Ich bin letztens auf einen interessanten Artikel gestoßen. Am-Sonntag.de titelte mit „Werbung für den Totengräber“. Mit der Botschaft „Wir sind allzeit für Sie bereit!“ warnt das Unternehmen an der unfallträchtigsten Kreuzung in der Umgebung auf sehr drastische Art und Weise. Nebenbei ist dieses Mahnmal gegen das Rasen eine tolle Werbeidee. Das fanden jedenfalls die Schärdinger.
Wie ist das aber nun mit dem Werben in der Bestattungsbranche? Sicher ein Unterfangen, welches viel Kreativität und Fingerspitzengefühl erfordert. Sehr rasch wird man in eine Schublade geschoben und als Pietätlos bezeichnet. Es ist aber in dieser Branche wie in jeder anderen. Es werden laufend neue Unternehmen gegründet und der Konkurrenzdruck wächst. Allerdings handelt es sich um einen Verdrängungswettbewerb. Die Sterbezahlen in Österreich sind stabil. Der Markt wird also durch Neugründungen kleiner. Werbung wird so zur Existenzgrundlage.
Es stellt sich aber in dieser Branche mehr als in jeder anderen die Frage nach den Grenzen. In diesem ganz besonderen Fall werden Menschen gewarnt, die selbst nicht über genügend Eigenverantwortung verfügen und sich und andere gefährden. Die Kampagne erfüllt also einen Doppelnutzen. Ähnlich sahen das die Schärdinger. „Es ist ganz gut, mal vom Gas zu gehen oder einfach richtig zu schauen.“ Recht so. Ich meine, der Bestatter hat eine Möglichkeit aufgezeigt, wie innerhalb der Branche mit dem Thema Werbung umgegangen werden kann. Leider dauerte die Aktion nur drei Wochen. Raser (Menschen) vergessen schnell.
Kommentar von Jörg Bauer
Quelle: http://www.am-sonntag.de/aktuelles/artikel.php?cid=29-26974926&RessLang=LOKALES&BNR=0




