Obwohl ihre Mutter bereits im Dezember beerdigt wurde, erhielt eine Familie nun ein Schreiben der Anatomie Innsbruck, das die Verstorbene zum wiederholten Male freigab. Die Frau hatte ihren Körper nach dem Tod der Anatomie vermacht; jetzt wurde sie am vergangenen Dienstag schon zum zweiten Mal der Bestattung übergeben.
Die ratlose Familie wandte sich an Dr. Markus Ploner, den Geschäftsführer der Trauerhilfe Bestattungen in Tirol. Für ihn ist diese Begebenheit einmalig: "Bereits im Dezember wurde die Frau von der Anatomie zur Beisetzung freigegeben. Im März hat die Familie wieder einen Brief bekommen, in dem steht, dass die Mutter zur Beisetzung freigegeben worden wäre", berichtet Markus Ploner. "Die Familie hat dann aufgrund der Ungewissheit wieder ein Bestattungsinstitut mit der Abholung der Verstorbenen beauftragt. Diese Abholung hat stattgefunden und so haben wir die Verstorbene tatsächlich zweimal."
Zur Klärung der Frage, wer nun die zweite Verstorbene ist und wessen Asche vor drei Monaten im Familiengrab beigesetzt wurde, leitete die Anatomie interne Untersuchungen ein. Über das Ergebnis dieser Ermittlungen weiß Helga Fritsch, Direktorin der Anatomie, bescheid. Sie versichert in einer schriftlichen Stellungnahme, der Leichnam sei im Dezember ordnungsgemäß übergeben worden. Die neuerliche Zusendung bezeichnet sie als "unglückliche Verkettung administrativer Umstände". Im persönlichen Gespräch mit den Angehörigen habe man die Situation klären können.
Fraglich bleibt dagegen nach wie vor, wessen Leiche sich im zweiten Sarg befindet. – Die Anatomie gab darüber keine Informationen preis, weshalb sich die Staatsanwaltschaft einschaltete und Beamte des Landeskriminalamtes mit der Aufklärung betraute.
Für ASPETOS: Florian Gostner




