh. ich will sie nicht verlieren, egal wie alt sie ist.

liebe lisi, sowas tut unendlich weh, dein opa wird aber immer bei dir sein, bei dir im herzen. wenn die beerdigung vorbei ist, hast du zeit zu trauern und es wird von tag zu tag leichter.

ich werde morgen an dich denken und umarme dich vorsichtig!
und wenn du was brauchst, wir sind alle für dich da!

alles liebe
petra
Und alles was bleibt ist Liebe, diese Liebe lässt euch niemals sterben.
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Lisi82

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3

27.02.2008, 19:26

Danke dir!
Es tut gut, dass zu hören. Vor allem werden wir morgen für meine Oma da sein. Die zwei waren 65Jahre verheiratet und ein Teil von ihr ist mit ihm gestorben.
Abgesehen von meinem Opa habe ich zum Glück schon seit 15 Jahren niemanden verloren. Ein bischen Trost ist das für mich.
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Petra

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4

27.02.2008, 20:05

liebe lisi,

buh, 65 jahre sind wirklich verdammt viel.
finde ich bewundernswert, ich hoffe, für deine oma wird es nicht allzu schwer.

viel kraft für morgen!
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petra
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Lisi82

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5

27.02.2008, 20:08

Danke!
Naja, genaues weiß man ja bis heute nicht über die Krankheit. Richtig nachweisen kann man sie angeblich erst nach dem Tod. Fakt ist, dass mein Opa seit ca. 3 Jahren Anzeichen dieser Kranheit hatte. Zuerst wurde er schwerhörig. Er bekam einen Hörapparat. Wir dachten, dass sei der einzige Grund gewesen, warum er bei Gesprächen immer weniger mitsprach. Aber dann hat er den Apparat nicht mehr genommen, das Zeitungslesen aufgehört. Dann das Autofahren usw. bis er ganz nichts mehr allein konnte. Für uns war das zu akzeptieren wirklich sehr schwer, denn er war früher Schuldirektor, immer weißbegierig und gab immer Ratschläge. Ein typischer Lehrer eben. Naja, ich versuche ihn so in Erinnerung zu behalten. Bis vor ca. einem Jahr hat er mich eh noch erkannt.
Mein Oma versucht sehr tapfer zu sein, denn leider gehört es dazu. Trotzdem hat sie das Gefühl, dass auch ihr Sterben jetzt sehr real geworden ist. Mit 85 Jahren natürlich denkbar. Eine gewisse Trauer kommt sich auch daraus, dass einem erst durch den Tod eines Angehörigen bewusst wird, dass man auch selbst endlich ist. Und das kann vielleicht meine Oma akzeptieren, ich jedoch nicht oder (noch) nicht.
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Petra

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6

27.02.2008, 20:14

liebe lisi,

bei mir war es auch so.
nachdem meine mama gestorben ist, habe ich mich mit dem tod auseinander gesetzt. davor hatte ich immer angst davor, friedhöfe waren ein graus. partezettel hab ich schon aus prinzig (oder vor angst) nicht gelesen.

aber man lernt damit umzugehen, auch wenn man es nicht kapiert, dass plötzlich ein lieber mensch fehlt.

ich bin mir sicher, mit der zeit kannst auch du es akzeptieren, gib dir einfach zeit.

