In den letzten Jahren ist ein merkbarer Wandel in den religiösen Weltanschauungen und auch in der Wahl der Bestattungsformen spürbar. Immer mehr Menschen wünschen sich moderne Riten und neue individuellere Möglichkeiten der Aschenbeisetzung.
In Österreich und Deutschland war über Jahrhunderte die Erdbestattung üblich, welche sich an der biblisch beschriebenen Grablegung Jesu orientierte. Die Ritualik wurde durch den katholischen oder evangelischen Trauergottesdienst beziehungsweise den katholischen Einsegnungs- und den evangelischen Aussegnungsritus vorgegeben. Wer kein christliches Begräbnis wollte, hatte die Möglichkeit einen weltanschaulich neutralen Trauerredner zu beauftragen. Und dann war es aber meist schon vorbei mit den Angeboten an alternativer Gestaltung. Im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Bestatter in Düsseldorf hatten die Meinungsforscher von TNS-Emnid im Februar und März diesen Jahres insgesamt 1001 Personen zu ihren Vostellungen und Bestattungswünschen befragt:
An ein Weiterleben der Seele glauben laut der Umfrage nur mehr 25 Prozent. 27 Prozent der Befragten antworteten auf die Frage «Was kommt nach dem Tod?» mit «Nichts». Jeder Fünfte gab an, keine Vorstellung davon zu haben, was nach dem Ableben komme.
1964 wurde im katholischen Kirchenrecht das Verbot der Feuerbestattung aufgehoben, die Kirche propagiert aber nach wie vor die Erdbestattung nach dem neutestamentarischen Vorbild.
Die Lösung oder Lockerung der Bindung an die christlichen Kirchen, deren Ideologien, Regeln und Empfehlungen hat auch Konsequenzen für die Wahl der Bestattungsformen, denn man hält sich auch als Mitglied nicht mehr automatisch an das, was die Kirche empfiehlt. Demnach wollen immer mehr Menschen nach dem Tod eingeäschert werden:
Während laut der deutschen Studie aus dem Jahr 2008 39 Prozent eine Einäscherung wünschten, sind es 2011 bereits 48 Prozent der Befragten. Eine klassische Beerdigung in einem Sarg wollen heute nur noch 28 Prozent, 2008 waren es immerhin noch 33 Prozent. 12 Prozent überlassen die Entscheidung zwischen Feuer- oder Erdbestattung den Hinterbliebenen. 7 Prozent der Befragten möchten ihren Körper der medizinischen Forschung zur Verfügung stellen.
Eine zwischen 2007 und 2009 durchgeführte österreichische Online-Befragung von 514 Personen via www.begraebnis.at ergab, dass 68 Prozent der Befragten eine Feuerbestattung einer Erdbestattung vorziehen und nur mehr 20 Prozent zu einer Urnenbeisetzung am Friedhof tendieren. 32 Prozent wünschen sich alternative Bestattungsmöglichkeiten, wie die Beisetzung unter einem Baum, das Verstreuen der Asche in der Natur oder eine Seebestattung. 11 Prozent möchten die Urne mit nach Hause nehmen. 3 Prozent möchten ihren Leichnam der Anatomie zur Verfügung stellen und lediglich 2 Prozent der Befragten ist es völlig egal, was mit ihrem Körper nach dem Tod geschieht.
Quellen:




