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Steiermark: Sterbebegleitung für Kinder bald flächendeckend

Geschrieben von Jörn Brien am . Veröffentlicht in Gesundheit

Sterbehilfe

Das Leiden und Sterben schwerstkranker Kinder sind Tabus in unserer Gesellschaft – noch mehr wahrscheinlich, als es Tod und Trauer ohnehin schon sind. Gerade weil das so ist und das Thema Sterbebegleitung für Kinder auch in Österreich eher stiefmütterlich behandelt wird, sind erfolgreiche Initiativen umso mehr zu begrüßen. In der Steiermark werden nun spezielle mobile Palliativ-Teams für Kinder und Jugendliche eingesetzt – ab 2016 soll die Versorgung flächendeckend sein.

Verbesserung der Lebensqualität für Patienten und Angehörige

Allein in der Steiermark leben derzeit bis zu 2.000 Kinder und Jugendliche mit einer schweren Krankheit, mehr als 100 brauchen dringend eine palliativmedizinische Betreuung. Zur Aufgabe dieser speziellen Palliativ-Teams gehört die Versorgung und Begleitung der jungen Patienten zur Verbesserung ihrer Lebensqualität genauso wie die Betreuung der Angehörigen. Schließlich bedeutet die Ausnahmesituation auch für Eltern und Geschwister der kranken Kinder eine große Belastung.

Die Hospiz- oder Palliativ-Betreuung für Kinder und Jugendliche sollte zwar speziell auf die jungen Patienten und deren Angehörige ausgerichtet sein. Allerdings gilt, wie im Fall geriatrischer Patienten: Auch wenn es nur noch wenig Hoffnung auf eine Heilung gibt, darf die ärztliche Betreuung nicht aufhören. Bei schwerkranken Kindern ist das Thema umso tragischer, weil die kleinen Patienten noch kein langes Leben hinter sich haben.

Betreuung für schwerkranke Kinder

Das Projekt mobile Palliativbetreuung für alle Betroffenen kostet die Steuermark laut Medienberichten rund 3,5 Millionen Euro, 900.000 Euro fallen für die spezielle Betreuung von Kindern und Jugendlichen an. Als eine Art Stützpunkt für die mobilen Teams sollen die Kinderabteilungen in Leoben und Graz dienen, wo schwerkranke Kinder und Jugendliche betreut werden, für die es wenig Hoffnung auf eine Heilung gibt. Für die Patienten selbst soll die Betreuung übrigens kostenlos sein. Die Kosten werden aus dem Gesundheitsfonds Steiermark finanziert.

In Wien, wo bis zu 800 Kinder an lebensbedrohenden und unheilbaren Krankheiten leiden, organisiert das im Frühjahr 2013 gegründete mobile Kinderhospiz MOMO http://www.kinderhospizmomo.at die notwendige Unterstützung für die kleinen Patienten und ihre Angehörigen. Ein wichtiger Punkt der Angebotspalette des Kinderhospizes MOMO ist zudem die Trauerbegleitung nach dem Tod des Kindes.


Weiterführende Links:

Sterbebegleitung für Kinder kommt 2014 – ORF.at
http://steiermark.orf.at/news/stories/2622955/

MOMO: Kinderhospiz hilft schwerstkranken Kindern und ihren Familien – ASPETOS
http://www.aspetos.at/news/kommentare/1010-momo-kinderhospiz-hilft-schwerstkranken-kindern-und-ihren-familien.html

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Trauer oder Depression? – Neues Diagnose-Handbuch für psychische Erkrankungen sorgt für Aufregung

Geschrieben von Dr. Christine Pernlochner-Kügler am . Veröffentlicht in Gesundheit

_by_peter-hebgen_pixelio.de.jpgOb wir psychisch gesund oder krank sind, wird weltweit anhand zweier Diagnosehandbücher entschieden, dem ICD (International Statistical Classification of Diseases) und dem DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders).

Der ICD dient in der derzeit 10. Auflage als Diagnosegrundlage für alle Erkrankungen und wird von der WHO herausgegeben. Alle Länder mit Ausnahme der USA verwenden ihn in der klinischen Praxis des Alltags. Der DSM ist das „Diagnostische und Statistische Handbuch Psychischer Störungen der  Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung APA. Aktuell erschien im Mai die fünfte Auflage - der DSM-5 - welcher derzeit in der Fachwelt für Diskussionen sorgt.

In den bisherigen DSM-Auflagen gab es eine so genannte „Trauer-Ausschluss-Klausel“: Laut der 3. Auflage, dem DSM-3, durfte eine Depression erst ein Jahr nach einem Trauerfall diagnostiziert werden. Im DSM-4 wurde diese Zeitspanne auf 2 Monate verkürzt. Im neuen DSM-5 fällt sie ganz weg und schon nach zwei Wochen kann die Diagnose einer Depression (Major Depression) als psychische Erkrankung diagnostiziert werden.

