Aspetos Trauerforum - Reden Sie mit!

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Annita 56

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1

30.03.2009, 10:13

Hallo an Alle!

Ich lese hier schon lange Zeit mit und habe mich vor kurzem angemeldet, um auch einmal mitzuschreiben.

Meine Eltern sind vor nunmehr 4 Jahren innerhalb von 4 Monaten gestorben. Inzwischen komme ich mit dem Verlust ganz gut zurecht. Aber es sind immer wieder Zeiten dabei wo es mir nicht so gut geht. Gestern ist nun eine gute Bekannte meiner Mutter gestorben und da kommen auch wieder viele Erinnerungen hoch.

Mir wurde nach dem Tod der Eltern immer wieder von aussen gesagt das der Tod für die beiden eine Erlösung war nach der schweren Krankheit. Ist mir ja auch klar, denn eine Heilung hätte es sowieso nicht mehr gegeben. Aber ich konnte diese Aussagen nicht akzeptieren, habe mich auch nicht so richtig trauern "getraut", dachte mir : du bist ja kein Kind mehr das um die Eltern weint. Bin dann nur noch abends auf den Friedhof gegangen damit keiner meine Tränen sieht.

Aber hier habe ich gelesen das es vielen so geht, und das man auch um "alte" Eltern trauern darf.

Für Aussenstehende beginnt nach dem Begräbniss wieder der Alltag, und von Betroffenen wird auch verlangt das sie wieder "funktionieren". Aber gerade da fängt --nach den ganzen Erledigungen---der richtige Trauerprozess erst an. Und dazu gibt es da Trauerjahr ja eigentlich. Aus eigener Erfahrung weiss ich das man jede Jahreszeit, jedes Fest und anderes mehr, ohne den geliebten Menschen durchleben muß und dann irgendwie "ablegen" wie eine Akte. Am schlimmsten war dann das Datum des Todestages, wo man jede Minute noch einmal durchlebt. Aber das wurde hier ja eh schon oft beschrieben.

Ich bin froh das ich nicht so weit habe zum Grab der Eltern und so besuche ich sie mindestens einmal die Woche und auch meine Brüder die im Ort wohnen, sind immer darauf bedacht das da imer ein Licht brennt.

Ich wünsche allen hier eine gute Zeit und schicke ein Paket Kraft und Zuversicht

lg Annita
Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes
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Linda

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2

30.03.2009, 10:24

Hallo liebe Annita!

Herzlich Willkommen hier im Forum!! Und auch meine herzliche Anteilnahme!!

Schön, dass du deinen ersten Beitrag geschrieben hast. Das 1. Mal ist immer eine Überwindung, oder??

Du hast unten angeführt so einen netten Spruch.

Liebe Annita, auch ich habe keine Eltern mehr. Bei mir ist es noch ein bißchen länger her. Ja, sie fehlen einem immer noch, nicht wahr? Natürlich lernt man mit der Zeit mit der Trauer umzugehen, aber es kommen immer wieder die Momente, wo sie einem besonders fehlen!

Möchtest du ein bißchen von deinen Eltern erzählen? Welche Krankheiten hatten sie?

Schön, dass du Brüder hast. Bin auch froh um meine Schwester, so hat man doch noch jemanden aus der "Ursprung-Familie".

Wünsche auch dir eine gute Zeit!

Linda
Immer in meinem Herzen, oft in meinen Gedanken!

http://www.youtube.com/watch?v=TPLSMvfviBo
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waugerl

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3

30.03.2009, 13:44

Hallo Annita!

Mein Beileid zu deinem Verlust. Es ist immer schwer jemanden zu verlieren.

Ja für alle anderen dreht sich die Welt weiter. Nur für diejenigen die jemanden verloren haben, bleibt sie stehen.
Alle anderen glauben man überwindet so was leicht, aber sowas braucht seine Zeit. Manche brauchen nur ein paar Monate, manche ein Jahr und manche vielleicht 10 Jahre. Lass dir also nicht einreden das nach diesem "Trauerjahr" alles vorbei ist.

Erinnerungen kann man nicht einfach abschalten, und gerade bei so wichtigen Ereignissen, wie Familienfeiern, Geburtstage, Todestag kommen sie dann noch mehr hoch.

