Aspetos Trauerforum - Reden Sie mit!

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Reni1972

Neues Mitglied

Beiträge: 3

Geburtstag: 21.02.1972 (42)

Wohnort: Volkach

Beruf: Elternzeit

1

07.04.2009, 18:55

Schuldgefühle

Schuldgefühle



Hallo,

meine Mutti ist in der Nacht Freitag zu Samstag gestorben. Ich wohne 200 km weit weg und wollte meine Eltern an diesem Wochenende besuchen. Meine Mutti war zwar sehr krank, ihr Zustand verschlechterte sich Wochenanfang dramatisch, so dass sie ins Krankenhaus eingeliefert worden ist, dort ging es nur noch Berg ab. Als ich Freitag endlich da war, lag sie schon im sterben und war nicht mehr ansprechbar. Ich setzte mich zu ihr, strich ihre Hand, redete und weinte. Ich würde so gerne wissen ob sie gemerkt hat, das ich da war. Diese Frage beschäftigt mich sehr und macht mich fertig. Zum Abschied küsste ich sie. Dann ging ich mit meiner Schwester und Vati nach Hause. In der Nacht halb eins ist sie dann gestorben.
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Katze

Neues Mitglied

Beiträge: 17

Danksagungen: 24 / 0

Wohnort: Tirol

Beruf: Bürokauffrau

2

07.04.2009, 19:29

Hallo Reni

mein Beileid zum Tod deiner Mutter.
Ich bin mir ganz sicher das deine Mutter gespürt hat das du da warst. Ich habe schon von mehreren Personen gehört, das ein
Sterbender noch viel mitbekommt, auch ohne das er sich bemerkbar machen kann. Ich war bei meiner Oma und meinem Opa dabei.
Meine Oma hat so zirka eine halbe Stunde bevor sie starb noch zu der Schwester die ihr mit einem kalten Waschlappen über das Gesicht fuhr
gesagt: Das ist kalt!" Obwohl sie auf uns nicht mehr reagierte und mit uns nicht mehr geredet hat, hat sie das bemerkt. So glaube ich hat sie
uns registriert und es gespürt das wir die Hand hielten. Mein Opa starb zu Hause und er hat sich nicht mehr bemerkbar gemacht, aber wir haben
bis zum Schluss links und rechts seine Hand gehalten.
Ganz sicher hat sie gespürt das du da warst und sie geküsst hast.

Viel Kraft für die Zukunft und alles Liebe
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traurigetina

Treues Mitglied

Beiträge: 544

Danksagungen: 136 / 63

Geburtstag: 12.10.1980 (33)

Wohnort: Weede

Beruf: Altenpflegehelferin

3

07.04.2009, 20:15

Hallo Reni,

mein Beileid zum Tod deiner Mutter!!

Deine Mutter hat 100% gemerkt und auch gehört das du da bist und sie hat auch deine Worte verstanden und wer weiß, vielleicht war es ihr ja auch wichtig, das du da bist, wenn sie gehe muss, denn sie wussste ja, das du 200 KM Weit weg wohnst, also mache dir bitte keine gedanken!!

Ich wünsche dir und deiner Familie sehr viel kraft!!


Liebe grüße

traurigetina
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Annita 56

Neues Mitglied

Beiträge: 38

Danksagungen: 28 / 0

Geburtstag: 24.02.1953 (61)

Wohnort: Tirol

4

07.04.2009, 20:31

Liebe(r) Reni!

Möchte dir auch meine Anteilnahme zum Tod deiner Mutter aussprechen.

Deine Mutter hat sicher noch gespürt das du bei ihr bist. Vielleicht hat sie auch noch auf dich gewartet. Als meine Mutter im sterben lag, war ich den ganzen Tag bei ihr und auch meine Geschwister kamen nach und nach noch einmal an ihr Bett, und als der letzte da war hat sie die Augen für immer zugemacht.

Ich wünsche dir, das du in diesen schweren Stunden viel Kraft und Trost bekommst.

