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Gedenk-Panne

Geschrieben von Jan Stogner am . Veröffentlicht in Kurioses

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Panne am Grab des unbekannten Soldaten in Kiev

Dass Begräbnisse und Abschiedsfeiern nicht immer ohne Pannen verlaufen beweist ein Video aus Youtube: Zu sehen ist der Ukrainische Präsident Viktor Yanukovych, der sich zusammen mit dem russischen Präsidenten Dmitry Medvedev vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten einfand. Als er sich vor dem Kranz verbeugte überraschte ihn eine Windböe, die den Kranz anhob und so traf dieser den Präsidenten frontal ins Gesicht.

Das ganze Video auf YouTube:

http://www.youtube.com/watch?v=MT4no1-Hfqk



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In ruhiger Lage ...

Geschrieben von Jan Stogner am . Veröffentlicht in Kurioses

images/stories/News/267285_r_k_by_gerdab._pixelio.de.jpgDie Idee, in eine Leichenhalle zu ziehen, haben wohl nur die Wenigsten. Eine Familie aus dem sauerländischen Warstein erwarb dennoch kürzlich eine Leichenhalle inklusive Kapelle und Glockenturm.

Neben der äußerst ruhigen Lage hat der etwas kuriose Wohnsitz noch einen weitern Vorteil: Der Preis für das Grundstück betrug nur etwa ein Zehntel des dortigen Quadratmeterpreises. Das Areal wurde von der Stadt wieder verkauft, da der alte Friedhof nun doch ausreichend war.

Die neuen Besitzer kümmern sich gerade um den Einbau einer Heizungsanlage. – Welche Änderungen noch nötig sind, um die Leichenhalle gemütlich und heimelig zu machen, wird sich zeigen.

(Quelle: news.immobilo.de)


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Ins Gras gebissen - So sprechen wir vom Tod

Geschrieben von Dr. Christine Pernlochner-Kügler am . Veröffentlicht in Kurioses

70_r_by_harry-hautumm_pixelio.de.jpg"Kissing the dust": So stirbt man standesgemäß…

Der Gärtner beißt ins Gras.
Der Maurer springt von der Schippe.
Der Koch gibt den Löffel ab.
Den Elektriker trifft der Schlag.
Der Pfarrer segnet das Zeitliche.
Der Spachtelfabrikant kratzt ab.
Der Schaffner liegt in den letzten Zügen.
Der Beamte entschläft sanft.
Der Religiöse muss dran glauben.
Der Zahnarzt hinterlässt eine schmerzliche Lücke.
Der Gemüsehändler schaut sich die Radieschen von unten an.
Der Fechter springt über die Klinge.
Die Putzfrau kehrt nie wieder.
Der Anwalt steht vor dem Jüngsten Gericht.
Der Autohändler kommt unter die Räder.
Der Kfz-Mechaniker schmiert ab.
Der Förster geht in die ewigen Jagdgründe ein.
Der Gynäkologe scheidet dahin.
Der Rabbi geht über den Jordan.
Der Optiker schließt für immer die Augen.
Der Tenor hört die Englein singen.

Und: Der Tischler zieht den Holzfrack an.


"Der, dessen Name nicht genannt werden darf" 

Üblicherweise ist unsere Beziehung zum Tod ja eine schwierige, weil wir den Tod als unseren Feind wahrnehmen. Und der Feind oder das Böse, darf nicht beim Namen genannt werden, sonst ruft man ihn etwa noch herbei oder man verleiht im Macht. „Verschrei’s nicht!“ oder „Mal den Teufel nicht an die Wand!“ oder „Nicht laut aussprechen!“ – das sind die Devisen! Das ist uraltes, archaisches, magisches Denken, aber wenn Menschen sich besonders hilflos und auch machtlos fühlen, dann verfallen sie auf archaische Denkmuster und magische Verhaltensweisen. Das gilt bis heute. Auch in Harry Potters Abenteuern lernen unsere Kinder (und auch wir abendliche Vorleser oder begeisterte Heimlich-Leser), dass der böse Zauberer "Lord Voldemort" nicht beim Namen genannt werden darf, er wird ängstlich mit "Der, dessen Name nicht genannt werden darf", (He, who must not be named) beflüstert. Und auch den Tod nennen wir nur ganz ungern beim Namen und umschreiben ihn lieber, dann wird er entweder harmloser oder schön oder eine Erleichterung oder aber etwas Lustiges.

Es gibt zwei Extreme: Entweder sprechen wir euphemistisch, d.h. „verschleiernd und beschönigend“ über den Tod oder aber wir nehmen es mit Schwarzem Humor.

