Halloween oder Allerseelen feiern?

images/stories/News/422179_r_k_b_by_sigrid-rossmann_pixelio.de.jpgGutes altes Allerseelen oder Monströses aus der Neuen Welt?

Und jedes Jahr dasselbe. In der Woche vor Allerseelen oder Halloween greift wieder die Angst um unsere guten alten Feste, Feiertage und Traditionen um sich. Zahlreiche Artikel in Zeitungen lassen uns wissen, woher dieses Halloween kommt und dann geht es im selben Atemzug weiter und es wird gezetert über die sukzessive Vernichtung unseres guten alten katholischen Allerheiligen-Allerseelen-Festes oder des protestantischen Pendants dazu, dem Totensonntag. Halloween verdrängt unsere Totengedenkbräuche wie Coca Cola den guten alten selbstgepantschten Ribiselsaft. Kultur mit großem K wird schön langsam durch culture mit kleinem c unterwandert bis K schließlich gänzlich ausstirbt. Und ach ja: Die Kommerzialisierung! Halloween wird gleichgesetzt mit der Kommerzialisierung und die ist natürlich böse. Unterm Strich: Halloween ist das Böse.

Auch hier auf ASPETOS also ein Artikel über Halloween und Brauchtum. Wie überall darf das Thema dieser Tage nicht fehlen, denn wie alle, habe ich natürlich auch etwas dazu zu sagen. Ja, ich bekenne mich sogar dazu: Ich liebe Coca Cola und bin froh, dass ich nicht mehr nur Ribiselsaft trinken muss. Doch jetzt Schluss mit lustig, kommen wir mit Ernst zur Sache:

Wie überall zu lesen ist (und falls Sie es aus unerfindlichen Gründen bisher nicht geschafft haben, zu wissen, woher der ganze Hokuspokus kommt, zitieren wir gleich auszugsweise aus Wikipedia  (von wo sowieso alle abschreiben):

Halloween ist ein Fest am Vorabend von Allerheiligen in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November, das ursprünglich vor allem in Irland gefeiert wurde. Der Brauch wurde von den ausgewanderten Iren ab 1830 in die USA gebracht, nachdem Iren mehr und mehr die Vereinigten Staaten bevölkerten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Halloween neben Weihnachten und dem Thanksgiving-Fest zu einer der wichtigsten Feiern in den USA. In zeitlicher Nähe zum 31. Oktober wurde auch das keltische Fest Samh ain gefeiert, so dass vielfach vermutet wird, Halloween könnte auf keltisch-heidnisches Brauchtum zurückgeführt werden. Diese Herleitung ist jedoch umstritten. Angeblich war es nach keltischem Glauben den Geistern der Toten möglich, an Samhain Kontakt mit den Lebenden aufzunehmen. Eine andere Herleitung lautet: Wenn Anfang November die ertragsarme Zeit auf den Feldern begann, glaubte man, dass die Grenze zwischen Toten und Lebenden nur sehr eng beieinander liegen und die Seelen der Toten sich neue Wirte suchen würden. Um sich zu schützen, verkleidete man sich, um die herumirrenden Seelen zu erschrecken und Kürbisse wurden ausgehöhlt, die als Wächter der Familien vor die Häuser gestellt wurden. […] Mit der steigenden Popularität des Festes wurde die Kritik von Seiten einiger christlicher Gruppen lauter – insbesondere (evangelikale) Christen in den Vereinigten Staaten distanzieren sich sehr scharf von Halloween und vertreten die Meinung, dass mit dem Fest Missbrauch durch satanische Vereinigungen getrieben werden könne.
In Deutschland wird kritisiert, dass die alten Bräuche, beim evangelischen Martinisingen am 10. oder beim katholischen Martinssingen am 11. November an den Haustüren Lieder zu singen und als Belohnung Gebäck, Früchte oder Süßigkeiten zu bekommen, von dem Ruf „Süßes oder Saures“ verdrängt werden. Man beklagt eine vermehrte Kommerzialisierung und Auswüchse, die zu zahlreichen Einsätzen der Polizei an Halloween führen. Auch mit katholischen Christen gibt es Konflikte wegen des Charakters des folgenden Allerheiligentags als Stiller Feiertag. An einem Stillen Feiertag sind Tanzveranstaltungen verboten, und das Verbot gilt ab Mitternacht. Während in den vergangenen Jahren den Veranstaltern von Halloween-Partys in bayrischen Diskotheken Ausnahmegenehmigungen bis um drei Uhr nachts erteilt wurden, gab es 2008 einen Erlass vom bayrischen Innenministerium an die lokalen Ordnungsbehörden, keine Ausnahmegenehmigungen für Tanzveranstaltungen mehr zu erteilen.