Liebe Grüße

Annita
Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes
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Christine

Administrator

Beiträge: 2 664

Danksagungen: 7493 / 2011

Geburtstag: 09.03.1971 (43)

Wohnort: Innsbruck

Beruf: Thanatologin und Trauerbegleiterin, Lektorin für Gesundheitsberufe (Thanatologie, Psychologie, Trauerarbeit)

5

07.04.2009, 20:56

Hallo Reni,

was Sterbende mitbekommen und was nicht, das können wir natürlich nicht wissen. Menschen, die Sterbende betreuen, und Angehörige merken aber Reaktionen auf Berührungen, Worte oder das Dasein von vertrauten Personen. Vielleicht kriegen Sterbende wirklich alles mit, vielleicht sind sie aber aufgrund des sterbenden Organismus und der Organe, die langsam aufhören zu arbeiten, nicht mehr in der Lage "intellektuell" alles zu verstehen. Stell's dir mal vor wie bei einem Säugling: Ein Säugling versteht auch nicht, was seine Eltern ihm sagen, da fehlt es einfach an Intelligenz. Aber er spürt, dass jemand da ist, er kann seine Bezugspersonen über den Geruch erkennen und vertraute Stimmen von fremden unterscheiden und er spürt natürlich Berührungen. Ich denke, du hast genau das Richtige getan: Du warst "da" und es ist gar nicht so wichtig, dass du zum "Zeitpunkt" des Todes nicht dabei warst, denn Sterben ist ein Prozess, einen Zeitpunkt des Todes gibt es nicht wirklich.

Herzlich willlkommen bei uns und mein herzliches Beileid!
Christine
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sili

Sehr treues Mitglied

Beiträge: 1 449

Danksagungen: 973 / 3

Geburtstag: 11.06.1965 (49)

Wohnort: österreich

6

07.04.2009, 22:35

liebe reni

deine mutter hat das 100pro gespürt das weiß ich von meiner mutter,die im tiefschlaf war und sie hat auch immer gemerkt wen wer von der familie da war,und es ist gut wen wer für sie da ist sagten mir damals die ärzte,und auch deine mutter hat es gemerkt,es ist leider immer so das mann sich irgend welche vorwürfe macht,aber glaube mir es ist schiksal das mann gerade bei so einem ereignis nicht da ist,gieb dir keine schuld und quele dich nicht mit fragen,du kanst es nicht mehr endern und es ist gottes führung,so sehe ich es,,lase dich mit einer traurigen umarmung begrüßen im forum,schön das du zu uns gefunden hast,,drück dich silvia
Arme kleine Seele leid und Schmerz warn diese Welt.

Kommt ein Engel nun vom Himmel,sanft im Arm,er dich jetzt hält.
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chris

Treues Mitglied

Beiträge: 423

Wohnort: Innsbruck

7

07.04.2009, 23:30

Liebe Reini

Zuerst, mein tiefstes Mitgefühl zum Tod deiner Mutti!

Auch ich bin mir sicher das Sterbende alles mitbekommen.
Ich weiß noch wie es bei meinem Bruder war.... er war hirntod und hat "angeblich" nichts mehr mitbekommen.
Als er dann gestorben ist hat die Schwester auf der Intensivstation nur noch gesagt "jetzt glaub ichs auch"....

Reini, deine Mutti hat auf dich gewartet, es war ihr wichtig das deine Hände sie nocheinmal berühren...
Diesen Wunsch hast du ihr erfüllt!
mit stillem Gruß
deine Chris
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karola

Neues Mitglied

Beiträge: 7

Geburtstag: 23.07.1966 (48)

Wohnort: freital

Beruf: Angestellte

8

08.04.2009, 00:10

Hallo Reni,

mein aufrichtiges Beileid zu deinem schweren Verlust. Hier kannst du wirklich deine Gedanken ganz offen aussprechen. Es gibt so viel Anteilnahme und Verständnis. Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende, nicht leicht Zeit. Mit den Lieben hier kann sie aber besser zu ertragen sein.