Die Euphemismen haben die Aufgabe, die Realität zu beschönigen. Der Humor soll belastende Gefühle abwehren und uns somit emotional entlasten. Wenn man cool rüberkommen will und sich selbst nicht unnötig belasten will, dann sagt man eben: „Wenn ich einmal die Patschen aufstell, dann ….“ Das klingt doch lustig oder? Also wird’s wohl nicht so schlimm werden, das eigene Patschenaufstellen. Im Englischen heißt es übrigens ganz ähnlich: "When I kick up my heels …"

Diese beiden Sprachformen haben wir so verinnerlicht, dass wir erst lernen müssen, den Tod sachlich und klar beim Namen zu nennen, denn nur dann kommen wir seiner Realität näher. Nicht umsonst steht es explizit in den Lehrbüchern der Krisenintervention und der Notfallpsychologie, dass man beim „Überbringen von schlechten Nachrichten“ klare und eindeutige Worte ohne Beschönigung oder Verschleierung verwenden soll, da Betroffene oder Angehörige sonst nicht realisieren können, was geschehen ist. Und jeder, der in einem Berufsfeld arbeitet, das mit dem Sterben und dem Tod zu tun hat, weiß, wie schwer es gerade am Anfang von den Lippen kommt, wenn man die brutale Realität des Todes beim Namen nennen muss und sagen muss: „Ihr Mann, ihr Sohn, ihre Tochter, ihre Mutter ...  ist gestorben.“ „Er/sie ist tot.“ Sicher, man lernt das dann. Aber von vorne herein steckt es in den wenigsten von uns. Lieber drücken wir uns drum herum.

So wurde mir als Kind einmal mit ganz ernster Miene mitgeteilt: „Heut in der Nacht ist der alte Ferdl eingeschlafen.“ Ein paar Tage später – als sich die Großen vom ersten Schrecken erholt haben - wurden sie etwas salopper, denn im Gespräch hieß es dann: „Zwei Wochen ist es her, dass der Ferdl-Onkel seinen letzten Schnaufer getan hat.“ Und nach einem Jahr oder vielleicht war es länger, sagte meine Oma schmunzelnd zu mir: „Ja mei, früher oder später schaun wir die Radieschen alle von unten an, so wie der Ferdl.“ Das hab ich mir dann vorgestellt, wie das ist, wenn man da liegt und die Radieschen sieht und man kann sie nicht essen, weil man ja tot ist. Tot sein muss sehr langweilig sein, hab ich mir als Kind damals gedacht.

Wie auch immer: Niemals, niemals wurde gesagt, dass der Ferdl "gestorben" oder "tot" ist. In der Zeitung stand dann: „Ein gutes Herz hat aufgehört zu schlagen“ oder so ähnlich. Und wenn wir die Sprüche und die Texte der Todesanzeigen lesen, dann werden eindeutige Begriffe noch immer vermieden und über die Todesart und Ursache breitet man auch gerne einen Schleier. Nur Insider wissen dann zwischen den Zeilen zu lesen und können Vermutungen anstellen, ob es nun ein Unfall oder ein Suizid war oder aber eine Erkrankung.

Neulich war es einem Bekannten offensichtlich nicht möglich, über „die Verstorbenen“ zu sprechen und so hat er über „die Verblichenen“ gesprochen, ein Begriff von dem ich ganz vergessen hatte, dass es ihn gibt. Und sofort sind mir ganz bleiche käseweise Gestalten in meiner Phantasie erschienen. Eine grausliche Vorstellung. Mindestens so grauslich wie die Radieschen, die man von unten ansehen muss ...

Ich bin ein Fan vom Schwarzen Humor. Wer keinen Humor hat, ist auch ein Mensch. Aber er ist ein Mensch, der es mitunter schwerer hat, denn Humor und auch Schwarzer Humor sind als Abwehrmechanismen gute Bewältigungsstrategien, mit denen man extreme Belastungen regulieren kann. Natürlich darf Schwarzer Humor nicht die einzige Bewältigungstrategie sein und natürlich darf er eine bestimmte ethische Grenze – „die Grenze des guten Geschmacks“ nicht überschreiten. Wohl dosiert eingesetzt "ja", aber Patent-Rezept "nein".

Wenn man mit Kindern über den Tod spricht, sollte man mit schwarzhumorigen Phrasen sehr vorsichtig sein, denn Kinder nehmen solche Formulierungen wörtlich und daraus können krasse Phantasien entstehen. Weil, "wer die Radieschen von unten sieht", der ist nicht ganz tot und wenn er sie dann zwar sehen darf, während er bewegungslos (weil halt eben doch halb tot) unter der Erde liegt, der ist ein ganz armer Hund! Und da wird das Totsein dann noch mehr zum Fürchten als es eh schon ist.

Das Problem mit den Verschleierungen:

Wir verwenden Euphemismen, weil wir glauben, dass wir uns, besonders aber auch Kinder, damit schützen können. Das ist aber ein Irrglaube. Euphemismen können genauso krasse und angstbesetzte Phantasien verursachen wie Schwarzer Humor. Wer eingeschlafen ist, kann wieder aufwachen. Und dann bekommt das Kind Angst vor dem Einschlafen, weil da könnte man ja sterben und es bekommt Angst im Sarg wieder aufzuwachen.

