Nachdem die Aufregung um den Anatomen Gunther von Hagens und seiner Ausstellung „Körperwelten“ abgeklungen und es ruhiger um den Plastinator geworden ist, sorgt er wieder mal für Schlagzeilen.
Auf Hagens Online-Shop
http://www.plastination-products.com/
heißt es nämlich „klicken, staunen, kaufen“… und man kann tatsächlich Plastinate erwerben. Es gibt sogar Eröffnungspreise für Frühbucher von 10%. Die Scheiben- und Körperplastinate sind allerdings nur für qualifizierte Nutzer käuflich: Qualifizierte Nutzer sind laut Definition
„juristische oder natürliche Personen, die verkaufsbeschränkte Plastinate nur zum Zweck der Forschung, Lehre oder der medizinischen, diagnostischen bzw. therapeutischen Berufsausübung verwenden wollen und dies nachweisen können. Dazu gehören Lehrinstitutionen wie Universitäten, Krankenhäuser, Schulen und Museen, sowie praktische Ärzte, Hochschullehrer, Lehrbeauftragte sowie andere Personen, soweit sie mit Ausführung von Forschungsvorhaben befasst sind.“
Die Angaben sind mit der Bestellung per Formular und Unterschrift zu übermitteln und werden überprüft, allerdings plant Hangens die begonnene Demokratisierung der Anatomie zu stärken und die Produkte einem größeren Kreis potentieller Interessenten zugänglich zu machen.
Die Ärztekammer reagiert wie schon auf die Ausstellung "Körperwelten" mit großem Unverständnis. Es handelt sich dabei zweifellos "um einen weiteren Tabubruch, der wohl kaum durch neue anatomische Erkenntnisse gerechtfertigt werden kann", betonte der Referent für Ethik und Palliativmedizin der Ärztekammer für Wien, Michael Peintinger.
Es scheint hier ein wissenschaftlicher Deckmantel benützt zu werden, um Geschäfte mit präparierten Verstorbenen zu ermöglichenm, damit wird aber der Mensch posthum zur Handelsware degradiert und seine Würde zutiefst verletzt", so die Kritik Peintingers.
Das ist sicher ein wichtiger Punkt, den muss man weiterdenken, ganz klar. Wenn ich mir es aber als zukünftige Verstorbene wünsche und ich ganz freiwillig als Plastinat im Online-Shop "enden" will? Zugegeben, mir ist Gunther von Hagens als Peron ja nicht unbedingt sympathisch, aber die Plastination ist eine Alternative. Jedenfalls kann ich mir ein solches Ende für mich besser vorstellen als auf einem Seziertisch für StudentInnen, als Objekt für OP-Kurse von ÄrztInnen oder gar als Crash-Test-Dummy für Autos oder Flugzeug-Absturz-Übungen. Das ist für mich - wenn die Entscheidung bei mir liegt - nicht so sehr eine Frage der Ethik, sondern des persönlichen Geschmacks.
Wie auch immer, für jeden käuflich und auch erschwinglich sind die Lifestyle-Produkte des Plastinat-Online-Shops: „Wie wäre es mit Silber-Ohrringen aus Giraffenschwanz-Scheiben, einem Ring aus Bullen-Penis oder einer Halskette aus plastinierten Zitronen-Scheiben? Unsere Lifestyle-Produkte setzen Trends!“
Ich weiß, das klingt auf den ersten Blick schräg und vielleicht auch auf den zweiten, sieht man sich die Produkte aber mal ganz ohne Vorurteile an, muss man zugeben, dass sie sehr schön sind.
Quellen:
http://www.plastination-products.com/




