Aspetos Trauerforum - Reden Sie mit!

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Zeraphine

Forenmitglied

Beiträge: 120

Geburtstag: 19.08.1974 (40)

Wohnort: Tirol

Beruf: med.sozialen Bereich tätig

1

26.04.2009, 00:27

Liebe Light!

Du arme, sovieles was dich nach unten zieht, vor allem diese Schuldgefühle.
Ich weiß, dass es dir nicht viel helfen wird, wenn ich dir sage, dass es normal ist, selbst wenn vorher alles supertoll gewesen wäre, kommen diese Biester um einen zu quälen.
Bei dir ist es ja noch schlimmer, ihr habt keine schöne vorgeschichte, Leiden spielte eine große rolle.... meiner meinung nach hast du alles getan was du tun konntest, ich finde es sogar bewundernswert, dass du trotz eurer vergangenheit bis zum schluss für sie da warst.
Du bist ja auch nur ein Mensch, mit gefühlen und eigenschaften, über allen dingen zu stehen, geschehenes zu vergessen, das ist schwierig bis gar nicht möglich. Vor allem wenn es rapide bergab geht sind viele Menschen die im sterben liegen manchmal bockig, kindlich oder wütend...da ich auch sterbebegleitungen mache, hab ich das erlebt, das liegt oftmals gar nicht am "geschehenem" sondern an der situation an sich, der Tod ist etwas ungewisses, das verändert nicht nur kranke sondern vor allem auch angehörige.
Vielleicht wäre es nicht schlecht, wenn du dich an jemanden wendest der professionell dir versucht wieder auf die beine zu helfen, oder du suchst dir einen TrauerbegleiterIn, wo du all das was dich beschäftigt, quält mal sagen kannst.
ich wünsche dir viel kraft und Mut den weiteren weg zu gehen
aufrecht und im Wissen, dass du da warst als sie dich brauchte!

alles liebe
Mira
Nur wer sich öffnet für den Schmerz, lässt auch die Liebe mit hinein!
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Light

Neues Mitglied

2

26.04.2009, 00:42

Danke Mira.
Nein, ich hab eben das Gefühl ich war nicht da als sie mich brauchte.
Gerade an ihrem letzten Tag war ich nicht im Spital.
Sie hatte ein Hoch, als ich sie das letzte mal im Spital sah, redete wie lange nicht mehr, und sah klarer aus wie lange nicht, ich freute mich noch, denn ich wollte sie 3 Tage später mit heimnehmen.
Innen drin wusste ich, wenn ich jetzt im Nachhinein darüber nachdenke, dass es nicht mehr lange dauern würde bis sie gehen muss, aber wollte es nicht wahr nehmen.
Am Tag darauf kam ich nicht, weil ich eine leichte Bronchitis hatte...
UNd ich dachte mir, ist ok, ich kuriere mich aus, übermorgen nehme ich sie sowieso wieder mit nach Hause.
Die Nacht darauf verstarb sie, ganz allein, nicht mal eine Schwester oder Pfleger war bei ihr...
Ich hab sie allein gelassen, und der letzte Satz den ich sagte war "Bis morgen/Wir sehen uns morgen"
Was ich auch nie einhielt, nur weil ich mich etwas schwach fühlte.
Also genau in dem Moment wo es wirklich wichtig gewesen wäre, war ich nicht da...
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KarlaG