Ein häufig genannter Kritikpunkt ist, dass die Auswüchse von Halloween symptomatisch für unsere Spaßgesellschaft sind, die sich nicht mehr ernsthaft mit dem Tod beschäftigen will und vom Totengedenken an den Folgetagen ablenken will.

Soweit so gut. Aber man kann es auch anders sehen: Seit sich die Welt dreht, gibt es nicht Stillstand, sondern Entwicklung. Seit es Menschen und Völker gibt, vermischen sich diese. Brauchtum und Tradition sind keine statischen Gegebenheiten, die weitergegeben werden wie Kronjuwelen, sondern verändern und vermischen sich seit je her. Veränderungen können negativ und/oder positiv sein. Grundsätzlich sind sie zu begrüßen, denn sonst wären wir ziemlich sicher schon ganz am Anfang irgendwo in unserer Menschheitsentwicklung steckengeblieben ­- und würden brav auf der Stelle treten. Der Christbaum oder Weihnachtsbaum ist auch nicht immer schon da gewesen, er ist eine Erfindung des 16. Jahrhunderts und hat sich erst im 19. Jahrhundert wirklich durchgesetzt (wer es nicht glaubt, der lese in Wikipedia nach). Und wer möchte ihn heute gerne missen?

Kann man Halloween wirklich mit Geschäftemacherei gleichsetzen? Bleiben wir beim Christbaum und bei Weihnachten, das ist doch immer noch unser „heiligstes“ Fest: Wer möchte Weihnachten gerne missen? Die wenigsten. Und das, obwohl mit Christbäumen, Geschenken, Kerzen und Weihnachtsschmuck ein Haufen Geld gemacht wird. Nicht zu vergessen, die Weihnachtsfeiern und die Christkindl-Märkte! Da geht’s wirklich um größere Summen, dagegen ist Halloween geradezu eine Bagatelle. Und vergessen wir nicht: Ostern, Valentinstag, Muttertag, …  Und am guten alten Allerheiligen/Allerseelen, was da die Floristen, Friedhofsgärtner und auch die Friseure verdienen oder auch die Maronibrater! ;-) Man muss ja an Halloween kein Jacko- oder Barakula-Outfit kaufen. Man kann sich ja auf das gute alte Bettlaken beschränken. Zusammenfassend möchte ich sagen: Das Leben ist kurz genug, lasst uns doch die Feste feiern, wie sie fallen. Wer aber dafür viel Geld ausgibt, ist selber schuld, das liegt nicht allein an den Festen und den Geschäftemachern dieser Welt.

Man kann Halloween feiern und gleichzeitig die Feiertage Allerheiligen und Allerseelen begehen. Sie schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich und außerdem haben sie miteinander zu tun, schließlich kommt Halloween von All Hallows’ Even, was ja „Allerheiligenabend“ bedeutet.

Was kann man dagegen haben, dass Kinder in den Abendstunden vom 31. Oktober ein bisschen Spaß haben? Der Tod und die Toten machen uns Angst und besonders für Kinder ist der Tod etwas Unfassbares. Kinder glauben oft, dass die Toten zu Gespenstern werden. Auch wenn wir ihnen tausendmal versichern, dass es keine gibt oder mit ihnen darüber philosophieren, dass, falls es sie doch gibt, sie uns nichts anhaben können. Kinder denken magisch und sie haben solche Phantasien. Ich habe mit meinem Sohn jahrelang diskutiert, er war nicht davon zu überzeugen, dass es keine Gespenster gibt oder, dass, wenn es welche gibt, sie uns nichts tun können (denn sie sind ja aus Luft!).

Im Zusammenhang mit dem Thema Tod sind Kinder-Phantasien nicht unbedingt „nett“, meist sind sie sogar sehr angstbesetzt. Kein Wunder, denn der Tod ist etwas Unbekanntes vor dem sich auch die Großen fürchten. Das Unbekannte und auch die Unsicherheit, wie und ob es danach weitergeht, das macht uns Menschen generell angst. Erwachsene unserer Kultur haben zudem sehr häufig einen sehr einseitigen Umgang mit diesem Thema und das spüren Kinder natürlich. Tabuisierung, Angst und Unlockerheit übertragen sich auf unsere Kids.

