Aspetos Trauerforum - Reden Sie mit!

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Claudia7

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1

18.05.2011, 19:24

Schwester durch Krebs verloren

Hallo alle zusammen!

Ich hab mich heute für das Forum angemeldet. Ich habe schon des öfteren eure Texte gelesen und einige Erfahrungen helfen mir weiter.

Aber heute habe ich wieder einen dieser Tiefpunkte. Manchmal kann ich meinen Schmerz einfach nicht ertragen und frage mich immer wieder "Warum?"

Meine Schwester - du fehlst mir so - hat im August 2009 extreme Schmerzen in der Halswirbelsäule gehabt und fuhr aufgrund dieser Schmerzen ins LKH.
Hier hat man dann einen Schatten auf der Lunge festgestellt (sie wurde dort durchgecheckt).
Hier waren wir alle guter Hoffnung, den ein Schatten auf der Lunge kann man "besiegen"
Die darauffolgenden Tage waren die reinste Qual - für meine Schwester so wie für meine restliche Familie.
Es gab jeden Tag eine neue Horrormeldung, wo sie noch etwas gefunden haben.

Schlussends: die Diagnose war Lungenkrebs im Endstadium - keine Hilfe!!!!
Bis ich "kleines naives" Mädchen diese Diagnose realisiert hatte, vergingen doch einige Monate. Ich weiß es nicht, aber ich denke, ich wollte mich selbst schützen.
Ich wollte es einfach nicht wahr haben, dass meine Schwester sterben wird. Anfangs befasste ich mich mit allen Ausdrücken usw. aber irgendwann schob ich alles ganz weit weg.
Ich wollte die restliche Zeit mit ihr noch genießen - soweit es ging. Sie hatte bestimmt starke Schmerzen, hat es sich aber mir gegenüber nie anmerken lassen.

Sie kämpfte ein Jahr. Sie war sehr stark und ich bewundere sie, dass sie alles so tapfer durchstand.
Im Sterbebett hat sie zu meinen Bruder noch gesagt: Weint nicht! Weint nicht!
Leider kam ich zu spät ins LKH, sie lebte noch, aber ich konnte nicht mehr mit ihr reden.
Ich habe diesen Tag sehr vernebelt in Erinnerung. Ich handelte wie ferngesteuert. War nur um meine Mutter und meinen Bruder besorgt.

Ihr müsst wissen ich bin die jüngste - mein Bruder ist 4 Jahre älter und der Altersunterschied zu meiner Schwester waren 21 Jahre.
Ich habe meine Gefühle an diesem Tag hinten angestellt und in mich hineingefressen, weil ich den Schmerz oft nicht zulassen will, weil es so weh tut.
Ich vermisse sie so sehr und ich hadere einfach damit, dass ich sie so früh verloren habe. Und dass sie diesen Leidensweg hat gehen müssen.
Ich - wir - konnten nicht helfen, wir konnten nur zusehen, wie der Krebs immer mehr von ihr einnimmt.
Diese Machtlosigkeit ist nicht zu ertragen und doch muss man es.

Manu starb am 19.9.2010. und ich höre noch jetzt ihre letzten Worte die sie mir sagte : "ich kann nicht mehr kämpfen, ich kann nicht mehr"

Es schmerzt so sehr. Und oft habe ich das Gefühl, wenn ich mit anderen darüber spreche, sie zu nerven und spreche dadurch einfach nicht darüber.

Nun wende ich mich an euch, um mit meinen Schmerz nicht ganz alleine zu sein.
Meine Mama und mein Bruder sind immer für mich da und wir reden auch viel darüber, aber manchmal möchte ich die beiden einfach nicht belasten.

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.

LG
Claudia
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Michi

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2

19.05.2011, 14:11

Liebe Claudia,
mein aufrichtiges Beileid zum so schmerzlichen Verlust deiner Schwester.