Hattest du ein enges Verhältnis zu deinen Eltern? Hat sich das Verhältnis zu deinen Brüdern geändert seitdem die Eltern nicht mehr da sind? Möchtest du uns vielleicht an ein paar Erinnerunen teilhaben lassen?

Fühl dich hier gut aufgehoben, es war schon ein großer Schritt sich hier anzumelden.



lg Sandra
Das Leben geht weiter, nur warum hab ich vergessen.
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Annita 56

Neues Mitglied

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4

30.03.2009, 17:58

Hallo!

Danke für eure netten Worte.

Ende August 04 hatte mein Vater einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte und im Februar 05 starb er. Meine Mutter wurde mit dieser Situation nicht fertig, obwohl sie die Unterstützung von uns allen hatte. Sie kam mit Magenschmerzen ins Krankenhaus wo dann Magenkrebs diagnostiziert wurde. Und genau 6Monate nach dem Befund starb sie. Meiner Meinung war der Auslöser dafür die Krankheit von Vater. Die beiden haben im Leben viel geleistet. In jungen Jahren einen alten Bauernhof gekauft und alles neu aufgebaut. Uns sieben Kindern haben sie an nichts fehlen lassen. Wir haben zwar materiell nicht alles gehabt, aber die ideelen Werte die sie uns mitgegeben haben, kann man mit Geld nicht aufwiegen. Unter uns Geschwister gibt es ein gutes Verhältnis, das sich durch die Trauer um die Eltern irgendwie noch verstärkt hat.

Und um diese Familienbande bin ich auch sehr froh, da ich nämlich in eine sehr egoistische und teilweise gefühlskalte Familie eingeheiratet habe. Da kommen schon manchmal Situationen die mich manchmal fast verzweifeln lassen. Ich bin auch verletzlicher geworden, und gleichzeitig spüre ich aber auch das mir irgendwer Kraft zusteckt, und ich das ganze nicht mehr so an mich heranlasse. Da denke ich das es sicher von meinen Eltern kommt, denn die haben schon zu Lebzeiten gespürt wie es mir geht. Dafür zünde ich dann auch oft eine Kerze für sie an. Viel Kraft hole ich mir auch bei Bergwanderungen, sofern es meine Zeit erlaubt. Im Moment warte ich, wie sicher viele von euch, sehnsüchtig auf den Frühling damit ich im Garten wühlen kann. Denn die Liebe zu den Blumen und Pflanzen habe ich auch von meiner Mutter übernommen.

So nun ruft mich wieder die Hausarbeit.

Macht´s gut

Annita
Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes
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Chrisi

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5

30.03.2009, 20:05

Liebe Annita

Herzlich Willkommen hier im Forum.
Es freut mich das du hier geschrieben hast.

Weißt du, Eltern sind und bleiben immer Eltern, ganz egal wie alt sie sind, es ist immer schwer wenn sie uns verlassen. Ich finde das ein jeder seine Trauer ausleben soll, ob kurz oder lang, ein jeder wie er es braucht.

Es ist schön, wenn ihr unter den Geschwistern so einen Zusammenhalt habt.

Wandern und die Liebe zu Blumen und Pflanzen , einfach in der Natur zu sein, gibt auch mir Kraft die Trauer durchzustehen und auch für so manche Situationen, die einem verzweifeln lassen.
Da kann ich dich sehr gut verstehen.

Liebe Grüße

Chrisi
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kate

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6

30.03.2009, 20:41

Habe meine Eltern verloren

Liebe Annita!

Herzlich willkommen hier im Forum - schön dass Du hergefunden hast!

Ich habe hier für Dich einen eigenen Thread eröffnet.

Alles Liebe,

Kate
Jan *03.08.2002 +13.03.2007
Ich darf sein der ich bin, und werden der ich sein kann!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »kate« (30.03.2009, 20:48)

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Linda

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7

05.04.2009, 07:26

Liebe Annita!

Das ist so schön, dass ihr immer darauf achtet, dass beim Grab deiner Eltern eine Kerze brennt. Auch dass deine Brüder daran denken, da sieht man echt, dass ihr einen liebevollen Umgang in der Familie habt und bei euren Eltern eine Kindheit mit viel Liebe mitbekommen habt.