Auch ich habe meine Mutti (schon vor 17 Jahren) verloren und war nicht da, als sie starb. Nur war ich nicht 200 km weit weg sondern drei Tage zuvor das letzte mal an ihrem Bett. Sie war schon so schwach durch den Krebs, das wir uns in der Familie abwechseln mussten, wer sie an welchem Tag besucht, damit es nicht zu anstrengend wurde. Oh, wie lange hab ich mir das vorgeworfen, nicht noch mal da gewesen zu sein.(es liegt mir eigentlich immer noch im Magen,auch wenn der Verstand sagt, das es falsch ist.) Nicht noch Dinge mit ihr besprochen zu haben, die ich eigentlich noch klären wollte. Aber es ist mir andererseits auch nicht möglich gewesen, alles einfach so los zu plappern. Was ich damit sagen will, auch wenn wir ganz nüchtern um die Dinge wissen, wir hoffen doch alle so lange es geht, dass der andere nicht stirbt. Dass irgend ein Wunder passiert und alles wird wieder gut. Du hast genau das getan, was dir zu dem Zeitpunkt möglich war. Ich glaube auch, dass sie deine Anwesenheit gespürt hat. Vielleicht hat sie auch nur gewartet, bis ihr alle noch mal da wart und hat sich dann ganz leise auf den Weg gemacht. Mein Vati ist am 28.11.08 verstorben. An dem Nachmittag war er schon ganz weit weg und wollte nur noch in Ruhe gelassen werden und schlafen. Ich durfte ihn auch nicht streicheln. Das war schon vorher mal so und er war nach ein paar Tagen wieder ganz gut drauf. Also gingen wir wieder nach Hause. Aber als dann der Anruf kam, dass es sich um keine Stunde mehr handeln kann und wir sofort kommen sollten, hat auch ein Weg von 25 min nicht gereicht. Wir waren alle 5 min zu spät. Aber dann sollte es eben so sein. Das habe ich zumindest für meinen Vater so akzeptieren können. Rede mit Deiner Familie darüber, auch wenn die anderen vielleicht nicht viel dazu sagen, erklär ihnen wie es dir geht, dann trauen sie sich vielleicht auch. Bei meiner Mutti taten wir das nicht - das war falsch. Dieses mal haben wir alle dazu gelernt. Ein trauriger Erfahrungsprozess, aber ich glaube, uns geht es allen besser in der Phase.

Ich drück dich, wenn ich darf.

Karola
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KarlaG

Forenbegleiter

Beiträge: 1 877

Danksagungen: 4245 / 260

9

08.04.2009, 01:30

Liebe Reni!
Mein Beileid zum Tod deiner Mutti und gleichzeitig willkommen bei uns.Mir ging es ähnlich,ich habe meinen Vati am Abend vor seinem Tod im Krankenhaus besucht.Er wirkte besser als zuvor.Ich,als Krankenschwester hätte es besser wissen können,es war ein letztes Mobilisieren der Kräfte vor dem Tod.Ich erlebe es als Schwester ständig,als"Angehöriger" habe ich es nicht warhaben wollen,habe es verdrängt.Ich habe bei diesem letzten Besuch kurz gedacht-was wäre wenn-.Heute denke ich oft,warum bin ich nicht noch ein wenig länger geblieben um noch etwas Zeit mit ihm zu haben. Mein Vati hat mich bewusst wahrgenommen.Mein Mann und dieses forum helfen mir sehr dabei damit zurecht zu kommen keine Schuldgefühle zu haben,nicht gespürt zu haben,das es der letzte Besuch war.
Glaub mir,aus meiner beruflichen Erfahrung weiß ich, ein Sterbender spürt alles und hört vor allem alles bis zuletzt.
Deine Mutti wusste also,das du da warst!
Ich wünsche dir für die Kommende schwere Zeit ganz viel Ktaft!
Wie geht es deinem Vati,hast du sonst noch Verwandte?
Liebe Grüße von Karla
Mein Kind Juliane,
Mein Bruder Rene,
Mein lieber Vati,
Ihr seid mir nur einen Schritt voraus-tief in meinem Herzen lebt ihr weiter :005:
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Reni1972

Neues Mitglied

Beiträge: 3

Geburtstag: 21.02.1972 (42)

Wohnort: Volkach

Beruf: Elternzeit

10

08.04.2009, 20:53

Schuldgefühle

Hallo an Euch alle!!

Ich danke Euch, für Eure liebe Anteilnahme und mir geht es ein bissel besser. Am Wochenende kommt mein Vati und meine Schwester zu uns. Ich will nicht, das mein Vati alleine zu Ostern ist mit den ganzen Erinnerungen in der Wohnung. Ich weiss nur nicht wie ich mich verhalten soll, soll ich reden über meine Mutti oder schmerzt es meinen Vater zu sehr. Im Moment kann ich es selbst auch kaum glauben, das ich sie nie wieder sehen werde. Es kommt mir vor wie in einem schlechten Alptraum. Ich bin stark für meine Kinder, denn ich kann ja nicht die ganze Zeit heulend rum laufen. Mein Tagesablauf ist wie immer, ich kann nicht richtig trauern und das macht mir Angst. Denn meine Mutti war alles für mich. Wir haben jeden Tag telefoniert und uns über den Tag berichtet, auch wenn es manchmal garnichts zu berichten gab. Sie fehlt mir so. Aber wieso lebe ich jeden Tag als wäre sie noch da.
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chrisu

Sehr treues Mitglied

Beiträge: 862

Danksagungen: 1766 / 36

Geburtstag: 18.08.1963 (50)

Wohnort: wien

11

08.04.2009, 21:06

Liebe renie !