Hier im Forum haben wir alle die schlimmsten Erfahrungen erleben müssen, die ein Mensch ertragen muss. Wir haben Menschen verloren, die wir sehr geliebt haben. Dadurch können wir deinen grenzenlosen Schmerz so gut verstehen. Fühl dich willkommen geheißen in der großen Familie des Trauerforums. Mir selber tut es immer wieder gut, hier meinen Schmerz rausschreiben zu können. Du nervst hier niemanden, keine Sorge. Wie alt bist du liebe Claudia? Der Altersunterschied ist ja wirklich ganz schön groß. Da hast du womöglich ein wenig das Gefühl, wie wenn Mama gegangen wäre. Ich selber hab eine Schwester, die nur um 11 Jahre älter ist, aber sie hat immer doch zu einem Teil mütterlich auf mich eingewirkt und sehr besorgt um mich. Wenn du magst, würden wir uns über ein paar Worte zu deiner Schwester sehr freuen. Fühl dich aber nicht bedrängt.

Hier sollst du dich wohlfühlen. Du kannst schreiben, wenn dir danach ist, aber keiner ist sauer, wenn du Funkstille einhälst. Jeder Mensch geht sehr unterschiedlich mit Trauer, SChmerz, Verlust um. Du schreibst, dass du dir große Sorgen um Mutti und Bruder gemacht hast.... Könnte es sein, dass du noch gar nicht zum richtigen trauern gekommen bist, aus Sorge um die anderen?

Wir freuen uns, dass du zu uns gefunden hast. Hier ist immer jemand, der dich versucht, aufzufangen, wenn du zu fallen drohst.

Liebe Grüße
Michi
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Claudia7

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3

19.05.2011, 21:18

Hallo Michi!

Danke für deine lieben Worte!

Ich bin 24. Jahre alt.
Meine Schwester war zwar nicht ständig für mich präsent, da ja der große Alterunterschied uns nicht zusammen aufwachsen lies, aber sie war mir immer wichtig.
Wir sind eine sehr kleine Familie und umso wichtiger sind mir da natürlich die Mitglieder.

Meine Schwester hat mit mir sehr viel unternommen und es hat auch immer jeder geglaubt dass sie meine Mutter ist, da ich ihr sehr ähnlich schaute. In den Sommerferien war ich jedes Jahr eine Woche bei ihr und wir haben gemeinsam einen Urlaub verbracht. In Italien oder in Kärnten. Es war richtig schön. Ich hab von ihr auch viel gelernt und vorallem hat sie mich immer aufgebaut und mir gut zugeredet. Egal welches Thema es war. Sie stand immer 100%-ig hinter mir. Sie war für mich da.

Meine Trauer konnte ich noch nicht richtig aufarbeiten - wie du sagst - ich will meine Mama und meine Bruder nicht noch mehr belasten, da der Schmerz ja schon so auch groß genug ist.
Und da ich immer die "kleine" war, haben sie dass Gefühl mich beschützen zu müssen. Ich würde aber einfach gerne mal die Große sein und ihnen den Schmerz abnehmen, für sie da sein.
Und ich weiß, dass sie auch genauso denken wie ich, aber wir schaffen es nicht, offen über unseren Schmerz und unsere Trauer miteinander zu sprechen.

Ich muss auch ehrlich gestehen, dass ich versuche davon zu laufen. Ich mache allerhand Dinge um mich abzulenken, damit ich diese Erfahrung verdrängen kann. Aber das schlimme daran ist, dass ich dann das Gefühl habe, meine Schwester zu verdrängen. Und das schlechte Gewissen erwischt mich dann. Ich hoffe ihr versteht, was ich meine.

Aber ich bin sehr froh nun einen Weg für mich gefunden zu haben, darüber zu reden. Und zu wissen, dass ich verstanden werde.
Vielen Dank.
Es tut mir sehr gut dass zu wissen.