Liebe Annita, du schreibst, dass du in eine gefühlskalte und egoistische Familie eingeheiratet hast. Ja, wir alle sind verschieden aufgewachsen und geben es auch wieder anders weiter. Auch ich kenne dieses Gefühl, der Zusammenhalt in meiner Ursprungsfamilie war ganz anders, als in der Familie, wo ich "eingeheiratet" habe.

Wünsche dir einen schönen Frühlingstag!

Linda
Immer in meinem Herzen, oft in meinen Gedanken!

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Markus

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8

06.04.2009, 10:27

Liebe Annita,

vielen Dank für Deine offenen Worte zu Deiner Trauer angesichts des Todes Deiner Eltern - der Tod der alten Eltern ist letztlich auch immer der endgültige Abschied von der Kindheit! Als Literaturtipp kann ich Dir "Wenn die alten Eltern sterben" von B. Dobrick sehr empfehlen.
Hier findest Du weitere Bücher

Liebe Grüße,
Markus
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Annita 56

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9

07.04.2009, 20:57

Danke Markus!

Habe schon einige Bücher zu diesem Thema gelesen, was mir sehr geholfen hat.

lg Annita
Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes
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Burkhard

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Beruf: Human resources Manager, Theologe, Dipl. Lebens- und Sozialberater

10

23.04.2009, 08:37

liebe annita 56,

willkommen im trauerforum.

ich finde es stark, dasss du so offen über ein thema redest das in unserer gesellschaft eher negativ besetzt ist -trauer und weinen.

leider sollte man, am besten gleich nach dem tod eines menschen, zurück zur normalität kommen. dies ist aber meist nur möglich wenn man sich selber nicht ernst nimmt. es spielt keine rolle wie alt der liebe verstorbbene ist. ein tod ist für alle seiten der anfang von etws neuem. besonders wenn es die eigenen eltern betrifft gewht es einem nach. das du an gedenktagen wieder mit deiner trauer konfrontiert wirst ist normal da deine eltern dich lange zeit begleitet haben.

gestaltet diese tage in bewuster erinnerung an deine eltern.

lieben gruß
burkhard
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sili

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11

23.04.2009, 08:54

liebe anita

auch von mir ein herzliches wilkommen,wen eltern gehn verlirt man seine wurzeln,solange sie leben weiß mann wo man hingehört wen sie verstorben sind fählt mann in ein tiefes loch,ich weiß als meine mama gehn mußte oft war ich sehr ratlos,,so wie du sagst für die anderen leute geht der altag weiter wie gewohnt,du must erst neue wege suchen und finden um all das zu begreifen und verstehn,mein beileid komt von herzen.liebe grüße silvia
Arme kleine Seele leid und Schmerz warn diese Welt.

Kommt ein Engel nun vom Himmel,sanft im Arm,er dich jetzt hält.
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Annita 56

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12

23.04.2009, 09:43

Burkhard und silli, danke für eure Begrüßung.

Gestern war ich bei meinem Bruder, der wohnt neben dem Elternhaus. Dieses wurde im Herbst umgebaut, jetzt ist die Wohnung meiner Eltern ganz neu eingerichtet und an Feriengäste vermietet. Zuerst war ich froh das renoviert wird, denn damit meinte ich würden die Erinnerungen an die Eltern nicht mehr so schmerzhaft sein. Ja, und gestern war ich das erste mal, seit es fertig ist, wieder im Haus, und ich muß sagen es fiel mir sehr schwer, die gewohnten Ecken nicht mehr vorzufinden. Die Sitzbank wo meine Mutter immer gesessen ist, oder der geliebte Platz am Kachelofen von meinem Vater. Bin sehr traurig wieder heimgefahren.

Aber so geht es ja allen hier,das sie immer mit Erinnerungen an ihre Lieben konfrontiert werden, und das ist nicht immer einfach. Da gibt es keinen "Termin", wo alles vorbei und vergessen ist.

Mir hat einmal jemand folgendes gesagt:

Die Trauer ist eine Wanderung durch viele Landschaften. Am Anfang geht man durch eine endlose, weite Wüste. Es ist nichts vorhanden wo man Halt finden könnte. Danach kommt man an einen Vulkan der auf den Ausbruch wartet. Der ganze Schmerz, teilweise Wut und Ohnmacht, müssen sich einen Weg nach aussen bahnen. Die nächste Station ist ein See aus Tränen und Traurigkeit. alles erscheint einem sinnlos und ohne Hoffnung. Dann aber sieht man am Horizont das Ufer welches es zu erreichen gilt, um wieder festen Boden unter den Füßen zu kriegen.

auf einer solchen Wanderung befinden wir uns hier alle und ich wünsche allen das sie auch einmal das sichere Ufer erreichen.

