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Hindu wird in Großbritannien traditionell bestattet – über offenem Feuer

Geschrieben von Super User am . Veröffentlicht in Kurioses

Foto Dieters Schütz pixelioEin 71-jähriger Mann setzte in GB vor dem Obersten Gericht durch, dass er nach seinem Tod gemäß der Hindu-Tradition im Freien über offenem Feuer verbrannt werden darf. Das oberste Gericht gab nach jahrelangem Rechtsstreit am Mittwoch einem entsprechenden Begehren von Davender Ghai statt.

"Wenn ich jetzt morgen sterbe, dann werde ich friedlich scheiden", sagte der 1958 aus Kenia eingewanderte Ghai nach der Entscheidung. "Denn ich weiß jetzt, dass ich einen guten Abschied haben werde."
Jeder solle nach seiner Religion leben und auch sterben dürfen, fügte der 71-Jährige hinzu.

Der Rentner hatte 2006 in Northumberland in Nordengland einen Antrag auf einen Platz für eine traditionelle Hindu-Bestattung gestellt, was von den Behörden abgelehnt wurde. Diese Entscheidung wurde zunächst in mehreren Instanzen bestätigt, nun aber gab das Oberste Gericht in London dem Kläger Recht.

In Österreich wäre so eine Vorgehensweise nicht möglich. Der Unterschied liegt darin, dass wir ein eindeutiges Bestattungsrecht haben. Laut ASPETOS Bestattungsrechtsexperte, Mag. Dobretsberger (Bestatter in Linz), ist die Rechtslage in Österreich eindeutig. Eine Bestattung hat ohne Ausnahme in einem Sarg zu erfolgen. Dieser kann dann entweder in einem Erdgrab beigesetzt, oder in einem Krematorium eingeäschert werden. Eine Bestattung ohne Sarg über offener Flamme und im Freien wäre bei uns undenkbar.


Natürlich kann man auch bei uns den Rechtsweg beschreiten. Es wäre allerdings wesentlich schwieriger als in GB. Der Verfassungsgerichtshof müsste angerufen werden und dieser könnte dann das Gesetzt aufheben bzw. müsste durch die Legislative ein neues Bestattungsgesetz verabschiedet werden. Es ist also eher unwahrscheinlich, dass auf unseren Feldern religiöse Verbrennungszeremonien abgehalten werden.

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