Ist die Nutzung von Kremationsenergie pietaetlos?

images/stories/News/dsc00088.jpg

"Bestattung Wien heizt neue Zentrale mit Leichen", titelt die Kronen-Zeitung. Keine Frage, dass das für Unmut in der Bevölkerung sorgt. Eine Straßenbefragung eines Radiosenders ergab, dass viele Befragte die Nutzung von Kremationsenergie "pietätlos" oder gar "eklig" empfinden. Dabei ist die Nutzung der Energie aus dem Krematorium nach Expertenmeinung nicht nur ethisch vertretbar, sondern auch umweltfreundlich.

"Die Bestattung Wien wird ihre neue Zentrale tatsächlich mit der Energie aus dem Krematorium heizen und wir finden das gut so. Das Krematorium der IKB in Innsbruck lässt die Verbrennungsenergie seit 1995 nicht ungenutzt.", so Dr. Christine Pernlochner-Kügler, Chefredakteurin bei ASPETOS.

"Eklig" ist an der Nutzung von Verbrennungsenergie gar nichts. Es ist nicht so, dass "mit Verstorbenen geheizt wird", wie die Kronenzeitung fälschlicherweise suggeriert. Und so kommen auch keine "Verstorbenen in Heizsysteme". Verstorbene werden auch nicht zur Warmwasser-Erzeugung verwendet. "Das ist Unsinn und erzeugt Phantasien, die der Realität nicht entsprechen", so Pernlochner-Kügler.

Krematorien können mit verschiedenen Rohstoffen beheizt werden, in Österreich werden moderne Kremationsöfen mit Erdgas beheizt. Der tote Mensch ist selbst also kein "Heizmaterial", es ist ein Rohstoff nötig, um im Kremationsofen Temperaturen zwischen 800 und 1100 Grad zu erzeugen. Das ist die Hitze, die notwendig ist, damit sich Sarg und Leichnam entzünden können und der Verbrennungsprozess funktioniert. Die organischen menschlichen Überreste - das ist ein Knochengranulat, auch "Asche" genannt - werden in eine Aschenkapsel oder Urne abgefüllt. Die bei der Verbrennung entstehenden Schadstoffe werden durch modernste Anlagen herausgefiltert. Was aus dem Kamin eines modernen Krematoriums kommt, ist lediglich Wasserdampf.

Die durch Gas erzeugte Abwärme des Ofens, die direkt also auch nichts mit dem Leichnam zu tun hat, kann man weiternutzen. "Eklig" sind also weder der Wasserdampf aus dem Kamin eines Krematoriums noch die Abwärme des Ofens.

Zum Thema "Pietät":

Pietät stammt vom lateinischen Wort "pieta" und bedeutet "Respekt den Toten gegenüber."

Pietätloses Verhalten einem Leichnam gegenüber wäre es, ihn "respektlos" zu behandeln. "Erdbestattung oder Feuerbestattung sind selbst weder "pietätlos" noch "pietätvoll". Es sind einfach die Bestattungsformen unserer Kultur. Pietätlos ist allenfalls die respektlose Behandlung eines Verstorbenen im Rahmen der Erd- oder Feuerbestattung", betont Pernlochner-Kügler. Die modernen Krematorien in Österreich sind allerdings so gestaltet, dass sie dem "letzten Weg" eines Menschen sehr wohl einen respektvollen Rahmen geben, sie sind keine "Entsorgungsanlagen"!

Und die Mitarbeiter in den Krematorien gehen selbstverständlich respektvoll mit den Verstorbenen um.

Allein die Tatsache, dass der Verstorbene ja nicht der Rohstoff oder das Heizmaterial ist, das die Abwärme erzeugt, erübrigt die Diskussion über die "Pietät": "Durch Rohstoff erzeugte Abwärme ist nicht respektlos."

Zum Thema Ethik:
Die Grundfrage der Ethik kann im Satz "Was soll man tun?" zusammengefasst werden. Soll man also - im konkreten Fall - durch Gas erzeugte Abwärme weiternutzen oder nicht? Was spricht dagegen? - Nichts!

Warum soll man es nicht tun? Es ist nicht pietätlos oder unethisch, sofern Verstorbene während der Abläufe im Krematorium respektvoll behandelt werden. Und davon ist auszugehen.

Ethik stellt sich auch die Frage nach dem Nutzen: Grundlage für die ethische Bewertung einer Handlung ist das Nützlichkeitsprinzip, das man in folgender Forderung zusammenfassen kann: "Handle so, dass das größtmögliche Maß an Nutzen oder Glück entsteht!" Wem schadet eine Handlung und wem nützt sie? Nützt sie mehr oder schadet sie mehr?