Forenbegleiter

Beiträge: 1 879

Danksagungen: 4332 / 264

3

26.04.2009, 01:13

Liebe Light!
Das liest sich alles sehr traurig.Mein Beileid zum Tod deiner Mutti!
Aber ich möchte dir in aller Entschiedenheit sagen,du bist an gar nichts Schuld! Deine Mutti war ihr ganzes Leben krank-erst psychisch,später dieser verd... Krebs. Du kanntest deine Mutti nur so,wie sie war.SIe konnte nicht anders als so zu sein wie sie eben war,warscheinlich tat ihr vieles leid,nur, ein psychisch kranker kann einfach nicht sso wie er manchmal möchte.Du hast alles richtig gemacht,du warst trotz allem immer für sie da,trotz aller schlimmen Dinge die sie tat.Du hast sie geliebt,trotz allem,es ist deine Mutti gewesen.
Das du am Tag ihres Todes nicht bei ihr warst,ist ebenfalls keine Schuld! Du hast dich verabschiedet,auch,wenn du durch deine Krankheit an diesem Tag nicht kommen konntest.Sie wusste,das du immer für sie da warst.Sie ist sicher friedlich eingeschlafen.
Mir ging es ähnlich,auch ich hab mich gefragt,warum bist du nicht noch länger bei Vati zu Besuch geblieben? Er sagte im Krankenhaus zum Abschied zu mir, " tschüss bis morgen,ich bleib sowieso nicht mehr lange hier,komme bald raus".Nur einen winzigen Moment hab ich damals gedacht,was,wenn nicht? Er starb in der darauffolgenden Nacht,auch allein.Aber ich gehe davon aus-friedlich.
Wenn man also wollte hätte jeder ja irgend eine "Schuld",dem ist aber nicht so,glaub mir,so schwer es dir vielleicht im Moment fällt.
Alles Liebe Karla
Mein Kind Juliane,
Mein Bruder Rene,
Mein lieber Vati,
Ihr seid mir nur einen Schritt voraus-tief in meinem Herzen lebt ihr weiter :005:
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traurigetina

Treues Mitglied

Beiträge: 544

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Geburtstag: 12.10.1980 (33)

Wohnort: Weede

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4

26.04.2009, 09:15

Hallo Light,

auch ich möchte dir mein Beileid zum Tod deiner Mutter aussprechen!!

ich schließe mich den beiden an!!Dich trifft keine Schuld!!Du hast alles das getan, was du für deine Mutter hättest tun können!!
Ich weiß, wie du dich fühlst, jeder von uns kennt es hier!Jeder von uns hat auf seiner Art auch Schuldgefühle gahabt, weil der eine oder ander vielleicht nicht das richtige gesagt oder getan hat, doch sei dir versichert, es ist nicht deine Schuld!!


Ich wünsche dich auch sehr viel Kraft und sende dir ein großes Kraftpaket! ;)

Liebe grüße

traurigetina
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Zeraphine

Forenmitglied

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Geburtstag: 19.08.1974 (40)

Wohnort: Tirol

Beruf: med.sozialen Bereich tätig

5

26.04.2009, 14:10

Liebe Light!

Schwierig dich vom gegenteil zu überzeugen, da dein gefühl dir etwas anderes sagt, objektiv betrachtet hast du alles menschenmögliche getan.
Aus erfahrung kann ich nur erzählen, dass sehr viele sterbende kurz vorm sterben noch so etwas wie eine Hochphase haben, du warst da, du konntest mit ihr reden, sie konnte dich spüren. Manche suchen sich den Moment des "abschieds" so aus, dass sie alleine sind, klingt etwas komisch ich weiß, aber auch da hab ich die erfahrung gemacht, dass ich stundenlang neben dem Menschen gesessen bin, händchen gehalten habe uvm. und dann ging ich kurz aus dem Zimmer raus, ein paar minuten und als ich zurück kam, war alles schon vorbei.
"So wie man gelebt hat, stirbt man auch manchmal", das sagte meine letzte Begleitung, sie war ihr ganzes leben lang "anders", so starb sie auch, ganz besonders!
Ach liebe Light, ich sehe, dass du wirklich alles getan hast was DIR möglich war, im nachhinein würde man vieles anders machen, aber eben im nachhinein, dieses Wissen hat man vorher ja nicht.
Außerdem bist du ja auch nur ein Mensch, du hast dich schwach gefühlt, zu RECHT, klar dass es dich jetzt schmerzt, würde es mich wohl auch....allerdings glaube ich, dass selbst wenn man alles so perfekt wie möglich gestaltet, findet sich etwas wo das Schuldgefühl erbarmungslos zuschlägt.
Ich bin mir aber sicher, dass deine Mum gewußt hat was du für sie getan hast!
fühl dich gedrückt
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sili

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Geburtstag: 11.06.1965 (49)

Wohnort: österreich

6

26.04.2009, 16:57

hallo zera piene

jeder kämpft irgend wo mit schuld gefühlen,einer weil er nicht da war wie sein geliebter mensch gehn mußte der andere weil er nicht helfen konte der andere weil er es zu spät erkannt hat,u,s,w....aber glaube mir alles ist bestimmung und ich glaube das sowas von oben gelenkt wird,und wir uns immer so vieles einreden was wir gar nett solten,aber es doch immer wieder tun.mache dir keine schuldgefühle,ich glaube kaum das es deine lieben so wollen,dich leiden zu sehn,,ich drück dich silvia
Arme kleine Seele leid und Schmerz warn diese Welt.