Viele liebe Grüße
Claudia
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Michi

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4

20.05.2011, 13:32

Liebe Claudia,
ich kann deinen großen Schmerz sehr gut verstehen. Liebe und Verbundenheit innerhalb der Familie ist nicht nur von "immer zusammen sein" abhängig. Liebe überwindet auch große Distanzen. Meine Schwester und ich haben auch ein sehr intensives Verhältnis.Wir wohnen ca. 45 Minuten mit dem Auto voneinander entfernt. Ich brauch nur besonders intensiv an sie zu denken und schon ruft sie mich an. Man kennt sich unter Schwestern nun mal so gut, dass schon fast eine telepathieähnliche Verbindung entstehen kann.

Dass du auch mal die Große sein willst, glaub ich dir gerne, liebe Claudia. Nimm es deiner Mama nicht übel, aber du wirst immer die Kleine sein, das ist in der Natur der Sache. Ich bin auch "die Kleine", das Sorgenkind,---die um die sich immer alle Sorgen machen. Das können wir kleinen nicht ändern. Du könntest aber mit deiner Mama und deinem Bruder versuchen bei einem Therapeuten eine Möglichkeit zu finden, um miteinander trauern zu können. Es muss ja nicht gleich eine große lange Therapie sein. Vielleicht reichen schon wenige Sitzungen, wo vor allem deiner Mama auch klar gemacht wird, dass du das gemeinsame Reden, das gemeinsame Trauern BRAUCHST. Indem man nicht miteinander redet, versucht jeder für sich selber damit fertig zu werden. Das gelingt aber nicht immer.

Hab kein schlechtes Gewissen, dass du deine Schwester verdrängst.... Sie will, dass du dich ablenkst, sie will nicht dass du leidest. Du hast sie immer in deinem Herzen.

Ich wünsch dir alles Liebe

herzlichste Grüße
Michi
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Wilma

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5

20.05.2011, 14:01

Liebe Claudia.
Hast Du schon einen eigenen Bereich?

Ich möchte Dich hier in unserer Mitte Willkommen heißen. Tut mir sehr leid, dass Du Deine Schwester verloren hast :24: .

Wie alt durfte sie werden? Es ist immer zu früh, wenn man einen lieben Menschen verliert.
Eine Stimme die so vertraut war, schweigt.

Ein Mensch, der immer da war, ist nicht mehr

Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen,

die niemand nehmen kann.




Susanne
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Christine

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Beruf: Thanatologin und Trauerbegleiterin, Lektorin für Gesundheitsberufe (Thanatologie, Psychologie, Trauerarbeit)

6

21.05.2011, 21:14

Liebe Claudia,
herzlich willkommen und mein herzliches Beileid zum Tod deiner Schwester!
Ich hab dir einen eigenen Thread eröffnet, dass du und deine Trauer um deine Schwester einen ganz offiziellen Platz hier im Forum habt! Sonst geht nämlich deine Geschichte hier leicht unter!
AL
Christine
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Juttap

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Beruf: Sekretärin

7

22.05.2011, 22:20

Liebe Claudia,

auch von mir ein liebes Willkommen hier im Forum und meine aufrichtige Anteilnahme zum Tod deiner Schwester.

Wenn du immer wieder mal versuchst dich mit allerlei "abzulenken", so ist das schon gut so und heißt nicht, daß du damit deine Schwester "verdrängst". Trauer bzw. die Verarbeitung verläuft in Wellen - mal mehr, mal weniger. Und das "weniger" ist auch sehr wichtig. Denn es verschafft uns Pausen vom Schmerz und wir haben ein bissel Zeit, uns wieder zu erholen.
"Genieße" diese Pausen ruhig, tanke in dieser Zeit Kraft, denn du brauchst sie. Und hab dabei kein schlechtes Gewissen (das ich gut verstehen kann), denn du vergißt Manu deshalb ja nicht, du nimmst nur eine kleine "Auszeit" vom Schmerz.

