Wien (OTS) – Letzte Woche erfolgte die Versetzung von "Erinnerungssteinen" vor dem Stadterneuerungsprojekt Wien 2. Eine Aktion die von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses initiiert wurde.
Das ehemalige Zinshaus in Wien Leopoldstadt zählte noch vor wenigen Jahren, durch seinen katastrophalen baulichen Zustand, zu den berüchtigsten "Problemhäusern" Wiens. Erst nach Ankauf durch den gemeinnützigen Bauträger GEWOG gelang es aus dieser Liegenschaft durch ein ambitioniertes Neubauprojekt wieder lebenswerten Wohnraum zu schaffen.
Doch nicht nur die bauliche Geschichte der Liegenschaft ist mit solchen dunklen Kapiteln verbunden, sondern weit mehr die noch die Geschichte jener jüdischer Bewohnerinnen und Bewohner, die während der Zeit des Nationalsozialismus in diesem ehemaligen Zinshaus in sogenannten Sammelwohnungen unter schrecklichen Bedingungen untergebracht wurden. Eine Durchgangsstation, die für viele in Deportation und Ermordung endete.
Die neuen Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnhauses Große Stadtgut-Gasse wurden hier initiativ und so wurden zwei Gedenksteine gemeinsam von den Hausbewohner/innen und dem Bauträger GEWOG finanziert. Die Inschriften auf den Steinen lauten: "Zum Gedenken an die 19 jüdischen Frauen und Männer, die hier gelebt haben und von den Nazis deportiert und ermordet worden sind".
Diese "Steine der Erinnerung", die vor dem Haus im Gehsteig eingelassen wurden, gehen auf ein Projekt zurück, das Frau Elisabeth Ben David-Hindler in Wien initiiert hat. Elisabeth Ben David-Hindler: "Für viele Angehörige von jüdischen Opfern des Holocaust haben diese Erinnerungssteine eine ganz wesentliche Funktion in ihrem Gedenken an ihre Familienmitglieder."
Quelle: ots.at – GEWOG