Kommt ein Engel nun vom Himmel,sanft im Arm,er dich jetzt hält.
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Light

Neues Mitglied

7

28.04.2009, 00:13

Danke euch allen vielmals für die Worte!!!
Die Schuldgefühle werde ich so schnell nicht los, manchmal sind sie schwächer, manchmal so dermaßen stark, dass ich die halbe Nacht lang heule, und mich selber mit ins Grab wünsche, weil ich meine dass ich nach dem allem nichts Gutes mehr verdient habe.
So wie letztens, als ich das erste Mal hier reinschrieb.
Es funktionierte zwischen meiner Mama und mir schon jahrelang nicht mehr so wie bei einem Mutter-Tochter Verhältnis, eben aufgrund ihrer Krankheiten...
Und jahrelang dachte ich mir, es wird schon wieder irgendwann mal besser werden, dann ist sie mehr wieder wie (m)eine Mama, und dann machen wir das und jenes.... Dazu kams leider nie mehr.
Aussprechen was einem auf der Seele lag, was sie mir wegen ihrem Zustand öfters antat, und mich das verletzte, oder mich entschuldigen aufgrund der Art wie ich oft war, ging auch nicht mehr. Meine Nerven rissen mir so oft durch, besonders die letzten Monate mit der KRebstherapie...
Ich hatte davor schon jahrelang Angst vor dem Tag an dem sie mal gehen muss.
Dass es so bald ist, damit rechnete ich nicht, und gings wieder mal bergab, quälte ich mich und auch sie deshalb...
:(

@ Zeraphina
Ich glaub nicht dass sie richtig wusste dass ich für sie da war.
Daheim war ich immer die "Böse" die sie den lieben langen Tag zum Essen und Trinken animierte, was ihr natürlich mit KRebs und Chemo sehr schwer viel, und ich musste immer schimpfen und reden und predigen...
Sie wurde aufgrund der vielen Sedativa mit den Jahren vergesslich und verwirrt, und aufgrund der Chemotherapie war das Ganze letztendlich noch 10 x schlimmer.
Sie sagte oft "Mama" zu mir, um sich dann zu verbessern, und gleich darauf wieder "Mama" zu sagen.
Öfters verwechselte sie mich mit meiner Schwester, die vor mir auf die Welt kam, und mit 3 Jahren aber starb.
Sie wusste also teilweise nicht mal mehr, wer ich war.
Sie sagte oft, ich wäre so "bösartig" weil ich drauf guckte dass sie mind. eineinhalb Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nimmt, denn trank sie weniger, kippte ihr nach einigen Tagen der Kreislauf, was ein paar mal passierte, und dann stand wieder Krankenhaus an. :(
Und trank sie nicht, obwohl ich sie jede halbe Std. animierte, und es ging den ganzen Tag nichts weiter, wurde ich ungeduldig, und hielt ihr Vorträge, oder sagte ihr auch mal, warum sies mir so schwer macht, weil es bei anderen funktioniert, nur bei mir bockt sie usw...
Und noch viel schlimmere Dinge. :(


Ich weiß, ich möchte auch gerne eine Psychotherapie machen, bzw eine Gesprächstherapim, weiß dass ich ohne gar nicht mehr aus diesem Strudel rauskommen werde..
Die Überweisung vom Arzt holte ich mir schon, bei der KRankenkasse wurde es schon eingereicht und bewilligt, trotzdem leichter gesagt als getan.
Ich rief an 2 Tagen alle Ärzte an, die jeweils zu erreichen waren, kein einziger hatte einen PLatz.
Alle nur auf privat, und das kann ich mir momentan überhaupt nicht leisten....


