Immer wieder werden bei größeren Katastrophen in sehr kurzer Zeit Stimmen laut, die behaupten, dass die Seuchengefahr gegeben sei, wenn die Leichen nicht bald weggeräumt oder bestattet werden. Noch immer hält sich dieser Mythos hartnäckig, obwohl bereits mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass von einem verstorbenen Menschen, der durch einen Unfall um das Leben gekommen ist, keine Infektionsgefahr ausgeht. Auch im Zuge der Verwesung gibt es keine erhöhte Infektionsgefahr für die Umgebung.
Der Bundesarzt der Malteser, Dr. Löb sagt in einem Interview: „Eine Verbreitung von Krankheiten droht durch verunreinigtes Trinkwasser, jedoch nicht durch Leichen. Die Menschen sind durch Traumen gestorben, nicht an Infektionen. Keine wissenschaftliche Studie derzeit spricht für eine erhöhte Gefahr durch Leichen!".
Bereits im Jahre 2004 hatte Dr. Morgan von London School of Hygene and Tropical Medicine darauf hingewiesen, dass auch in Experimenten über überlebende Personen von Naturkatastrophen keine erhöhte Infektionsgefahr ausgeht. Grundsätzlich sterben mit dem Tod auch die relevanten Keime mit zunehmender Zeit ab. So könnte man sogar postulieren, dass je weiter die Verwesung des Körpers fortgeschritten ist, umso geringer ist eine potentielle Bedrohung durch Krankheitserreger. Eine schnelle Bestattung, vielleicht sogar in einem Massengrab ohne eine richtige Identifizierung und ohne die Möglichkeit sich zu verabschieden verstärkt das Leid der Hinterbliebenen. Trotzdem ist der Anblick von vielen verstorbenen Menschen in unwürdigen Situationen auch demoralisierend und schwierig zu ertragen. Hier ergeht ganz klar auch die Forderung nach richtigem „Body-Handling“, wie die Verstorbenenbergung nach Katastrophen genannt wird an die entsprechenden Helfersysteme.
“Es ist wichtig, dass verstorbene Personen entsprechend geborgen, gelagert und im Idealfall auch einem Identifizierungs- und Abschiedsprozess durch die Angehörigen zugeführt werden“, so Dr. Markus Ploner, Geschäftsführer der TrauerHilfe und Thanatopraktiker. „Die Einbalsamierung kann hier wertvolle Dienste leisten!“ Leider ist es sowohl beim Todesfall in der Familie, als auch beim Großschaden immer noch so, dass die Toten keine Lobby haben und die Interessen und unreflektierten Befürchtungen von bestimmten Gruppen handlungsleitend sind.
Ein wirkliches Problem bei Katastrophen ist stets die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, dem aber die internationalen Helferteams stets Rechnung tragen. Drum helfen auch wir helfen. Sie finden rechts oben auf dem Banner die Daten von "Nachbar in Not".
Für Aspetos
Dr. Markus Ploner