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Lisi82

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7

27.02.2008, 21:01

Oma hat ihn so lange gepflegt, wie sie konnte. Am 2.April 2007 ist er in die Alzheimerklinik gekommen. Da alle drei Kinder in Österreich verstreut wohnen, war es auch nicht möglich sie zu unterstützen. Sie war wirklich sehr sehr tapfer, denn sie kann kaum noch gehen. Alles andere war so wie du es gesagt hast. Es war sehr schlimm für ihn, denn er merkte, dass er sich nichts mehr merken konnte. Ein Leben lang hat er sich gebildet, beispielsweise in der deutschen Grammatik auf den neuesten Stand gehalten etc. Das schlimme war, dass er immerzu geweint hat. Und das er in der Klinik jedesmal nach ein Besuch geweint und geschrien hat. ER wollte immer mit nach Hause. Zum Schluß hat er aber dieses zu Hause irgendwie vergessen. Trotzdem hat er ein Jahr lang in Schuhen geschlafen und war immer angezogen, wie wenn er jederzeit fliehen wollte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass war jetzt die einzige Möglichkeit der Flucht. Zur Diskussion stand es schon, ob die Angehörigen über ihn entscheiden sollen und so auf die Magensonde bestehen sollten. Meine Oma hat es sich nicht leicht gemacht, doch hat dann sicher in Liebe gehandelt. Sie hat geweint und nur gesagt, dass es gut ist, dass er nicht mehr alles weiß was er tut, denn das hätte er nicht ausgehalten.
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Petra

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8

27.02.2008, 21:09

liebe lisi,

da hat ja deine oma einiges geleistet, wahnsinn.
ich stelle mir diese krankheit auch sehr schlimm vor, für alle beteiligten. gerade für einen mann, wie deinem opa, war es schwer zu merken, dass es nicht mehr so geht wie früher und er viel vergisst.

mein papa hatte einen schlaganfall bevor er gestorben ist. als ich ihn dann mal besuchte, hatte ich immer wieder angst, er könnte mich nicht erkennen. mir hat das immer sehr weh getan, wenn er mich mit leeren augen angesehen hat.....

deine oma ist wirklich eine sehr starke frau. und wie chris so schön geschrieben hat, wer weiß wie lange ihre lebenskerze noch brennt, das kann dann doch noch lange sein.

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Lisi82

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9

27.02.2008, 21:21

Danke euch!
Ich werde jetzt ins Bett gehen, morgen um 9 fahren wir los. Ich und meine zwei Geschwister. Wir müssen nämlich 3 Stunden lang nach Villach fahren. Meine Oma ist glaube ich stärker wie ich. Mir fehlt wirklich noch die Lebenserfahrung und mit 26 Jahren habe ich mich damit echt noch nicht auseinandergesetzt.Also hoffe ich nur noch, dass ich morgen Abschied nehmen kann. Irgendwie finde ich den Totenschmaus auch irgendwie eigenartig. Als meine Großmutter vor 15 Jahren gestorben ist, habe ich nur geheult.
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Lisi82

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10

27.02.2008, 21:34

Wir haben uns viele Vorwürfe gemacht, dass er weg war. Aber es ist einfach nicht mehr gegangen, denn man muss sich ja 24 Stunden um ihn kümmern.
Danke das ihr morgen an mich denkt. Ich habe mir Donnerstag und Freitag Sonderurlaub genommen, das heißt, dass wir bis Sonntag in Kärnten sein können. Dann werden wir ihr helfen. Eines muss ich noch erzählen. Meine Cousine ist im 9. Monat schwanger. Sie erwartet in den nächsten Tagen einen kleinen Emil. Meine Oma wird also endlich Uroma. Das gibt ihr unendlich viel Kraft. Meine Cousine wird sie bald mit dem Kleinen besuchen. Und oft scheint es wirklich zu stimmen, das einer geht und bald darauf jemand nachkommt.....
So jetzt habe ich wieder Tränen in den Augen, aber es tut gut darüber zu schreiben....
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Darina

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11

28.02.2008, 07:39

Liebe Lisi,

bitte entschuldige, dass ich dich noch nicht begrüßt habe..auch von mir ein ganz liebes Willkommen.

Ich habe gerade alle eure Beiträge gelesen..Puh.. das tut weh, ich kenne das... ich habe meinem Opa zugesehn wie er durch Leukämie immer weniger wurde und plötzlich lag statt einem "dicken, starken Mann" der den Krieg überlebte, ein hilfloses schwaches Wesen im Krankenbett...Immer wieder, wenn ich das Spital verließ, dachte ich, was ist nur ausdir geworden, wo ist der Opa mit dem ich aufgewachsen bin?...

Ich wünsche dir für den heutigen Tag, viel Kraft und die Möglichkeit, dich von ihm zu verabschieden..

