„Wenn ich einmal wieder zurückgekehrt bin, ... welches Gesetz könnte dann die Staatsbürger davon abhalten, mich zum Kaiser zu wählen?“, meinte Otto von Habsburg im Jahr 1958 in einem Interview mit der Pariser Illustrierten "Paris Match".
Kronprinz Otto von Habsburg ist nie Kaiser geworden, allerdings ist er zeitlebens Monarchist geblieben und hat offensichtlich Vorsorge dafür getroffen, dass wenigstens sein Abgang ein „kaiserlicher“ wird. Und so schreitet Otto von Österreich auch pompös aus dieser Welt, wodurch die Monarchie noch einmal kurz aufleben darf.
Letzte Wege und Stationen
5 Vom 7. bis zum 9. Juli wird der Leichnam Ottos von Habsburg in der Kirche St. Ulrich in seinem Wohn- und Sterbeort in Pöcking am Starnberger See aufgebahrt.
4 Am 11. Juli wird ein Requiem in der Theatinerkirche in München gefeiert.
3 Am 12. Juli werden Otto und seine im vergangenen Jahr verstorbene Frau Regina in der Basilika von Mariazell aufgebahrt, wo am 13. Juli ein Requiem für die beiden gefeiert wird.
2 Am 14. Juli werden Otto und Regina in die Kapuzinerkirche nach Wien überführt und bleiben dort bis zum 15. Juli aufgebahrt.
1 Am 16. Juli findet ein Requiem im Stephansdom statt. Anschließend werden Otto und Regina in einem feierlichen Kondukt durch die Wiener Innenstadt zur Beisetzung in die Kapuzinergruft begleitet.
0 Die Beisetzung der Urne mit dem Herzen Ottos erfolgt am 17. Juli in der ungarischen Benediktiner-Abtei Pannonhalma.
In einem Interview vom 7. September 1990 mit der ZEIT meinte Otto von Habsburg: "Man muss den Mut haben, ein Anachronismus zu sein, nämlich dann, wenn höhere Interessen wichtiger sind als das eigene Überleben." - Genau so wirkt jedenfalls das Programm seiner Abschiedsfeierlichkeiten. Verwirrend ist zudem auf den ersten Blick, dass man Ottos Frau Regina zur gemeinsamen Aufbahrung nochmals aus der Gruft holt. Aber: Warum auch nicht? Eigentlich eine schöne Geste, wenn ohnedies eine Überführung ansteht. Schon eher bizarr: Die Bestattung von Ottos Herz in Ungarn. Aber vielleicht muss man auch das durch die Brille der Monarchie sehen und wahrscheinlich braucht Österreich diesen Pomp mit der bizarren Habsburger-Tradition der Herzbeisetzung sogar, weil mit Otto erst jetzt auch die Monarchie endgültig zu Grabe getragen werden kann.
Demnächst auf aspetos.at zu lesen: Informationen und Hintergründe über die Geschichte der Herzbestattung
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