@ Karla, @ traurigetina
Meine Mutter war am letzten Tag als ich sie besuchte wie gesagt relativ gut drauf. Sie meinte dann auch noch "ich glaub heute darf ich nach Hause gehen"
Wo ich ihr noch sagte, nein, nicht heute, am Montag erst, also in 3 Tagen...
Hatte an dem Tag sehr starke Probleme beim Atmen, es rasselte, wo ich mir schon dachte, ich hätte sie mit Bronchitis angesteckt, und sagte ihr das noch. Meinte sie "ja scheint so, aber geh bitte, ich werd schon wieder gesund werden" :( :(
Und einen Tag vorher sagte sie sogar noch "nur weil ich das hier nicht trinke (was ich ihr gab, und sie wollte nicht) werd ich schhon nicht sterben"....
Das nahm ich irgendwie als "Versicherung" dass sie noch nicht geht. :(
Sie glaubte ich würde am Tag darauf kommen, weil ich es ihr sagte.
Was ich nicht tat. Und nicht mal anrief, was ich früher öfters mal tat, wenn ich aus irgendeinem Grund mal nicht kommen konnte, oder später kam..
Vielleicht hielt sie deshalb diesen Tag noch durch, und als sie sah, ich komme und komme nicht, hat sie aufgegeben?
Sie hasste das Spital...

@ Silvia

Ich wünschte die Schuldgefühle würden weggehen, und es wäre auch gerecht dass ich keine haben müsste, aber momentan denke ich eben, ich muss welche haben, geht gar nicht dass die weggehen, weil ich eben vieles falsch gemacht habe....
Es wäre einfacher wenn alles Bestimmung wäre, dann könnten so hässliche Dinge gar nicht entstehen weil man was falsch machte, sondern weil es einfach so laufen muss, und gar nicht anders geht...Und dadurch hätten die Dinge so wie sie sind, evtl. auch einen Sinn...
hmm...
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sili

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8

28.04.2009, 07:24

liebe light

ja ich weiß das alles schwer ist,überhaupt die schuldgefühle,sie reisen einen oft sogar aus dem schlaf,das kenne ich alles,versuche eine lösung zu finden sonst frist es dich irgend wann auf,sprich mit deinem arzt,oder lese ein buch über so was ähliches,was dir geschehn ist,aber du must was dagegen tun in angrif nehmen,du wirst es schaffen,da bin ich mir sicher,aber hole dir irgend wo hilfe,,liebe grüße silvia
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Zeraphine

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9

28.04.2009, 09:31

Liebe Light!

Wir sind unsere eigenen Richter, so streng würde uns kein anderer "verurteilen"!
Auch ich habe (im August werden es 5 Jahre) Phasen wo ich mich zerfleische und mir jegl. Glück versage, da meine Schuldgefühle mich klein machen, ich richte über mich und meine Handlen bzw. nicht-handeln.
Fakt ist aber, dass wir menschen sind mit Fehlern, es liegt nicht in unserer Macht immer perfekt zu reagieren, außerdem ist es oftmals gar nicht möglich zu reagieren, es gibt dinge die sind so, auch wenn man sich damit nicht abfinden kann/will.

Ich glaube dennoch, dass deine Mutti deine Sorge gespürt hat, aber auch sie konnte nicht so reagieren, da sie in ihrem eigenen "elend" gefangen war bzw. durch Medikamente in ihrer Handlungs- und denkweise eingeschränkt worden ist.
Versteh mich jetzt bitte nicht falsch, aber all das was du beschrieben hast ist "normal", klassisch sozusagen, dein Pflichtgefühl, deine Sorge haben dich in diese Position gebracht, du wolltest das beste für sie und hast alles dafür getan was dir möglich war, diese Position ist eine schwere, energie- und nervenraubende, als Tochter seine Mutter so leiden zu sehen schmerzt, du hattest eine Aufgabe die einen voll und ganz einnimmt. Soviel Kraft und Hoffnung aufzubringen ist schwer, auch wenn du das jetzt vielleicht so nicht annehmen kannst, ich bewundere dich, dass du das alles tragen konntest.
Andererseits verstehe ich dich, und glaube, dass ich an deiner stelle wohl auch mich mit Schuldgefühlen kämpfen würde, nicht genug getan zu haben, dieses Gefühl raubt einem den Lebenswillen.

