Was für alle Eltern der Albtraum schlechthin ist, geschieht doch jeden Tag sehr oft auf der Welt – ein Baby stirbt! Die Säuglingssterblichkeit hat vor allem in den mitteleuropäischen Industriestaaten dank hervorragender medizinischer Betreuung für Mutter und Kind stark abgenommen und trotzdem passiert es immer wieder.
Im Jahre 1987 musste im nördlichen Londoner Stadtteil Edmonton Familie B. diese schreckliche Erfahrung machen. Als der Sohn stirbt, sehen sie sich mit der Diagnose „Plötzlicher Kindstod“ konfrontiert , doch sie beginnen daran zu zweifeln. Und da es in England keine offizielle Bestattungsfrist gibt, lassen sie ihren Sohn nicht bestatten. Seit über 20 Jahren kämpft die Familie gegen die vermeintliche Fehldiagnose an, doch die Behörde hat nun verfügt, dass Christopher bestattet werden muss.Christopher wurde im Alter von vier Monaten im North Middlesex Hospital gegen verschiedene Krankheiten geimpft. Sein Vater berichtete dem britischen Guardian, dass sein Sohn bis zur Impfung ein gesundes, sehr interessiertes, aufgewecktes und fröhliches Kind gewesen sei. Am Tag der Impfung war Christopher dann lethargisch und hat sich im Spital bereits übergeben. Trotzdem schickte man die Eltern mit dem Kleinen nach Hause. Zuhause legten diese ihn früh ins Bettchen und als sie später nach ihm schauten, war Christopher verändert. Sein Vater erzählt, dass die Händchen verkrampft gewesen waren. „Er war nicht weich wie ein Baby, sondern steif und ihm ist Blut aus der Nase gelaufen“, erzählt der Vater.
Laut Times und Guardian hat der Gerichtsmediziner, der den Leichnam von Christopher untersucht hat, einen „Plötzlichen Kindstod“ diagnostiziert. Die Eltern hingegen glauben, dass ihr Sohn an einem „vergifteten“ Impfstoff verstorben ist.
Die Eltern weigerten sich damals, den Totenschein zu unterzeichnen und Christophers Bestattung zu veranlassen. Jetzt liegt Christopher seit über 20 Jahren gefroren in der Kühlung eines Londoner Bestattungsinstituts. Seine Eltern bezahlen umgerechnet 19.- Euro pro Woche dafür. Mittlerweile ist auch die Ehe der B.´s unter dem großen Druck zerbrochen.
Die Times schreibt, dass die Behörde nun die Eltern aufgefordert hat, ihr Kind bestatten zu lassen, ansonsten wolle sie die Bestattung behördlich anordnen. Die Eltern von Christopher, beide mittlerweile über 60 Jahre alt, wollen aber nicht klein beigeben, sondern notfalls bis zum Höchstgericht gehen.
Obwohl die fehlende Bestattungsfrist einige Vorteile bietet, die vor allem in der möglichen längeren Vorbereitung auf die Trauerfeier zu sehen sind, gibt es diese Fälle in England immer wieder. Als ich dort in einem Bestattungsinstitut gearbeitet habe, hatten wir zwei Verstorbene bereits über ein Jahr in der Kühlung, weil sich die Angehörigen nicht einigen konnten, ob eine Erd- oder eine Feuerbestattung stattfinden soll.