images/stories/News/197134_r_by_patrick-laux_pixelio.de.jpgKinder sind in ihrer Grusel-Verkleidung mächtiger und sie dürfen über Erwachsene auch Macht ausüben, denn wer nichts Süßes gibt, der bekommt eben Saures. Aber nicht nur Erwachsenen gegenüber gewinnen sie an Macht: Sensenmänner, Skelette, Vampire, Hexen, Fledermäuse, Mordopfer, Rachegeister, Zombies und Mumien sind jene magischen Figuren, die wir seit jeher mit dem Totenreich in Verbindung bringen. Sie tummeln sich in mündlichen und schriftlichen Überlieferungen, in Literatur und Film. Sie sind fixer und nicht wegzudenkender Bestandteil unserer Märchen, Sagen und Phantasie-Welten, gerade auch bei Kindern. Halloween bietet Kindern eine wunderbare Möglichkeit für einen Abend in die Rollen jener magischen Figuren aus dem Totenreich zu schlüpfen, die einerseits faszinieren und andererseits gruslig sind. Wenn ich das Böse, das Tote und das Dunkle sein darf, dann wird durch den Rollentausch und das Spielerische im Umgang damit auch Angst reduziert. Das Spielerische und der Schwarze Humor sind sicher mit ein Grund, warum Halloween-Partys auch für Erwachsene so anziehend sind. Im Grunde geht es uns gleich wie den Kids: Es geht darum, die Angst zu reduzieren. Dass dabei Alkohol ein Thema ist, ist ein anderes Problem, das nicht nur an Halloween existiert.

Feiern wir einfach alle beiden Feste, denn sie ergänzen sich eigentlich gut. Und nicht vergesssen: Am 31. am Abend sollten sie Süßes parat haben, sonst kriegen Sie Saures. Und wenn keine Zombies an Ihrer Tür läuten? - Dann geben Sie es mit dem Gotlpack ihrem Patenkind, beglücken die Nachbarskinder oder essen das Zeug selber auf.

Termine Österreich

Wien

Meditative Tänze der Trauer und des Trostes

Trauertänze sind eine Ausdrucksmöglichkeit bei Veränderungen, Trauer oder Verlust. Die fließenden Bewegungen dieser einfachen Kreistänze können in schwierigen Lebenssituationen zur Lösung und Heilung beitragen..

Termine 2012: 19. April., 24. Mai., 28. Juni.

jeweils 19.30 - 20:30 Uhr Stephansplatz 6, Stiege 1/6. Stock, 1010 Wien

– keine tänzerischen Erfahrungen erforderlich –

Um einen freiwilligen Unkostenbeitrag von € 6,--/Abend wird gebeten!

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Allgemein

Feriencamps für Kinder in stürmischen Zeiten

RAINBOWS Feriencamp für trauernde Kinder im Sommer 2012:

Die Kosten von 310€ beinhalten Unterkunft mit Vollpension und „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“.

Anmeldungen und weitere Informationen:

RAINBOWS-Österreich, Theodor-Körner Straße 182, 8010 Graz, Tel: 0316/688670, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , www.rainbows.at


Niederösterreich

7. Trauerwandertag

von Altruppersdorf nach Poysdorf

Samstag 14. April. 2012, 15 Uhr, Treffpunkt: Lourdesgrotte in Altruppersdorf

Weitere Infos und Anmeldung zu diesem kostenlosen Angebot: Trauerwandertag Detailinfos (PDF)


Niederösterreich

Wandertage für trauernde Menschen

Termine 2012:

Samstag 25. Feb. Lobau
Samstag 24. März Stockerauer Au
Samstag 28. April Kreuttal
Samstag 2. Juli Lainzer Tiergarten

Treffpunkte, Uhrzeiten und weitere Infos: Trauerwandertage Detailinfos (PDF)

http://www.caritas-wien.at/hilfe-einrichtungen/pfarr-caritas/kontaktstelle-trauer


Wien

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen

"...die Zeit heilt nicht alle Wunden..."

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen, die den Vater, die Mutter, eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben durch Tod verloren haben

Termine im 1. Halbjahr 2012: 29. Feb. 2012, 28. Mrz. 2012, 25. Apr. 2012, 30. Mai 2012

jeweils 1830 bis 2030 Uhr, Blutgasse 1, 1010 Wien

ein freiwilliger Unkostenbeitrag von € 5,- wird erbeten

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Niederösterreich

Raum und Zeit für meine Trauer

In der Trauer lebt die Liebe weiter...

Offene Trauergruppe für das Weinviertel

Termine 2012: 12. Jän., 2. Feb., 8. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 14. Jun. 2012

jeweils Donnerstag 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Freiwilliger Unkostenbeitrag von EUR 10,- pro Abend erbeten.

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Niederösterreich

Begleitende Selbsthilfegruppe für Angehörige nach einem Suizid

Die Trauer der Hinterbliebenen.

Termine 2012: 16. Feb., 15. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 28. Juni, 27 Sep.

jeweils 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Teilnahmebeitrag EUR 5,- bis EUR 7,- pro Abend in Selbsteinschätzung (Ermäßigung auf Anfrage möglich)

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Tirol

Trauer für verwaiste Eltern (Osttirol)

jeden 4. Donnerstag/Monat,19.30 Uhr, Eltern-Kind- Zentrum Lienz


Tirol

Tirol: „Trau dich zu trauern, Mann!“ - Wochenende für Männer im November

Infos: http://www.dioezese-innsbruck.at/index.php?id=7&detail=50008456&portal=60


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