Versuche, mit deiner Mama und deinem Bruder über euren Schmerz zu reden. Es bedeutet anfangs eine große Überwindung, doch meist ist gemeinsam einiges "leichter".

Ich wünsche dir viel Kraft und alles Liebe
Jutta
Der Tod eines geliebten Menschen ist wie
das Zurückgeben einer Kostbarkeit,
die uns Gott geliehen hat.
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Claudia7

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8

23.05.2011, 17:17

Hallo ihr lieben! Vielen Dank dass ihr mich alle so lieb willkommen heißt. :2: @ Christine: Eigener Thread - klingt interessant - kannst du mir erklären was das ist ... Meine Schwester wurde 43 Jahre alt. Meiner Meinung nach viel zu früh, sie hat auch 2 Kinder hinterlassen (19 Jahre und 11 Jahre) Der Große ist zwar schon mehr oder weniger draußen, aber der Kleine... Sie vermissen ihre Mutter bestimmt auch sehr, aber sie reden mit mir nicht darüber... aber das ist eine andere Geschichte. Michi, dein Verlust ist sehr traurig. Du musst Willi sehr vermissen, dass du ihn ohne weiters folgen würdest. Darf ich dich fragen, wie lange ihr euch hattet? Man merkt dass du ihn sehr liebst. Ich habe gelesen, dass Esoterik dich interessiert. Ich bin im letzten Jahr auch auf den "Geschmack" gekommen. Aber ich glaube wenn du Zeichen erhalten sollst, dann schreckst du dich nicht davor, sondern du nimmst sie erst zur "richtigen" Zeit wahr. Die für dich richtige Zeit. Ich grüße euch alle lieb Claudia Wurde von Markus hierher verschoben
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Michi

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9

23.05.2011, 17:40

Liebe Claudia, deinen eigenen Thread findest du in der Übersicht des Forums mit dem Titel: SCHWESTER DURCH KREBS VERLOREN. Das ist quasi deine eigene Seite. So richtig kann ichs nicht erklären, hab da selbst Einschulung gebraucht. Bin nicht so ein großer Interneter... Mein Mann und ich waren 10 Jahre verheiratet aber vorher 2 Jahre legal zusammen, davor 5 Jahre illegal... Gesamte Zeit, die wir uns kannten 19 Jahre. Nie ein Streit,- nicht ein einziger. Du hast schon recht, wenn die richtigen Zeichen kommen, werde ich sie sehen und mich nicht davor schrecken. Was machst du beruflich? Ich selber derzeit arbeitslos. Hast du einen Freund? Ich wünsch dir einen schönen Abend. Bis bald, liebe Grüße Michi Wurde von Markus hierher verschoben
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Markus

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10

26.05.2011, 07:18

Liebe Claudia,

auch von mir noch ein herzliches Willkommen hier bei uns! Eben unter dieser Überschrift hier hat Dir Christine den eigenen Thread eingerichtet. Ein Thread ist nichts anderes als ein Diskussionsstrang, also ein Überthema, wo dann die anderen Rückmeldungen unten dran hängen. Meist ist das Überthema eben die Geschichte einer Person, so wie hier von Dir! Die Überthemen findest Du in der Übersicht und kannst dann das jeweilige Thema aussuchen, lesen und antworten!

So bleibt das Ganze übersichtlich, zumindest "übersichtlicher"...

Aber da kommst Du schnell rein, wenn Du öfter bei uns bist! ;-)

Liebe Grüße,
Markus
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heinz 46

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11

26.05.2011, 15:21

Liebe Claudia,

WILLKOMMEN HIER IM TRAUERFORUM!! Im stillen spreche ich ein kleines Gebet für deine Schwester und möchte dir meine aufrichtige Anteilanhme versichern.
Oft fällt es mir schwer hier zu antworten, habe ich doch selbst schon zwei Schwestern und meinen Sohn verloren. Schön das du dich uns anvertraust und offen über dein Schicksal berichtest.

