Rainer Straubel lebt an der spanischen Costa Blanca und ist Herausgeber des deutschsprachigen Calper Wochenblattes. Kurioses und verwunderliches ist ihm also nicht fremd, doch als ihn nun eine Rechnung über 240 Euro für die Bestattungskosten seines amputierten Beines erreichte, staunte er nicht schlecht.
Weil die Durchblutung nicht mehr funktionierte, musste Straubels linkes Bein im Mai in der örtlichen Klinik amputiert werden. Nach zwei Tagen konnte er wieder entlassen werden und wurde bereits bei der Abmeldung im Krankenhaus in einen makabren Dialog verwickelt. Nach Beglückwünschungen zur raschen Genesung wurde ihm mitgeteilt, das Krankenhaus komme für Entsorgungen von Gliedmaßen nicht auf: „Wenn irgendwo ein Knochen drin ist, ist das ein Fall für unser Bestattungsinstitut.“ Dieses wendete sich tags darauf persönlich an den Patienten und überbrachte die Faktura für die Bestattungskosten. Ob das Begräbnis mit Trauermusik abgehalten wurde oder wo genau sein Bein nun liege – vielleicht möchte er es früher oder später besuchen – habe man ihm nicht mitgeteilt. „Wenn ich das gewusst hätte“, meint Straubel, „hätte ich mein Bein in der Grabnische zwischengelagert, die ich in La Canuta gekauft habe. - Bis der Rest von mir nachfolgt!“
Bis dato hat Straubel die Rechnung weder bezahlt, noch etwas vom Bestattungsunternehmen gehört. „Nicht auszudenken, wenn man dieses böse Spiel mit einem psychisch schwachen Menschen treibt“, überlegt er. Dabei habe er sich schon vor der Operation Gedanken über die Zukunft des Beines gemacht und die Ärzte gefragt, ob dieses zu Forschungszwecken verschenkt werden könne. „Nein danke“, so die Antwort des operierenden Arztes, „wir haben zur Zeit mehr als genug davon.“ Von einer Bestattung habe er jedoch auch nichts erwähnt.
(Quelle: schweizerfamilie.ch)