Es ist gut, dass du dir Hilfe holst, ich weiß nicht woher du bist, deshalb kann ich dir auch keinen Therapeuten empfehlen, aber gibt nicht auf, du hast ein Recht zu Überleben, vielleicht kannst du dir als Überbrückung oder begleitend zur Therapie einen Trauerbegleiter nehmen, die meisten arbeiten ehrenamtlich.

Ach liebe Light, ich wünschte ich könnte ein seelenpflaster auf dein wundes Herz kleben, damit alles etwas schneller heilt, aber sich hier zu öffnen ist auch schon "heilend".
Fühl dich gedrückt
alles liebe
Mira
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Markus

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10

28.04.2009, 15:51

Liebe Light,

auch von mir ein Willkommen in unserem Forum - Danke für Dein Posting und Deine Offenheit! Wie Zera oben geschrieben hat, würden wir wohl alle gern ein "Trostpflaster" kleben, was wir aber leider nicht können. Ich denke, dass Du Dich momentan wirklich schrecklich fühlst - das Problem ist, dass es so eine Spirale wird, aus der man dann alleine nur sehr schwer wieder rauskommt.

Ich werde nicht versuchen, Dir Deine Schuldgefühle auszureden, denn Du weisst, dass Schuldgefühle zu haben nicht heisst, schuldig zu sein - aber es ist fast unmöglich, das auseinander zu halten. Schuldgefühle können auch eine bestimmte Funktion haben, nämlich die eigene Hilflosigkeit zu verdecken - nichts hält der Mensch schwerer aus, als wenn er ein Geschehen nicht oder nur sehr wenig und nicht im not_wendigen Maß beeinflussen kann.

Allein die Tatsache Deines ersten Postings zeigt mir, dass Du eine sehr gesunde Portion an Einfühlungsvermögen, Interesse und Mitgefühl für Deine Mitmenschen und für Deine Mutter aufbringst. Es wäre wirklich gut, wenn Du Deine Suche nach einem passenden Therapeuten fortsetzt! Die zeitliche und vielleicht auch finanzielle Energie wird sich in jedem Fall lohnen - Du hast noch ein Stück Deines Weges vor Dir und das Leben hat noch etwas für Dich vorbereitet - das kannst Du aber nur sehen, wenn Du mit Dir, der Situation und letztlich dann mit Deiner Mutter Frieden geschlossen hast.

Vielleicht bleibst Du uns dann sogar im Forum noch erhalten - ich habe das Gefühl, dass wir so jemanden wie Dich hier gut gebrauchen können!

Alles Gute,
Markus
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Light

Neues Mitglied

11

29.04.2009, 23:02

Danke euch allen so sehr für eure Beiträge und Anteilnahme!!!!
Wusste nicht dass Schuldgefühle oft zur Trauer dazugehören.
Ich dachte/denke, ist schwer davon wegzukommen; mir, ich habe die weil ich ständig nur alles falsch machte, und andere Menschen trauern eben "normal" und kommen gar nicht auf das Thema Schuldgefühle, weil sie sich nicht derart viel Mist vorzuwerfen haben.
Jeden Tag fällt mir momentan irgendwas Neues ein, was ich mal zu ihr sagte, oder wo ich sie schlecht behandelte, wir stritten, oder sonstiges, und schon kullern wieder die Tränen.
Mich schockt es jedesmal direkt, wenn mir wieder was einfällt, und ich werde es den ganzen Tag nicht los...
So gern würde ich mich mit ihr ausreden können, aber ist nun eben unmöglich.

Meine Aufgabe ist nun ebenfalls mit meiner Mutter gestorben. Früher hatte ich mir innerlich zur Aufgabe gemacht, für sie zu sorgen, jedesmal wenn etwas war, das ist nun nicht mehr...