Deine Beiträge habe ich sehr oft gelesen bis ich es verstanden habe, verzeih mir bitte. Du versteckst deine Trauer um deine Liben zu schützen und ihnen bei zu stehen.
Eigentlich ein lobenswerter Gedanke. Aber du "kleines Mädchen" akzeptiere erst mal deine eigene Trauer, lebe sie!!

Leider weiß ich wovon ich spreche. Du wirst wütend sein weil ich dich "kleines Mädchen "genannt habe, sei wütend, mach dir Luft........!
Schau, ich weiß wo du fest steckst und auch mir ging es so.
Dann kam ich hier her, mein Glück!! Beginne deine Trauer zu leben und lass uns daran telhaben wenn du möchtest.

Ich erlaube mir dich sanft in den Arm zu nehmen, hier bist und bleibst du nicht alleine.

Der Friede sei mit dir.

Liebe Grüße Heinz Dieter
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Claudia7

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12

08.06.2011, 19:02

Hallo liebe Mitglieder!

Ich bin sehr froh diesen Schritt gemacht zu haben.
Ich kann hier ein bisschen Luft schnappen. Fühle mich auch verstanden. Danke für eure Rückmeldungen.

Ehrlich gesagt, verspüre ich (noch) keine Wut. Auch wenn Heinz mich kleines Mädchen nennst. Manchmal fühle ich mich auch als kleines Mädchen, aber
traue mich nicht, es zu sein. Manchmal würde ich gern einfach nur schwach sein, mich an eine Schulter lehnen.
Aber ich hab leider zu oft das Gefühl für meine Mama stark sein zu müssen, da sie in ihem Leben schon viele Hürden hat schaffen müssen.
Ich möchte - wie schon gesagt - sie nicht noch mehr belasten.

Wegen der Wut - ich weiß nicht, aber ich war in dem Jahr der Krankheit gar nie wütend. Ich frage mich nur Warum? Weil ich es nicht verstehe,
wie man es schafft zu leben - mit diesen Schmerzen - ohne dass ein Arzt irgendein Warnsignal erkennt. Meine Schwester muss bereits vor der Diagnose
so stark gewesen sein, dass sie all die Schmerzen ertragen hat. Aber warum wollte das Schicksal es nicht, dass man den Krebs früher erkennt - dass er noch heilbar gewesen wäre...

Warum musste ein so toller Mensch, die Welt, ihre Familie - UNS- so früh verlassen??? Sie fehlt mir jeden Tag und ich denke immer an sie.
In letzter Zeit träume ich auch oft von ihr. Sie kommt dann auf mich zu (manchmal gesund und manchmal krank) und sagt in etwa:
Ich war nur kurz weg, jetzt bin ich wieder da. Wenn dies doch nur wahr werden könnte!!! Ich möchte sie so gerne in die arme schliessen.

In stiller Trauer :13:

Eure Claudia
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chrisu

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Geburtstag: 18.08.1963 (50)

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13

08.06.2011, 21:49

Liebe Claudia 7 !

Auch ich möchte Dir mein Beileid zum Verlust Deiner Schwester ausdrücken !

Es ist sehr lobenswert von Dir das Du Deine Familie besonders Deine Mama unterstützen willst. Du kannst aber nicht Ihren Schmerz nehmen so wie sie Dir nicht Deinen abnehmen kann.

Du trauerst um Deine geliebte Schwester,träumst von Ihr das ist Dein eigener Weg mit dem Verlust umzugehen,aber Du versuchst vor deiner Mama stark zu sein.