Was die Weiterverwendung von Kremationsabwärme angeht, so ist klar, dass es niemandem schadet, weder dem Verstorbenen, noch den Lebenden. Dafür gibt es aber einen enormen Nutzen: Energie wird genutzt und nicht verschwendet iIm Sinne der Umweltethik und im Sinne der Wirtschaftsethik könnte man sogar argumentieren, dass es ethischer ist, mit Energie sparsam umzugehen ;sie also zu nutzen und sie nicht zu verschwenden.

Link:

Pietät ist ... Leichen-Ethik für den Alltag

http://www.aspetos.at/news/index.php/bestattungsformen/560-pietaet-ist-leichen-ethik-fuer-den-alltag

Quelle:

http://www.krone.at/Oesterreich/Bestattung_Wien_heizt_neue_Zentrale_mit_Leichen-Zuendende_Idee-Story-240424





Termine Österreich

Wien

Meditative Tänze der Trauer und des Trostes

Trauertänze sind eine Ausdrucksmöglichkeit bei Veränderungen, Trauer oder Verlust. Die fließenden Bewegungen dieser einfachen Kreistänze können in schwierigen Lebenssituationen zur Lösung und Heilung beitragen..

Termine 2012: 19. April., 24. Mai., 28. Juni.

jeweils 19.30 - 20:30 Uhr Stephansplatz 6, Stiege 1/6. Stock, 1010 Wien

– keine tänzerischen Erfahrungen erforderlich –

Um einen freiwilligen Unkostenbeitrag von € 6,--/Abend wird gebeten!

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Allgemein

Feriencamps für Kinder in stürmischen Zeiten

RAINBOWS Feriencamp für trauernde Kinder im Sommer 2012:

Die Kosten von 310€ beinhalten Unterkunft mit Vollpension und „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“.

Anmeldungen und weitere Informationen:

RAINBOWS-Österreich, Theodor-Körner Straße 182, 8010 Graz, Tel: 0316/688670, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , www.rainbows.at


Niederösterreich

7. Trauerwandertag

von Altruppersdorf nach Poysdorf

Samstag 14. April. 2012, 15 Uhr, Treffpunkt: Lourdesgrotte in Altruppersdorf

Weitere Infos und Anmeldung zu diesem kostenlosen Angebot: Trauerwandertag Detailinfos (PDF)


Niederösterreich

Wandertage für trauernde Menschen

Termine 2012:

Samstag 25. Feb. Lobau
Samstag 24. März Stockerauer Au
Samstag 28. April Kreuttal
Samstag 2. Juli Lainzer Tiergarten

Treffpunkte, Uhrzeiten und weitere Infos: Trauerwandertage Detailinfos (PDF)

http://www.caritas-wien.at/hilfe-einrichtungen/pfarr-caritas/kontaktstelle-trauer


Wien

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen

"...die Zeit heilt nicht alle Wunden..."

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen, die den Vater, die Mutter, eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben durch Tod verloren haben

Termine im 1. Halbjahr 2012: 29. Feb. 2012, 28. Mrz. 2012, 25. Apr. 2012, 30. Mai 2012

jeweils 1830 bis 2030 Uhr, Blutgasse 1, 1010 Wien

ein freiwilliger Unkostenbeitrag von € 5,- wird erbeten

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Niederösterreich

Raum und Zeit für meine Trauer

In der Trauer lebt die Liebe weiter...

Offene Trauergruppe für das Weinviertel

Termine 2012: 12. Jän., 2. Feb., 8. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 14. Jun. 2012

jeweils Donnerstag 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Freiwilliger Unkostenbeitrag von EUR 10,- pro Abend erbeten.

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Niederösterreich

Begleitende Selbsthilfegruppe für Angehörige nach einem Suizid

Die Trauer der Hinterbliebenen.

Termine 2012: 16. Feb., 15. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 28. Juni, 27 Sep.

jeweils 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Teilnahmebeitrag EUR 5,- bis EUR 7,- pro Abend in Selbsteinschätzung (Ermäßigung auf Anfrage möglich)

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Tirol

Trauer für verwaiste Eltern (Osttirol)

jeden 4. Donnerstag/Monat,19.30 Uhr, Eltern-Kind- Zentrum Lienz


Tirol

Tirol: „Trau dich zu trauern, Mann!“ - Wochenende für Männer im November

Infos: http://www.dioezese-innsbruck.at/index.php?id=7&detail=50008456&portal=60


mehr Termine