Ich habe einen Beruf, besser gesagt 2, habe letztens auf Bürokauffrau umgelernt, allerdings aufgrund der Pflege die letztes Jahr so intensiv wurde, war ich zu Hause bei meiner Mutter, und hatte nur nebenbei einen kleinen Job.
Das Büro ist auch nicht wirklich die wahre Branche für mich. Ständig im Kämmerchen sitzen und nichts konstruktives machen....

Ich würd gerne was Soziales machen, vielleicht weil ichs von zu Hause nicht anders gewohnt bin, vielleicht auch nur um nachzuholen was ich bei meiner Mutter verabsäumt habe, und so anderen besser beistehen zu können, als meiner Mutter, vielleicht für mein eigenes Ego, vielleicht um zu begreifen dass das Leben nunmal so ist, und man beistehen kann, aber nicht mitgehen kann, oder vielleicht vielleicht vielleicht...
Keine Ahnung warum wirklich....
Ich bin am Überlegen in die Pflegebranche umzuschulen.
Meint ihr dass man, wenn einem nach einen Trauerfall wie bei mir, dieser Gedanke (er war schon immer da, aber noch nie so stark) kommt, man ihm nachgeben sollte?
Oder ist es für die eigene Psyche eher schlecht, sich dann beruflich auch in das Terrain zu begeben, und dann gezwungenermaßen mit dem Tod der Mitmenschen leben muss?



Wo findet man denn eine Trauerbegleitung? Ich wohne in Wien, kennt denn jemand eine Stelle an die ich mich wenden kann?


LG
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Zeraphine

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Wohnort: Tirol

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12

30.04.2009, 08:43

Liebe Light!

hier ein paar adressen von kollegen, die Trauerbegleitung anbieten, welche form für jmd. hilfreich ist, kann man nur durchs reinschnuppern entscheiden.

Haus des Friedens
www.hausdesfriedens.at

Hospizbewegung Wien
www.igsl-hospizbewegung.at

www.kardinal-koenig-haus.at

Es ist keine schwäche Hilfe anzunehmen, viel mehr stärke!

Was deine berufl. neuorientierung betrifft, spricht eigentl. nichts dagegen, es ist aber immer personenabhängig, ich hab gleich nach dem Tod meines Lieblings wieder meine Sozial- und Behindertenbetreuung weitergemacht, jedoch gemerkt, dass mein Elend, meine Trauer mir teilweise im Weg stand, irgendwie fehlte mir am anfang das Gefühl, vielleicht weil meine Gefühle etwas eingefroren waren.
Ich glaube es wäre gut, wenn du dir vielleicht ein wenig Zeit nehmen würdest um dich zu "genesen", evtl. auch dieses Thema mit jmd. Professionellen besprichst.

fühl dich gedrückt
glg
Mira
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sili

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13

30.04.2009, 09:21

liebe zarabine

es währe wirklich gut wen du dir hielfe suchst,oft ist es besser,und ich denke du bist dan stärker wen du hielfe annimst,den sonst zermalmen dich deine gefühle und es wird warscheinlich dan schlechter als besser,,liebe grüße silvia
Arme kleine Seele leid und Schmerz warn diese Welt.

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Light

Neues Mitglied

14

04.05.2009, 09:24

Danke für eure Antworten ihr Lieben!
@ Mira
Danke für die Links, ich werde sie mir heute noch durchlesen, und gucken wo ich am Besten jemanden finde der vielleicht etwas helfen kann!
Ich lasse mir momentan sowieso etwas Zeit, bin wieder in meinem Teilzeitjob tätig, in dem ich schon vor und dann mit der Pflege meiner Mutter war, um reinzukommen, und habe vor, ab Herbst wieder durchzustarten...
Etwas Angst habe ich davor, vielleicht nicht verarbeiten zu können, ältere Menschen sterben zu sehen, bzw zu emotional zu werden, mich zu sehr an die Menschen zu hängen.
Obwohl ich momentan gar nichts anderes machen möchte, als gerade in der sozialen Schiene tätig zu sein...
Aber ich denke ob man es kann oder nicht, kann man nicht entscheiden, sofern man es nicht ausprobiert hat..?