Als ich meine Sohn verloren hatte,glauben seine Brüder noch immer stark sein zu müssen,manchmal reden sie von Christian als wäre er noch da,ich befürchte das Du die Trauer irgendwie versuchst zu unterdrücken,aber es steht Dir zu Deinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und diese werden noch sehr oft in verschiedene Emotionsstadien wechseln .
Wo Du jetzt keine Wut verspürst weil das Vermissen an erster stelle steht,kann es morgen wieder anders sein .

es tut mir so leid,das Deine Schwester so einen schweren Weg gehen musste,aber sie wird im Herzen immer bei Dir sein. Alles Liebe Chrisu :24:
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Regenbogen

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Beiträge: 439

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Geburtstag: 24.12.1967 (46)

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14

08.06.2011, 22:23

Hallo Claudia,

nachträglich auch von mir ein herzliches Beileid zum Abbleben deiner Schwester.

Ich habe meinen Mann und Vater unseres Sohnes auch durch Krebs verloren. Ich kenne viele deiner Schilderungen nur allzugut. Ich wusste nicht, dass mein Mann unheilbar krank war. Anders wieder hätte ich ihm nicht das Leben absprechen wollen.

Mein Mann war ein toller Familienvater und hat für uns alles getan. Als wir dann einen selbständigen großen Sohn hatten, musste er uns verlassen.

Du hast deine Schwester noch am Sterbebett besucht und ich bin der Meinung, selbst wenn sie, so wie die Ärzte meinen, nicht mehr "da" war, hat sie wohl mitbekommen, dass du da warst. Bei uns war es so, dass mein Mann angeblich auch nichts mehr mitbekommen hat (laut Ärzte) und als mein Sohn fragte, ob er uns lieb habe, nickte er eindeutig ja. Sonst war er nicht ansprechbar. Ich hatte auch den Eindruck, dass mein Mann auf uns wartete, damit er gehen kann.

Ich bin zeitweise auch richtig traurig, weil mein Mann uns verlassen musste, obwohl er ein herzensguter Mensch war und niemanden etwas zu Leide getan hat. Die Frage WARUM gibt keine Antwort und man grübelt nur noch mehr darüber nach.

Hier im Forum haben alle ein offenes Ohr für dich; für deine Schwächen und Trauer, weil wir wissen was es heißt einen geliebten Menschen zu verlieren.

Lg
Regenbogen :30:
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Claudia7

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15

11.06.2011, 18:20

Hallo Regenbogen!

Schön das du dich bei mir meldest. Es tut gut mit jemanden zu reden, der ähnliches hat ertragen müssen und noch ertragen muss.

Manchmal habe ich das Gefühl, ich wache jetzt auf und es ist wieder alles so, wie es einmal war. Aber die Realität sieht leider ander aus. ;(
Ich denke eigentlich immer an sie. Auch an den Rest meiner Familie und Freunde. Seit ich es erleben musste, wie Manu Tag für Tag kämpfte und
es einfach tapfer durchstand, weiß ich, dass das Leben aus den kleinen Dingen besteht.

Es ist nicht wichtig, wie viel Luxus man hat aber es wichtig Menschen in seinem Leben zu haben, die immer da sind. Auf die man bauen kann, denen man vertrauen kann. Das schöne an unserer Familie ist, dass wir ohne lange zu überlegen, uns gegenseitig in jeder Weise unterstützen. Unsere eigenen Bedürfnisse stellen wir in schweren Situationen hinten an, um für den anderen da zu sein.
Das haben wir auch für Manu gemacht und ich bin heute froh, dass wir sie nach der Diagnose noch so lange hatten. Anfangs ging es ihr noch recht gut (den Umständen entsprechend gut) und wir haben noch viel gemeinsam erlebt und gemacht. Ich hatte auch den glücklichen Moment ihr sagen zu können, wie gern ich sie habe. Wie dankbar ich für die vielen Momente ich bin, die ich mit ihr gemeinsam hatte.
Sie war 20 Jahre älter und dadurch hat sie mich, und natürlich auch meinen Bruder, oft mit auf Kurzurlaub genommen. Das waren immer schöne Tage, an die ich mich heute gern erinnere.

