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Neuer Trend: Urnen-WGs auf Friedhöfen

Geschrieben von Joern Brien am . Veröffentlicht in Friedhof/Krematorium

Ein neuer Trend zeichnet sich ab: Die Urnen-WG. Aus Kostengründen tun sich immer mehr ältere Menschen zusammen, um sich später gemeinsam beerdigen zu lassen. Die sogenannten Urnengemeinschaften haben den Vorteil, dass sich die Nachfahren und Verwandten weniger um die Gräber kümmern müssen. Ein weiterer Vorteil: Es muss nicht anonym bestattet werden, das heißt, ohne Inschrift oder Tafel.

Die Urnen bei einer Gemeinschaft werden in einer Reihe nebeneinander begraben. Ein Schild, eine Tafel oder ein Grabstein (wenn die Hinterbliebenen sich darauf einigen) werden dann mit den Namen der Verstorbenen versehen. Die Hinterbliebenen teilen sich die Kosten der Grabpflege und sind gleichzeitig von der Grabpflege befreit. Der Friedhof kümmert sich zudem um die wechselnde Bepflanzung und die Pflege der Wiese. Und wer sich zu Lebzeiten gut mit seinen Nachbarn oder Freunden verstanden hat – warum sollte der nicht auch bis in den Tod mit ihnen verbunden sein?

Shopping-Vorsorge auf dem Friedhof

Nicht nur Stars wie Kim Kardashians haben den Trend zur Urnen-WG entdeckt. Immer mehr Rentner suchen sich bereits zu Lebzeiten ihre Ruhestätte aus. Und das muss nicht immer unmittelbar um die Ecke sein. Einige Friedhöfe in Deutschland, darunter ein Hamburger Friedhof, bieten regelmäßige Besichtigungs-Touren an, damit sich einige Rentner bereits früh darüber klar werden können, wo und wie sie ihre letzte Ruhe finden. Gezeigt werden verschiedene Plätze, Särge und Bepflanzungsarten. Gesprochen wird natürlich auch über den Preis. Der variiert von günstig bis unbegrenzt – je nachdem, für was man sich entscheidet.

Die Erfahrungen sagen jedoch, dass die Besucher solcher Besichtigungen ganz entspannt mit dem Thema Tod umgehen, sie sehen es wie das Aussuchen einer Wohnung oder eines Hauses.
Egal, ob allein oder in der Urnen-WG, ob im Dorf vor der Tür, bei den Enkeln in der Nähe der Stadt oder in einem anderen Land – wichtig ist, dass Alternativen zur standardisierten Beerdigung gefunden und die letzte Ruhe so würdevoll wie möglich gestaltet wird.

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