@ sili
Ja das denke ich auch...
Nicht Aufgearbeitetes würde sich festsetzen und sich immer tiefer eingraben!!


LG
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DarkAngel

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15

04.05.2009, 11:54

Liebe Light,

spät aber doch mein herzliches Beileid und willkommen bei uns.

Das Du Dir Selbstvorwürfe machst kann ich verstehen. Aber wir alle sind nur Menschen. Ich glaube nicht das deine Mama möchte das du so traurig bist und so viele Schuldgefühle hast.

Nimm dir alle Zeit der Welt zu trauern, geh zum Friedhof, sprich mit ihr, sage ihr alles was dich bedrückt, sage ihr auch alles gute was dir passiert.....einfach wonach dir ist.

Ich wünsche dir für die nächste Zeit ganz viel Kraft und umarme dich ganz vorsichtig wen ich darf.

liebe grüße

manu
Das Sichtbare ist vergangen - es
bleibt nur die Liebe und die Erinnerung!!!
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Maki

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Geburtstag: 18.01.1972 (42)

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16

08.05.2009, 08:37

Liebe Light !!!



Mein tiefstes Mitgefühl !!!




In Liebe Maki mit Abiii im Herzen !!!
mit Abi im Herzen !

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Maki« (08.05.2009, 11:54)

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chrisu

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Geburtstag: 18.08.1963 (51)

Wohnort: wien

17

08.05.2009, 22:21

Liebe Light !

Zunächst mein aufrichtiges Beileid zum Heimgang Deiner mama !

Deine Beiträge erinnern mich an meine Mutter Sohn Beziehung in manchen Punkten,wenn er verzweifelt war und mir nicht mehr verklickern konnte was er eigentlich von mir erwartete,weil er eben manchmal zutiefst verzweifelt war,weil ich wieder einen Idioten zum Freund genommen hatte oder mein eigenes leben aufgab für irgendwelche Leute,wurde er ausfällig.

Das führte oft zu der Aussage von mir,"Du wirst noch mal an meinem Grab stehen und alles wird Dir leid tun,du wirst schon noch weinen um mich"

Aber es kam anders,er weinte nicht um mich sondern ich um ihn,er starb voriges Jahr im Alter von 24 Jahren.

Meine Schuldgefühle,Deine Schuldgefühle, es bleibt sich gleich,ich kann Dir nur sagen Du warst die beste Tochter die Du sein konntest,mein Sohn war der beste Sohn der er sein konnte,Deine Mama und ihre Krankheit dazu,war die beste Mutter wie es ihr möglich war und ich wahrscheinlich auch.

Irgendjemand von uns bleibt IMMER mit Schuldgefühlen zurück.Ich verstehe Deine Worte nur zu gut wenn Du sagst dU WÜNSCHT dich

selber ins Grab.Aber glaube mir,Du hast aus tiefster Verzweiflung gehandelt,wenn Du Deiner Mama dir respektlos vorkommst.Du hast sie geliebt und egal,sie hat es gewusst.Und dieses Lied,Behörden sind zeitweise nur Behörden,hab da meine schlimmsten Erfahrungen.

Es tut mir so leid,aber bitte quäle dich nicht so,wir sind alles nur Menschen.Ich kann Dir gar nicht schreiben wie gut ich Dich verstehe,halt aus der Sicht der Mutter.Alles alles Liebe Chrisu
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Light

Neues Mitglied

18

11.05.2009, 10:49

Liebe Chrisu,

dank dir vielmals für dein Posting!
Es tut mir sehr leid um deinen Verlust...!!!!!

Je mehr ich darüber mit anderen schreibe, und nachdenke, und Denkanstösse bekomme, desto mehr versteh ich das alles.
Du hast Recht, sie war die beste Mutter die sie sein konnte, und ich wahrscheinlich die beste Tochter die ich sein konnte.

Und bei euch war es ebenso!!!!