Meine aufrichtige Anteilnahme! Es ist ganz normal das du dich so fühlst,als wäre deine Mama noch da.Als mein Sohn starb habe ich mich auch so verhalten.Die Schockphase geht dann langsam ans realisieren.Bei dir ist es so kurz her,da weiss man gar nicht was eigentlich richtig passiert ist.Man kennt sich dann selbst gar nicht aus,kennt sich oft selbst gar nicht wieder.

Es tut mir so leid,gut das du deinen Papa holst,die Angst zuwenig zu trauern brauchen wir nicht zu haben,glaube mir das.Es kommt nur in "verkraftbareren kleineren Dosen",damit nicht alles zuviel wird.Dürfte eine Einrichtung der Natur sein,denke ich mir.Es tut mir leid,Schuldgefühle,Ängste alles gehört dazu.Wünsche Dir alles Liebe und Kraft Chrisu
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KarlaG

Forenbegleiter

Beiträge: 1 877

Danksagungen: 4245 / 260

12

08.04.2009, 22:08

Liebe Reni!
Gut,das es dir ein wenig besser geht.
Ein zu wenig trauern,zu viel trauern oder nicht richtig trauern gibt es nicht-denk ich.Auch ich denke manchmal zu wenig zu trauern,aber dann kommt alles mit voller Wucht.Gerade jetzt vor den Ostertagen.Die Trauer "sucht sich ihren Weg" meine ich.Es ist gut,das dein Papa über Ostern bei dir und deiner Familie ist.mach dir keine Gedanken darüber,ob ihr über deine Mutti redet oder nicht.Hast du Angst deinem Papa weh zu tun? Das Gespräch ergibt sich von selbst,und ich denke,er wird gern über seine Frau-deine Mutti reden.
Ich weiß das von meiner Mutti,sie spricht gern von "damals", weißt du noch,Vati hätte jetzt....-heißt es dann.
Liebe Grüße von Karla
Mein Kind Juliane,
Mein Bruder Rene,
Mein lieber Vati,
Ihr seid mir nur einen Schritt voraus-tief in meinem Herzen lebt ihr weiter :005:
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DarkAngel

Sehr treues Mitglied

Beiträge: 604

Danksagungen: 925 / 182

13

11.04.2009, 22:16

Liebe Reni,

das was du fühlst und was du durch machst,das kenne ich zu gut. Jeder spürt den Schmerz anders,aber einen Menschen zu verlieren ist das schlimmste was es gibt.
Mir geht es besser wenn ich alles was mir auf den Herzen und auf der Seele liegt hier ins Forum schreibe.
Für mich persönlich wird das trauern nie ein Ende haben,denn meine Mama zu verlieren war ein bitterer Schlag für mich und hat mein Leben total verändert.
Nicht nur mein Leben,sondern vor allen mich.
Ich bin immer noch sehr traurig,manchmal habe ich auch das Gefühl die ganze Welt fällt mir auf den Kopf aber ich kann besser mit den Schmerz umgehen seit ich hier bin.

Ich schicke Dir ganz viel Kraft.

Liebe Grüße

Manu
Das Sichtbare ist vergangen - es
bleibt nur die Liebe und die Erinnerung!!!
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sili

Sehr treues Mitglied

Beiträge: 1 449

Danksagungen: 973 / 3

Geburtstag: 11.06.1965 (49)

Wohnort: österreich

14

11.04.2009, 22:50

liebe renni

meine mutter mußte am 30.11,gehn,also kurz vor weihnachten.auch wir luden unseren papa ein,,anfanfs wuste keiner was er sagen sollte,später redeten wir natürlich von mama,ich glaube es gehört ganz einfach dazu,so hat man doch das gefühl das sie am fest irgendwie anteil nimmt auch wen es dich und deinen vater schmerzt,oft kommen aber auch erinnerungen zur sprache wo mann auch lachen muß,,sicher wird es anfangs mehr tränen geben,aber es ist auch schön über die geliebte mutter, kind vater, wer immer von uns gegangen ist in erinnerungen zu schweben,,hoffe es hielft dir ein wenig.liebe grüße silvia
Arme kleine Seele leid und Schmerz warn diese Welt.

Kommt ein Engel nun vom Himmel,sanft im Arm,er dich jetzt hält.
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