Dead-Body-Snack – 2. Satire zum Leichenschmaus

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"A scheene Leich!" Gemeint ist hier nicht das Aussehen des thanatopraktisch erstklassig versorgten Verblichenen, sondern das gemeinsame Essen (und Trinken) beim an die Trauerfeierlichkeiten anschließenden Leichenschmaus.


Exkurs: „Leichenschmaus“ - wortwörtlich genommen

Für alle, die es gerne wörtlich nehmen, hier ein Link zu einer Performance im Theater brut in Wien, wo die Toten in Form von Leberkäse Wiederauferstehung feiern:

http://www.youtube.com/watch?v=Oeu52d6QBgE


Gschotter, Totenmahl, Leichenzehrung, Traueressen, Umtrunk, Leichentrunk, Leichenimms, Zehrung, Reuessen, Kremess, Trauerfeier, Totenfest, Totenschmaus, Begräbnisfeier, Beerdigungskaffee, Flannerts, Leidessen, Leichenmahl, Raue, Trauerbrot, Tröster, Trauermahlzeit, Pitschen, Mahlile, Seelmahl, Tränenbrot, Totenhochzeit




Hinter einer Vielzahl von Bezeichnungen für den Leichenschmaus im deutschen Sprachraum stecken der Tradition nach eigentlich recht wenige Gerichte:

„Als überragender Klassiker – und dies gilt besonders auch für Wien – punktet Rindfleisch (oft Tafelspitz) mit Semmelkren. Im weiteren Angebot: Schweinsbraten mit Knödel, Würstel (Frankfurter), Rindfleischsuppe mit Nudeln und geschnittenen Würstchen, Saure Suppe mit Rindfleisch und Semmel, Bratwurst mit Sauerkraut und Gerösteten, “Konduktsemmel” (extragroß mit Anisgeschmack).Heute: Gulasch mit Semmel / Schwarzbrot, Wiener Schnitzel oder sogar Mac Donalds Food. Getränke neben antialkoholischen allgemein: Wein (rot) und Bier. Auch die wichtigen “Herztropfen” für den Abschied, das klare Schnapserl, dürfen teils nicht fehlen.”

Aus: Dr. Wittigo Keller, ‘Der Leichenschmaus’ in: 100 Jahre Bestattung Wien.
100 Jahre für die Ewigkeit, Wien: Schmid Verlag 2007.

Noch einfacher lässt es sich so zusammenfassen: Irgendwo zwischen Salzburg und dem Rest des östlichen Österreichs verläuft eine geheime Grenze: Es ist die Gulasch/Tellerfleisch-Grenze. Im Klartext: Zwischen Vorarlberg und Salzburg isst man traditionellerweise Gulasch und alles, was weiter östlich liegt, tischt gekochtes Rindfleisch auf. Lediglich im Innviertel darf man mit Bratwurst und Sauerkraut und im Tennengau mit „Frischen“ (Weißwürsten) rechnen. In Tirol könnte einem eine Nudelsuppe mit Würstel oder mit Rindfleisch unterkommen und im Burgenland gibt’s Würstel mit Saft. Ansonsten: Gulasch oder Tellerfleisch, manchmal mit Knödel, manchmal mit einer so genannten „Totensemmel“ serviert. Das ist eine Kaisersemmel mit Anis drauf.

Vor 50 Jahren richteten sich die Speisen nach den verfügbaren Lebensmitteln der Region bzw. des Landes. Weltweiten Lebensmitteltransport gab es kaum. Und offensichtlich hatten die Österreicher damals schon einen ganzen Haufen Rindsviecher. Warum die im Westen zu Gulasch geschnetzelt und die im Osten verkocht wurden, ist mir nicht ganz klar, vor allem wenn man bedenkt, dass ja das Gulasch aus Ungarn kommt und sozusagen aus dem Osten - ein paar Bundesländer überspringend - von Salzburg westwärts auf den Tellern landet.

Heute konsumieren Milliarden Menschen das Gleiche: Nudel, Pizza, Hamburger, Steaks, Fritten, Sushi, Cola, Fanta, Sprite, Wein aus Chile, Bier aus Mexiko etc. Kein Wunder also, dass auch der Leichenschmaus langsam der kulinarischen Globalisierung zum Opfer fällt und so darf es nicht wundern, wenn wir wirklich bald alle zum Totenmahl in den Mc Donalds geladen werden: Im Mc Donald Bus draußen - der Kindergeburtstag mit Ronald Mc Donald und den Happy-Meal-Tüten. Drinnen - ein Bereich reserviert für die Trauergesellschaft - und den „Dead-Body-Snack“. Zur Wahl gibt es den „Mc Grief“ oder den „Body-Bag-Wrap“. Der Mc Grief ist ein Burger (natürlich wie immer mit Rindfleisch!) und auf dem Brötchendeckel ist statt Sesam Anis drauf -  wie bei der „Totensemmel -, es soll das Ganze ja schon ein bissl einen folkloristischen Touch haben. Mit was der „Body-Bag Wrap“ gefüllt ist, überlasse ich der Phantasie des Lesers. Sargförmige Fritten, so genannte „Casket-Fries“ dürfen natürlich nicht fehlen!