Alles Liebe
und in Gedanken bei dir
deine
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Petra

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12

03.03.2008, 20:29

liebe lisi,

ich schließe mich chris an und ich hoffe, dass es dir gut geht und die wieder zurück bist.

erzähl, wenn du magst, du weißt, wir sind für dich da!
was ich aber noch gerne wissen möchte, hat deine cousine schon entbunden?? ich freue mich für dich und deine familie, dass ein kleiner sonnenschein das leben wieder erhellt!

alles liebe
petra
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Darina

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13

03.03.2008, 20:46

Liebe Lisi,

ich denke auch an dich, und hoffe du bist gut wieder angekommen, wie geht es dir denn im Moment?

Wir sind alle für dich da, wenn du uns brauchst.

Eigenartig finde ich, das muss ich jetzt schreiben, da wir hier immer wieder ZUfälle finden:

Meine Oma wurde von meinem Opa immer "Lisi" gerufen.
Er hat morgen Geburtstag.

Ich umarme dich ganz vorsichtig,
und denk an dich
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Lisi82

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14

10.03.2008, 19:38

Hallo Leute

Sorry, dass ich mich jetzt erst melde. Es war wirklich eine turbulente Zeit. Am 28. Februar war die Beerdigung. Ich hatte nicht gedacht, dass es mir so so schwer fällt.
Als ich in die Leichenhalle ging, bekam ich weiche Knie. Da war diese Foto von ihm, als es ihm noch gut ging und er nicht krank war. Dann der Kranz von meiner Oma auf dem Sarg wo stand: "In ewiger Liebe - Helga" Das war zuviel und ich bin in Tränen ausgebrochen. Dann musste ich Etappenweise immer wieder weinen, bei den üblichen Momente. Sarg wird heruntergehoben. Sarg wird in die Kirche gebracht. Sarg wird abgesenkt. Dann am offenen Grab die Reden von Jahrgangskollegen und von Chorkollegen und von Lehrerkollegen. Es war echt traurig, aber auch irgendwie schön und sehr sehr würdig. Die ganze Volksschule war da. Das hätte meinem Opa sicher gefreut. Dann habe ich noch etwas Geld geerbt. Damit sollten wir etwas sinnvolles kaufen, hat er zu einer Zeit gesagt, als er es noch wusste. Ich habe es in unser Haus investiert. Mein Lebengefährte und ich renovieren ein Haus. Naja dann kam der Totenschmaus. Auch sehr schön, aber ebenfalls traurig. Opa hat sich gewünscht, dass auf beim Totenschmaus gesungen wird. Da war der ganze Chor der Kärntner Lieder sang. Auch ein Lied war dabei, dass Opa geschrieben hatte. Da haben natürlich alle wieder geheult.
Am nächsten Tag haben wir dann alles im Haus von Oma um- und ausgeräumt und noch viele private Dinge von Opa gefunden, die uns immer wieder traurig machten.

Naja zu dem kleinen Baby. Es wurde am 1. März per Kaiserschnitt zur Welt geholt. Leider musste er sofort an die Beantmungsmaschine. Das ist jetzt ok, aber er will nicht essen und kann irgendwie nicht saugen. Jetzt ist meine Cousine daheim und der Kleine noch im LKH. Ich hoffe so sehr, dass der Faulpelz endlich anfängt zu essen. Im Moment haben sie nämlich noch keine medizinische Erklärung.
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Lisi82

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15

10.03.2008, 20:48

Danke

für eure Hilfe und Unterstützung! Bitte gebt mir Kraft für den Kleinen!
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Lisi82

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16

10.03.2008, 20:52

Danke

für die Unterstützung! Ich werde meinen Opa darum bitten. Gebt mir Kraft für den Kleinen!
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Christine

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Beruf: Thanatologin und Trauerbegleiterin, Lektorin für Gesundheitsberufe (Thanatologie, Psychologie, Trauerarbeit)

17

11.03.2008, 15:27

Hallo Lisi,

wie geht es dem kleinen Emil jetzt?

Liebe Grüße
Christine
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