Ich erinnere mich auch jeden Tag an ihre letzten Stunden, das läuft dann immer wie ein Film in mir ab. Aber ich bin froh, dass ich mich verabschieden konnte. Ich habe ich noch gesagt, dass sie loslassen darf, und dass sie von den Schmerzen erlöst sein wird. In dem Moment hatte ich das Gefühl sie würde mich verstehen.

Ich weiß, ich werde so schnell keine Anwort auf die Frage WARUM bekommen. Ich versuche auch oft aus diesem - ich nenne es mal so - Kreisverkehr raus zu fahren, aber es gelingt mir nicht immer. Ich hoffe aber trotzdem, dass ich für mich mal eine Antwort bekomme, es vielleicht einmal zu verstehen.

Wie alt war dein Mann, als er dich verlassen musste? Wie lang hattet ihr noch Zeit miteinander, nach dem ihr die Diagnose erfahren habt? Ich würde gerne deine Geschichte hören, wenn du sie mir erzählen möchtest.

LG
Claudia
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Claudia7

Neues Mitglied

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16

11.06.2011, 18:33

Hallo Crisu!

Ich kann es nur all zu gut verstehen, wie sich deine Kinder verhalten haben. Ich mache das gleiche gerade durch. Es fällt nicht leicht über Manu zu sprechen, als wäre sie noch hier. Hier im Forum kann ich dass, aber mit meiner Familie schaffe ich es nicht. Wobei ich merke, dass es uns allen auf dem Herzen brennt. Aber wir schaffen es einfach nicht.

Ich hoffe dennoch, dass die Zeit dazu bald kommt, mit meiner Mama und meinen Bruder offen darüber sprechen zu können. Auch über die letzten Tage und Stunden. Wenn ich weiß wie sie fühlen, dann fühle ich mich nicht mehr so alleine. Aber es fällt einfach so schwer. Ich denke dass der Trauerprozess für mich auch noch ein Lernprozess ist. Ich habe manchmal dass Gefühl, es wäre falsch zu zeigen, wie es in mir drinnen aussieht. Ich habe Angst davor, dass ich anderen damit auf die Nerven gehe oder sie "abschrecke".

Manu ist der erste Mensch in meinen Leben denn ich gehen lassen musste. Ich wurde (Gott sein Dank) davor erst einmal mit dem Tod konfrontiert und da war ich erst 8. Jahre alt. Ich war mir immer bewusst, dass sie vor mir sterben wird, aber ich habe gehofft sie noch lange zu haben. Sie wollte immer Taufpate meiner Kinder sein ... dazu kam es nicht mehr. Manu wäre eine gute Tante gewesen.

Lg Claudia
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Melinda25

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17

11.06.2011, 21:07

Hallo Claudia!

Nachträglich auch von mir, mein herzlichest Beileid zum Verlust deiner Schwester! Mein Vater starb als ich 22 Jahre war, jetzt werde ich 26 und für mich war es auch das erste Mal, dass jemand gestorben ist. Als meine Oma starb war ich noch ganz klein, ich glaub 6 Jahre, da hab ich das noch nicht so mitbekommen. Leider konnte ich mich von meinem Papa nicht verabschieden.

Es tut mir sehr leid, dass deine Schwester vorausgehen musste. *umarm*

Ich wünsch dir ganz viel Kraft!

Liebe Grüße!

Melinda
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Claudia7

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18

07.09.2011, 18:33

Hallo alle zusammen!

Ich habe mich wohl lange nicht gemeldet, aber auch nur die wenigen Beiträge haben mir in meiner Trauerarbeit viel geholfen.

Allen ein GROSSES :2:

Jetzt jährt sich der Todestag meiner geliebten Schwester das erste mal. Am 19.09. Und ich habe wieder den Tag in Erinnerung als sie starb. Ich /Wir hatten ja das Glück in den letzten Stunden und Minuten bei ihr zu sein. Ich konnte mich quasi noch von ihr verabschieden und ihr sagen, dass sie loslassen soll, dass sie darf. Sie war so tapfer, hat so lange gekämpft. Ich frage mich heute oft, wie sie diesen Schmerz hat tragen können. Ich bewundere sie so sehr. Und doch kann ich es ihr nicht mehr sagen.