Quelle: http://www.liebedeinenfeind.com/leichenschmaus

Im 3. und letzten Teil der Leichenschmaus-Serie, werde ich dann endlich seriös und ernsthaft schreiben. Über das Thema Leichenschmaus scheiden sich nämlich die Geister. Manch eine(r) findet das große Fressen (und Saufen) nach einer Trauerfeier nämlich pietälos und makaber. Und ich finde das überhaupt nicht.

Für Aspetos: Christine Pernlochner-Kügler

Termine Österreich

Wien

Meditative Tänze der Trauer und des Trostes

Trauertänze sind eine Ausdrucksmöglichkeit bei Veränderungen, Trauer oder Verlust. Die fließenden Bewegungen dieser einfachen Kreistänze können in schwierigen Lebenssituationen zur Lösung und Heilung beitragen..

Termine 2012: 19. April., 24. Mai., 28. Juni.

jeweils 19.30 - 20:30 Uhr Stephansplatz 6, Stiege 1/6. Stock, 1010 Wien

– keine tänzerischen Erfahrungen erforderlich –

Um einen freiwilligen Unkostenbeitrag von € 6,--/Abend wird gebeten!

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Allgemein

Feriencamps für Kinder in stürmischen Zeiten

RAINBOWS Feriencamp für trauernde Kinder im Sommer 2012:

Die Kosten von 310€ beinhalten Unterkunft mit Vollpension und „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“.

Anmeldungen und weitere Informationen:

RAINBOWS-Österreich, Theodor-Körner Straße 182, 8010 Graz, Tel: 0316/688670, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , www.rainbows.at


Niederösterreich

7. Trauerwandertag

von Altruppersdorf nach Poysdorf

Samstag 14. April. 2012, 15 Uhr, Treffpunkt: Lourdesgrotte in Altruppersdorf

Weitere Infos und Anmeldung zu diesem kostenlosen Angebot: Trauerwandertag Detailinfos (PDF)


Niederösterreich

Wandertage für trauernde Menschen

Termine 2012:

Samstag 25. Feb. Lobau
Samstag 24. März Stockerauer Au
Samstag 28. April Kreuttal
Samstag 2. Juli Lainzer Tiergarten

Treffpunkte, Uhrzeiten und weitere Infos: Trauerwandertage Detailinfos (PDF)

http://www.caritas-wien.at/hilfe-einrichtungen/pfarr-caritas/kontaktstelle-trauer


Wien

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen

"...die Zeit heilt nicht alle Wunden..."

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen, die den Vater, die Mutter, eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben durch Tod verloren haben

Termine im 1. Halbjahr 2012: 29. Feb. 2012, 28. Mrz. 2012, 25. Apr. 2012, 30. Mai 2012

jeweils 1830 bis 2030 Uhr, Blutgasse 1, 1010 Wien

ein freiwilliger Unkostenbeitrag von € 5,- wird erbeten

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Niederösterreich

Raum und Zeit für meine Trauer

In der Trauer lebt die Liebe weiter...

Offene Trauergruppe für das Weinviertel

Termine 2012: 12. Jän., 2. Feb., 8. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 14. Jun. 2012

jeweils Donnerstag 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Freiwilliger Unkostenbeitrag von EUR 10,- pro Abend erbeten.

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Niederösterreich

Begleitende Selbsthilfegruppe für Angehörige nach einem Suizid

Die Trauer der Hinterbliebenen.

Termine 2012: 16. Feb., 15. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 28. Juni, 27 Sep.

jeweils 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Teilnahmebeitrag EUR 5,- bis EUR 7,- pro Abend in Selbsteinschätzung (Ermäßigung auf Anfrage möglich)

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Tirol

Trauer für verwaiste Eltern (Osttirol)

jeden 4. Donnerstag/Monat,19.30 Uhr, Eltern-Kind- Zentrum Lienz


Tirol

Tirol: „Trau dich zu trauern, Mann!“ - Wochenende für Männer im November

Infos: http://www.dioezese-innsbruck.at/index.php?id=7&detail=50008456&portal=60


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