Neu im Kino: "Atmen" von Karl Markovics

/309248_10150331290851310_277241126309_8034211_1158361066_n.jpgMeine Anfangsidee war banal“, erläutert Drehbuchautor und Regisseur Karl Markovics in einem Interview mit Karin Schiefer sein Film-Debut „Atem“, der dieses Wochenende, am 30. September, in den österreichischen Kinos anläuft:

295873_247558981944139_233433210023383_778058_6090745_n.jpgAlle Drehbuchideen fangen bei mir mit einem Bild an. Im Fall von „Atmen“ war das ein Wohnzimmer mit der Leiche einer alten Frau, die bäuchlings auf dem Boden liegt. Aus diesem ersten Bild, entwickelte sich die Neugier, einen Film über Bestatter zu machen. Ich wollte eine sehr beiläufige, alltägliche Geschichte über Menschen erzählen, die als Dienstleister mit dem Tod umgehen müssen. Das allein war natürlich noch keine Geschichte und deshalb prädestiniert dazu, wie viele meiner Drehbuch-Ideen zu enden – in der Schublade, ohne dass etwas damit passiert. Aber nach einiger Zeit erschien ein junger Mann in meinem Kopf und wollte in der Geschichte mitspielen. Es war ein Pirandello-Erlebnis, wie im Stück „Sechs Personen suchen einen Autor“ – das meine ich, wenn ich sage, wie stark eine Geschichte ihr Recht einfordern kann."

Der junge Mann, der in Markovics Kopf auftaucht, bekommt den Namen "Roman Kogler" und steht kurz vor seiner möglichen vorzeitigen Haftentlassung aus der Jugendstrafanstalt. Doch Roman hat schlechte Karten - verschlossen, einzelgängerisch, ohne familiären Anschluss, scheint er für eine Sozialisierung unfähig. Ausgerechnet der Freigängerjob bei einem Bestattungsunternehmen führt Roman über den Umweg Tod zurück ins Leben.

stories/297914_10150331292471310_277241126309_8034251_567322008_n.jpg"Es geht um einen jungen Menschen, der aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Leben seine Bedürfnisse auf ein Minimum beschränkt hat. Erst nach und nach entwickelt dieser Mensch ein Gefühl für Bedürfnisse und Erwartungen, ja überhaupt erst ein Gefühl für das Leben“, beschreibt Markovics seine Figur und erfgänzt: „Es ging um den Prozess einer Bewusstwerdung – das Leben ist das Leben und solange ich atme, kann ich etwas tun, danach nicht mehr.“

Eine Erkenntnis - so banal sie auch sein mag - sie ist uns allen oft zu wenig bewusst. Markovics Filmdebut wurde in Cannes in der Kategorie "Qinzaine" als bester europäischer Film 2011 prämiert und ist sicher sehenswert.

Quelle/Link:

www.atmen-der-film.at

Hier gehts zum Trailer:

www.youtube.com/watch?v=FXpY3VEJ69A&feature=player_embedded



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