Wer "von uns gegangen" oder "hinüber gegangen" ist oder wer "seine Letzte Reise angetreten hat", der kann wiederkommen. Das erzeugt falsche Hoffnungen oder aber Angst vor Wiedergängern, Gespenstern, Untoten ...

Wenn jemand „aus unsrer Mitte gerissen“ wurde, dann spiegelt das die Plötzlichkeit und Brutalität des Todes wieder, ohne dass aber klar gesagt wird, was genau geschehen ist. Und damit schaffen wir eine große Leinwand, auf die Menschen ihre Phantasien projezieren können und dann entstehen die aberwitzigsten oder entsetzlichsten Gerüchte.

Unklarheit, offene Stellen, Verschleierungen bilden Lücken, die wir nicht als Lücken oder offene Stellen stehen lassen. Wir alle – Erwachsene und Kinder – füllen diese Lücken mit unseren Phantasien und im Zusammenhang mit dem Thema „Tod“ sind diese Phantasien selten schön und meist gar nicht beruhigend.

Es wäre besser, den Tod klar und eindeutig zu benennen und ehrlicher zu werden, denn wir können ihn am Ende ja doch nicht verhindern. Und vielleicht ist es sogar so, wie beim "Rumpelstilzchen": Sobald wir seinen Namen nennen, merken wir, dass er nicht an Macht gewinnt, sondern an Macht verliert.

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Lebenslust und Totentanz

Geschrieben von Wolfgang Schoppmann, Hans-Peter Wipplinger am . Veröffentlicht in Kurioses

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Ausstellung der Olbricht-Collection in der Kunsthalle Krems

18. Juli 2010 bis 07. November 2010

Die Ausstellung zeigt mit rund 250 Werken die bisher umfangreichste Präsentation einer der renommiertesten Sammlungen Europas, der Olbricht Collection. Die Schau ermöglicht eine Abenteuerreise durch die Kunst- und Kulturgeschichte der letzten 400 Jahre:

Die Ausstellung widmet sich den existentiellen Themen menschlichen Lebens wie Religion, Sexualität, Liebe, Schönheit, Vergänglichkeit und Tod. Sie zeigt aktuelle Kunst, die zum Dialog herausfordert und moralische und religiöse Tabus bricht. Der historische Bogen erstreckt sich von Kunst- und Wunderkammer-Exponaten aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert bis hin zu zeitgenössischen Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Motivisch und inhaltlich verbunden treffen so Albrecht Dürer auf Andy Warhol, Emil Nolde auf Gerhard Richter oder Frans Pourbus d. Ä. auf Cindy Sherman und gehen außergewöhnliche Dialoge ein, die Kunst- und Kulturgeschichte neu und spannend erzählen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Burghart Schmidt, Hans-Peter Wipplinger u.a.

Kuratoren: Wolfgang Schoppmann, Hans-Peter Wipplinger

Quelle: Kunsthalle Krems

Link:

http://www.kunsthalle.at


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Entsetzen am Familiengrab

Geschrieben von Jan Stogner am . Veröffentlicht in Kurioses

images/stories/News2/waldfriedhof.jpgLuckenwalde, Deutschland. Als die 82-jährige Christa B. das Familiengrab am Friedhof Jüterboger Tor besuchen wollte, traute sie ihren Augen nicht: Der Grabstein, die Blumen und sogar die Einfassung waren verschwunden. Übrig blieb nur eine leere Erdfläche.

In der Vergangenheit hegte und pflegte Frau B. das Grab, in dem ihr Mann vor 18 Jahren beigesetzt wurde, regelmäßig. – Bis es nun verwechselt und fälschlicher Weise beräumt wurde.

Tochter und Schwiegersohn der betagten Dame wendeten sich sogleich an das Ordnungsamt Luckenwalde. Dieses leitete die entsetzten Angehörigen an den Steinmetz weiter, bei dem die Verantwortung dafür liege. Wie Tochter Christine und Schwiegersohn Heiko berichten, wurden sie auch mit unzureichender Sensibilität behandelt: „Erst beim Hinausgehen gab es ein Wort der Entschuldigung.“

Der mit der Beräumung beauftragte Steinmetz erklärt, durch eine Verkettung unglücklicher Umstände sei von seinem Mitarbeiter versehentlich eine falsche Grabanlage beräumt worden. Leider habe er erst ein paar Tage später von diesem Irrtum erfahren. Daraufhin entschuldigte er sich und bot an „umgehend und kostenlos eine bessere Einfassung und den vorhandenen Stein wieder aufzubauen.“ – Dieser Vorschlag sei jedoch abgelehnt worden. Um den Vorfall nicht zu wiederholen, habe er betriebsintern bereits Vorkehrungen getroffen! Christa B. und ihre Tochter sind indessen fassungslos. – Einstweilen wollen sie weder den Friedhof betreten, noch das Grab wiederaufgebaut sehen.

Für ASPETOS: Jan Stogner

(Quelle: www.maerkischeallgemeine.de)


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