Ich wollte lieber akzeptieren dass meine Mutter mich ärgert, und nicht essen/trinken will, anstelle dass sie vielleicht wirklich nicht mehr kann, weil es gesundheitlich schon so schlecht um sie steht.
Die Ärzte erzählten mir so knapp eineinhalb Woche vor ihrem Tod, es sähe nicht gut aus...
Ich heulte, aber weniger aus Angst, (obwohl ichs im Nachhinein gesehen, innerlich wusste...und ich erzählte das noch im Freundeskreis... sollte sie die nächste Woche im Spital bleiben, stirbt sie mir da drinnen....) sondern vielmehr aus Wut, warum die Ärzte mir so einen Scheiss erzählen....
Ich sah sie nicht als dünne kranke Frau, ich sah sie als meine Mutter die nicht dünn und krank war, sondern nur etwas angeschlagen, und das wird schon wieder...
Wenn ich mir jetzt ihre letzten Fotos ansehe, die 18 Tage vor ihrem Tod aufgenommen wurden, erschrecke ich richtig über das was mir die Bilder zeigen, und ich denke mir... so schlimm und dünn und krank und traurig sah sie doch nicht aus????
Doch sah sie, ich wollte es nur nicht sehen....

hm, der Spruch mit dem Weinen kommt mir bekannt vor.
Den hat mir meine Oma mal an den Kopf geworfen, als ich mit ihr mal rumdiskutiert habe...
Sie sagte, du wirst nochmal weinen wenn ich nicht mehr bin...
Recht hatte sie...
Trotzdem kein Grund zu Vorwürfen wegen dieses Satzes, liebe Chrisu, der kommt nicht weil man will dass derjenige um einen weint, sondern einfach nur um aufmerksam zu machen, dass es momentan nicht passt.
Das wolltest du erreichen, nicht deinen Sohn mit Absicht was auswischen...

Ich hoffe sie hat es gewusst, ich sagte ihhr in der letzten Woche im Spital, ich hoff du weißt dass ich dich lieb habe, auch wenn ich öfters böse war, aber das ist weil ich mir Sorgen mache, weil ich Angst habe. Weils nicht gut ist, wenn man solange nichhts isst und trinkt...
Sie sah mich an, und hat gelächelt, und nickte.
Wieviel sie in ihrem Zustand davon wirklich noch mitbekam, weiß ich nicht. :(
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Juttap

Moderator

Beiträge: 1 826

Danksagungen: 4085 / 417

Geburtstag: 02.07.1956 (58)

Wohnort: Steiermark/Mürztal

Beruf: Sekretärin

19

11.05.2009, 13:46

Liebe Light,

so viele Worte und Gedanken in deinem letzten Posting kommen mir "so bekannt vor"!
Mutti und ich haben Vati auch "gequält" mit mehr trinken, die vielen Medikamente die er nehmen mußte, zu schlucken ...
Waren "böse", wenn er sich geweigert hat und sagte: "Ihr versteht mich nicht!" Und ihm sogar gesagt: "Gut, dann mach, was du willst. Wirst schon merken, daß es nicht gut für dich ist!" ;(
Auch ich war wütend, als der Arzt uns sagte, daß sie nichts mehr tun können, wollte es nicht akzeptieren.
Und ich sah Vati mehr, wie er alles für den nächsten Urlaub zusammenpackt, als sterbend zu Hause im Bett, habe alle "früheren Verluste hervorgekramt", nur um mich nicht wirklich mit der Realität auseinander setzen zu müssen.
Die letzten zwei, drei Wochen ist zwar schon immer wieder das "reale" Bild bis in meinen Kopf durchgedrungen, aber ich wollte es nicht sehen.
Du siehst, du bis mit diesen Gedanken nicht "alleine".

Deine Mutti hat ganz sicher gewußt, daß du sie liebst und alles nur aus Sorge um sie so gemacht hast, wie du es eben getan hast. Aber auch sie "konnte nicht anders". Doch sie hat dir mit ihrem Lächeln und NIcken gezeigt, daß sie versteht.
Und sie hätte sicher nicht gewollt, daß du dich mit Schuldgefühlen quälst, denn sie weiß, daß du dein Bestes gegeben hast.

Alles Liebe und viel Kraft für den "richtigen Blickwinkel" ;)
Jutta
Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
die uns Gott geliehen hat.
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Light

Neues Mitglied

20

12.05.2009, 01:56

.......

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Light« (18.05.2009, 12:23)

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