Alles Liebe

Annita
Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes
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sili

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13

23.04.2009, 12:07

liebe anita

ich versteh dich voll und ganz,wie gesagt ist meine mama 2008 verstorben,2 jahre später hat mei vater wieder geheiratet,sie hat alles umgebaut oder umbaun lassen,alles neu eingerichtet,seit diese zeit fühle ich mich nimma zuhause,fahre gerade zu meinen papa wen es warm ist und wir im garten sitzen können.es ändert sich so vieles wen die eltern nimma da sind wo man sich da immer so wohl fühlte ist es dan plötzlich kalt und leer,,liebe grüße silvia
Arme kleine Seele leid und Schmerz warn diese Welt.

Kommt ein Engel nun vom Himmel,sanft im Arm,er dich jetzt hält.
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Sanne

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14

28.04.2009, 18:05

Hallo Annita und auch ein Hallo in die Forumsrunde!

fast täglich lese ich im Forum, aber meistens fehlt mir die innere Ruhe, um auf Beiträge zu antworten. Füllsel möchte ich nicht beitragen. Ich hoffe, Ihr seid nicht bös darüber. Es heißt nämlich nicht, dass ich kein Interesse an Euch habe. Viele habe so schmerzliche und schlimme verluste erlitten, dass ich für mich denke: Dir geht es gut. Es ist der normale Weg des Lebens, dass Eltern ( bei mir mein Vater) sterben. Schlimm ist es bei anderen. Ich denkedann, dass meine Trauer mit der der anderen nicht zu vergleichen ist. Aber trotzdem ist Trauer da. Der Beitrag vom dir, Annita, hat mich bewogen eine meiner "stillen Stunden" zu nutzen, um zu schreiben.

Mein Vater starb im März 2008, mit 88 Jahren. Wir haben uns immer sehr Nahe gestanden, aber die letzten Wochen mußte er in einem Pflegeheim verbringen, was mir noch jetzt sehr leid tut. Er starb im Krankenhaus an einer Lungenentzündung und ich war nicht bei ihm. Ich wäre es so gern gewesen, aber der Tod kam zu schnell, als dass man mich vorher rufen konnte. Ich habe noch heute das Gefühl, dass man mir meinen Vater weggenommen hat. Ich wäre ihm gern näher gewesen und habe das Gefühl, uns beiden (meinem Vater und mir) hat man etwas vorenthalten. Das sog. Trauerjahr ist vorbei. Ich vermisse ihn immer mehr. Seine Bilder anzuschauen fällt mir oft sehr schwer, aber ich muss es trotzdem machen. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht mehrfach an ihn denke, an alles was wir erlebt haben, was er getan hat für mich und meine Familie.usw. Manchmal glaube ich, ich denke in jeder Stunde an ihn. Er durfte 88 Jahre alt werden, und das relativ gesund. Ich bin dankbar dafür, dass wir solange mit einander gehen durften. Aber ich hätte ihn gern noch bei mir. Wenn ich an ihn denke, sehe ich ihn nicht in seinen letzten Wochen, sondern in einer Zeit, wo es ihm gut ging. Man vergißt die letzte Leidenszeit ein wenig. Vergessen ist das falsche Wort, verdrängen ist besser. Ich gehe gern zu ihm auf den Friedhof. Ob ich ihm dort näher bin, als hier zu Huase, wo wir gemeinsam gelebt haben, glaube ich nicht. Er ist nämlich hier im Haus für mich überall. Wenn ich im Garten arbeite, ist er immer irgendwie dabei. Klingt merkwürdig, oder? Aber ich bin sicher, Ihr versteht, was ich damit meine. In meinen Gedanken rede ich mit ihm.