Der Schmerz ist nach wie vor da, aber ich habe das Gefühl als könne ich ihn langsam leichter tragen. Ich denke jeden Tag an sie, vorallem wenn im Radio diverse Lieder sind, die unsere gemeinsamen Lieder waren bzw. die viele meiner Gefühle wiedergeben.

Ich hoffe doch euch geht es soweit gut und ich bin froh mich hier angemeldet zu haben. Leider bin ich nicht regelmäßig hier, da ich im April Job gewechselt habe und es dort oft sehr turbulent zu geht, bin ich zu hause froh nicht mehr am PC sitzen zu müssen. Aber ich werde mich bestimmt wieder bei euch melden und freue mich auf eure Beiträge/Fragen etc.

VLG

eure momantan sehr positiv gestimmte Claudia :8:

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Markus

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Beiträge: 839

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Geburtstag: 26.03.1972 (42)

Wohnort: Innsbruck

Beruf: Thanatologe & Trauerpädagoge

19

07.09.2011, 18:45

Liebe Claudia,

vielen lieben Dank für Deine Zeilen! Schön, dass Du uns nicht vergessen hast und noch viel schöner, dass es Dir trotz Schmerzen besser geht und Du offenbar den Trauerschmerz als Verbindung zu Deiner Schwester erlebst und ihn so nehmen kannst!

Alles Liebe und viel Kraft für den 19.!

Markus

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Claudia7 (07.09.2011)

Claudia7

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07.09.2011, 18:46

Hallo Melinda!

Es tut mir leid, dass dein Vater gestorben ist. Darf ich fragen, was ihn aus dem Leben gerissen hat? Möchtest du mir mehr erzählen. Es würde mich interessieren.

Danke auch für deine netten Worte. Ich bin jetzt 24 und vor einem Jahr hab ich meine Schwester verloren, wobei ich schon vor 2 Jahren wusste, dass sie gehen muss. Wir haben im Herbst 2009 erfahren, dass sie unheilbaren Krebs hat. Sie war sehr tapfer und kämpfte ein Jahr. War immer positiv gestimmt, bis auf das letzte Telefonat. Da hat sie sehr geweint und meinte, dass sie nicht mehr kämpfen kann und auch nicht mag. Ich hab ihr gesagt, es wäre in Ordnung. Sie war nur traurig. Sie wusste wahrscheinlich, dass der letzte Tag naht...

Wie du in meine vorigen Beitrag lesen kannst, hab ich mich noch verabschieden können. Sie hat mich zwar nicht mehr wahrgenommen - zumindest konnte sie mir keine Antwort mehr geben, da das Morphium schon so stark eingestellt war - aber ich sagte ihr noch mal, wie lieb ich sie habe. Es war einerseits mein schlimmster Moment im Leben aber andereseits bin ich so dankbar, sie noch mal drücken zu dürfen. Und ich wusste, es ist vorbei. Es war ein trüber Tag und als sie endlich eingeschlafen war, schien die Sonne und die Vögel zwitscherten. Man hatte das Gefühl, als wäre sie glücklich nach Hause gegangen. Aber ich habe den Tag in Trance erlebt - ich war so stark - konnte nicht richtig weinen - wollte nur für meinen Bruder und meine Mama da sein. Sie haben mich gebraucht...

Wow ... es ist sehr schwierig sich dass von der Seele zu schreiben, aber es erleichtert etwas. Ich hoffe ich schreibe nachvollziehbar. Wenn meine Gedanken kreisen, dann schreib ich einfach drauf los :S

Also ich wüsche dir/euch noch einen schönen Abend.

VLG
Claudia :)

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Christine (11.09.2011)