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Kriseninterventionsteams: Was machen die eigentlich?

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gesundheit

images/stories/rk siegfried weinert.jpgUnfälle mit Schwerverletzten oder Toten, plötzliche Todesfälle nach akuter Erkrankung oder Suizid, der Verlust der Lebensgrundlage bei Naturkatastrophen oder Bränden sind traumatische Ereignisse, bei denen das Kriseninterventionsteam - kurz KIT genannt - zum Einsatz kommt.

Was macht das KIT, was ist seine Aufgabe?

Ein traumatisches Ereignis ist ein tiefer Einschnitt im Leben eines Menschen, dabei wird die Psyche der Betroffenen verletzt. Traumatisiert können überlebende Opfer, Angehörige, aber auch Zeugen und die professionellen Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei, der Rettung oder der Bestatter selbst werden. Niemand ist davor gefeit. Krisenintervention ist psychische „Erste Hilfe“ in der Akutsituation, ein Rettungsdienst für die Seele also.

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Gefährliche Wünsche

Geschrieben von Dr. Christine Pernlochner-Kügler am . Veröffentlicht in Gesundheit

Foto: katharina bregulla/pixelio.de.Rituale geben Halt und Struktur, sie machen Veränderungen bewusst und helfen in Übergangssituationen. Ja, stimmt! Aber ich hasse diese ganze Gutes-Neues-Jahr-Wünscherei! Sie erinnert dich an einem der sensibelsten Punkte des Jahres einfach nur daran, dass das nächste Jahr ganz furchtbar werden könnte. Ja, oder dass einfach alles aus sein könnte. Da fängt das Neue Jahr schon schlimm an. Also nicht gut!

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WELTKREBSTAG: Gewichtsverlust als Anzeichen für Krebserkrankung

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gesundheit

_by_tokamuwi_pixelio.de.jpgLinz (OTS) - Der morgige Weltkrebstag steht international ganz im Zeichen der Vorsorge. In diesem Zusammenhang sollte jedoch nicht nur an die Inanspruchnahme von Vorsorgeuntersuchungen beim Haus- oder Facharzt gedacht werden, sondern auch an die achtsame Wahrnehmung von Veränderungen am eigenen Körper. Denn: Bei bis zu 70 % aller Krebspatienten macht sich die Tumorerkrankung bereits Monate vor der Diagnosestellung durch einen - zum Teil sehr deutlichen - Gewichtsverlust bemerkbar.

Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, aber auch der Lungenkrebs, sind typische Beispiele für Tumorerkrankungen, bei denen Betroffene mehrere Kilogramm Körpergewicht verlieren. Bei ca. 1/3 der Patienten beträgt der Verlust sogar mehr als 10 % ihres ursprünglichen Gewichts, noch bevor die Erkrankung überhaupt diagnostiziert wird. Brust-, Prostata- oder Dickdarmkrebs bedingen, dass jeder 5. Patient innerhalb weniger Monate  im Schnitt  5 Kilogramm ungewollt abnimmt.

Dem unerwarteten Gewichtsverlust wird nach wie vor häufig keine besondere Beachtung geschenkt, ganz im Gegenteil: ein paar Kilogramm weniger auf der Waage sind anfänglich für viele Menschen eher Anlass zur Freude als zur Besorgnis. Eine genaue Unterscheidung, ob der Gewichtsverlust bewusst, z.B. durch eine Diät herbeigeführt wurde, ob psychisch belastende Situationen wie eine Trennung bzw. der Tod eines Angehörigen den Appetit hemmen oder ob jemand ohne erkennbaren Grund Gewicht verliert, ist hier besonders wichtig", sagt OA Dr. Wolfgang Sieber, Leiter des Ernährungsteams am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz, und ergänzt: "Nur die unbeabsichtigte Gewichtsabnahme über einen Zeitraum von mehreren Monaten kann ein Warnzeichen für eine bösartige Erkrankung sein." In diesem Fall ist es ratsam, rasch den Hausarzt aufzusuchen.

Während der Körper im Zuge einer Diät Fettgewebe abbaut, kommt es bei der Krebsbedingten Abnahme vor allem zum Verlust von Muskelgewebe. "Dies erklärt, warum sich Betroffene trotz Gewichtsabnahme nicht gesünder und vitaler, sondern eher schwächer und zum Teil müde fühlen", betont Intensivmediziner Dr. Wolfgang Sieber. Der "Substanzverlust" kostet dem Körper Kraft, sodass Patienten schlechter auf Therapien ansprechen, anfälliger für Nebenwirkungen von Chemo- oder Strahlentherapie werden und sich die Heilungschancen insgesamt verringern.

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