Im Trauerjahr war ich zwischendurch der Meinung, ich hätte alles gut verarbeitet. Das war aber ein Trugschluss. Immer wenn man meint, dass es so ist, holt mich die Trauer ein. Winzige Kleinigkeiten reichen auch heute noch aus. Ein Opa mit seinem Enkel z.B. Schon denke ich an meinen Vater und meinen Sohn und mir kommen die Tränen. Manchmal helfen mir die Tränen aber auch wieder ein wenig.Verarbeitet ist das alles noch nicht. Und das Vermissen wird mehr. Viel Trauerarbeit kommt auch jetzt noch. Aber meinen Mitmenschen will ich das alles gar nicht so zeigen. Viele können diese Trauer nicht nachvollziehen. Immerhin ist ein alter Mensch gestorben. Aber ein für mich sehr wichtiger und sehr lieber. Ich hätte ihn so gern hier bei mir. So wie früher.

Meine Mutter leidet an Demenz. Sie hat hat ihren Mann und seinen Tod schon fast vergessen. Durch die Krankheit wird sie mir immer fremder. Sie müßte eigentlich mit mir trauern, sagt mein Gefühl. Und mein Verstand sagt, sie ist krank und weiß nichts wehr. Demenz ist ein Abschied zu Lebzeiten.

Etwas über ein Jahr ist seitdem vergangen. Man gewöhnt ishc an vieles. Das Leben richtet sich anders ein. Aber der Platz eines lieben Menschen im Herzen bleibt immer von diesem besetzt. Egal wie alt, wie krank er war. Die Trauer ist für jeden Menschen anders, für den, der trauert und auch um wen man trauert. Aber Trauer ist da. Und sie ist ein Zeichen der Liebe und wichtig.



Liebe Grüße

Sanne
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sili

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15

28.04.2009, 21:56

liebe sanne

du hast ganz schon was mitgemacht und das brauch seine zeit das zu verarbeiten,hast du sonst noch familie bruder schwester,mann,die dich ein wenig unterstüzen in deiner trauer.das kann ich mir ganz schön schwer vorstellen,das zu verarbeiten und zu begreifen,rede schreibe über alles was dich bedrückt wir hörren dir gerne zu,wen du das möchtest,ich drück dich silvia
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Annita 56

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16

28.04.2009, 22:01

Hallo Sanne!

Wie gut kann ich dich verstehen.

Meine Eltern waren beide 74 Jahre alt als sie starben. In der heutigen Zeit ist das eigentlich nicht alt finde ich. Sicher waren beide schwer krank, aber sie sind noch da, man kann mit ihnen sprechen, die Hand halten, usw.

Wie ich schon einmal geschrieben habe, hatte ich am Anfang auch Hemmung meine Trauer offen zu zeigen, denn es ist ja der normale "Vorgang" wenn ältere Menschen sterben. Und ich mußte mir auch oft anhören, das die Eltern von ihrem Leiden erlöst seien. Ja, aber sie fehlten (und fehlen) mir trotzdem. Oft denke ich: wenn sie das noch erleben könnten z.B. Die Geburt eines Urenkels vor kurzem, oder die Hochzeit eines Enkels, sie hätten ihre Freude daran. Aber ich bin auch dankbar für alles was sie für uns Kinder getan haben und sie haben uns alle auf einen guten Weg geführt.

Ich leide besonders mit den Menschen mit, die Kinder verloren haben, oder wenn junge Mütter oder Väter mitten aus dem Leben gerissen werden. Auch da muß das Leben weitergehen, aber wie, danach wird nicht gefragt.

Der Tod ordnet die Welt neu,
scheinbar hat sich nichts verändert,
und doch ist die Welt für uns
ganz anders geworden.


lg Annita
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Sanne

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17

29.04.2009, 07:35

Guten Morgen,

nein, Sili. Ich habe keine Geschwister. Von meiner Mutter ( 76) lebt noch die Schwester, allerdings 450 km entfernt. Der Kontakt beschränkt sich aufs Telefonieren. Von den Geschwistern meines Vaters lebt noch seine jüngste Schwester (78), auch 450 km weit weg und da besteht nicht viel Kontakt. Mit der Schwester meiner Mutter konnte ich viel, was Mutter betraf, besprechen. Krankenhaus, Heimunterbringung etc.

