Da staunte die Trauergesellschaft nicht schlecht. Der 59 jährige Maurer Ademir Jorge Goncalves stolzierte am Montag als Gast auf seine eigene Beerdigung. Der Mann wurde nach seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem Autounfall am Sonntag in Sonto Antoniode Platina, einer 40 000 Einwohner zählenden Kleinstadt im Bundesstaat Paraná, von seiner eigenen Schwester identifiziert.
„Ich habe ihn im Leichenschauhaus so gesehen, wie sie ihn am Highway gefunden haben. Er war meinem Bruder sehr ähnlich. Ich habe wirklich gedacht, er ist es. Irren ist doch menschlich“, so Vera Lucia Goncalves.
Die Nachricht wurde sofort von einem Lokalradio gesendet. Am nächsten Tag sollte der Tag des Todes gefeiert werden. Ein Fest ähnlich Allerseelen, bei dem die Toten geehrt werden und der ein Feiertag ist. Deshalb durchzechte Goncalves die Nacht und wollte gleich direkt beim Begräbnis die Sache aufklären.
Goncalves andere Schwester Araldina sah ihn zuerst, brauchte aber eine Weile um den Schrecken zu verdauen und zu begreifen, dass der geliebte Bruder gar nicht Tod war. Doch dann fiel sie ihm in die Arme. „Er kam an, sofort auf mich zu und umarmte mich. Ich sprach mit ihm und dann war ich mir ganz sicher, dass der Tote nicht er war.“, so Araldina zu einem Reporter.
Goncalves grinste lebhaft: „Als ich ankam, sahen mich alle an wie einen Geist und dabei sahen sie ziemlich verrückt aus.“
Der echte Tote wurde später ebenfalls identifiziert und es wurde bestätigt, dass dieser in einem anderen Bundesstaat bereits als vermisst gemeldet war.