Die Trauer um meinen Papa und unseren Opa "beschränkt" sich daher auf meine eigene kleine Familie. Wir alle waren aber auch dankbar, dass er gehen durfte. Er war des Lebns müde. Das ist sicher ein oft negativ besetzter Begriff, aber ich betrachte ihn ebi einem alten Menschen nicht so. Mein Vater strahlte keinen Lebnswillen mehr aus. Er hatte sich zuletzt allein auf sich besonnen. Seine letzten zwei Wochen waren ganz merkwürdig. Er war noch da, aber eigentlich doch nicht. Dieser Zustand ist schwer zu beschreiben.Als ich kurz nach seinem Tod bei ihm war, war in seinem Zimmer so eine seltsame Atmosphäre. Das Zimmer war leer und doch angefüllt mit, ja mit was eigentlich? Weiß jemand, was ich sagen will? Kennt ihr das?

Natürlich ist die Trauer um Eltern etwas anderes, als einen partner oder gar sein eigenes Kind zu verlieren. Meine Trauer empfinde ich als "richtig", aber bei der Trauer um das eigene KInd ist eine Trauer da, die es nicht geben sollte, weil ein Kind doch nicht vor den Eltern stirbt. Diese Trauer ist sicher unvorstellbar grausam.



LG Sanne
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Annita 56

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18

29.04.2009, 08:12

Guten Morgen Sanne!

Meine Eltern waren jeweils 6 Monate krank. Mein Vater war zuhause, als er immer mehr zum Pflegefall wurde, war meine Mutter überfordert, obwohl mein Bruder und seine Frau, sich um den Vater kümmerten. Sie wohnen gleich nebenan. Bei meiner Mutter brach daraufhin der Krebs aus, an dem sie 6 Jahre vorher schon erkrankt war. Für mich steht seither auch fest das diese Krankheit großteils seelisch bedingt ist. Denn meine Mutter war 7 Monate vorher bei einer Untersuchung und da wurde ihr mittgeteilt das sie diese Untersuchungen nicht mehr machen braucht, denn sie sei so gut wie geheilt.

Ja, und dann kam wieder die ganze prozedur mit Chemo usw. Inzwischen starb mein Vater, durch die Sorge um Mutter kam ich gar nicht so richtig zum trauern. Wir haben Mutter dann auf eigenen Wunsch in einem Pflegeheim untergebracht, wo sie gut betreut wurde. Ich hätte sie gerne zwischendurch bei mir aufgenommen, aber sie wollte mir nicht zur Last fallen. Habe noch einige Zeit nach ihrem Tod daran "geknabbert" das ich sie nicht dazu überreden konnte. So bin ich jeden Nachmittag zu ihr gefahren, auch von meinen Geschwistern war immer jemand bei ihr. 4 Monate nach dem Vater ist sie dann auch gestorben. Meine Schwester und ich waren an ihrem letzten Tag die ganze Zeit bei ihr. Ich denke sie hat das auch gespürt, obwohl sie schon Tage vorher keine Reaktion gezeigt hat. Ich bin heute noch froh das ich bei ihr war, es war eine Erfahrung, obwohl sehr traurig, die ich aber nicht missen möchte.

Sanne, ich weiß was du meinst mit der Atmosphäre in dem Zimmer, man kann es nur schwer beschreiben.

wünsche euch einen schönen Tag

lg Annita
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sili

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19

29.04.2009, 09:34

hallo anita

es ist in deinem fall noch schwerer wenn mann alleine ist,es tut mir leid,dennoch ist es schön zu lesen das du für deinen vater froh bist das er erlösung gefunden hat,wenn man mitansehn muß wie ein geliebter mensch leiden muß,ist das für alle eine erlösung.und wie kommst du jetzt zurecht,wenn du reden wilst wir hörren dir alle immer zu..liebe grüße silvia
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KarlaG

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20

30.04.2009, 01:38

Liebe Sanne!
Ich versteh dich sooo gut!! Mein Vati starb im Januar 2008. Für uns alle plötzlich( im Thread nachzulesen " Plötzlich ist mein Vati nicht mehr da!") er war erst 66 Jahre alt.
Ich konnte mich gar nicht darauf irgendwie "vorbereiten", ich sehe auch immer meinen Sohn mit seinem Opa-sie hatten das gleiche Hobby-Fußball,den gleichen Lieblingsverein.
Auch ich muss im Garten immer an meinen Vati denken,er hat ihn angelegt.Alles steht in voller Blüte.
Ich denke an dich
LG Karla
Mein Kind Juliane,
Mein Bruder Rene,
Mein lieber Vati,
Ihr seid mir nur einen Schritt voraus-tief in meinem Herzen lebt ihr weiter :005:
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