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Allerheiligen – ein Appell an die Menschlichkeit

Geschrieben von Jörg Bauer am . Veröffentlicht in Leben & Tod

Frieden auf der Welt

Seit Jahrhunderten gedenken wir zu Allerheiligen unserer Verstorbenen, während uns unsere eigene Sterblichkeit aufs Neue bewusst wird. Dabei eignet sich dieser Anlass auch ganz hervorragend, um unseren Umgang mit den Lebenden zu hinterfragen. Denn unabhängig von Hautfarbe, Nationalität und Religion haben wir eins gemeinsam: Wir alle sind sterblich.

Wer zu Allerheiligen das Grab seiner Angehörigen besucht, erlebt wahrscheinlich Jahr für Jahr das Gleiche: Überall brennen Grablichter, frische Gestecke, Blumen und Dekorationen wurden auf zahlreiche Gräber gelegt und selbst Grabstätten, die sonst das ganze Jahr über nicht besucht werden, strahlen in neuem Glanz. Manchmal hat es den Anschein, als wäre Allerheiligen genauso kommerzialisiert worden wie die meisten anderen Anlässe.

Trauer macht uns alle gleich

Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit, die Bedeutung von Allerheiligen auszudehnen und unsere Gedanken an die Verstorbenen auch auf die Lebenden zu richten. Denn auch das haben alle Menschen gemeinsam: Jeder von uns hat schon schmerzliche Verluste erfahren und jeder trauert und leidet, wenn ein geliebter Mensch verstirbt. Und diese Trauer kann uns vielleicht besser einen als alles andere.

Während wirtschaftliche Faktoren, kulturelle Verschiedenheiten und nicht zuletzt Religionen oft Gründe für Konfrontationen liefern und uns die scheinbar gravierenden Unterschiede zu unseren Mitmenschen aufzeigen, lassen Trauer und Leid alle Gegensätze in einem völlig anderen Licht erscheinen. Und wenn wir es schaffen, diesen Blickwinkel auch während des kommenden Jahres im Hinterkopf zu behalten, gehen wir vielleicht etwas menschlicher mit unseren Artgenossen um.

Mit Toleranz gegen Vorurteile

Zugegeben: Jeder hat sie. Vorurteile prägen uns seit unserer frühesten Kindheit. Und genau diese Prägung hindert uns daran, Menschen in ihrer Individualität zu erkennen. Stattdessen stecken wir sie gedanklich in Schubladen. Das Ergebnis dieser „Einteilung“ können wir dann in den Nachrichten sehen: Konflikte aufgrund von Religionen, Hautfarben und Nationalitäten sind an der Tagesordnung. Und statt sich auf die Gemeinsamkeiten zu besinnen und Lösungen zu suchen, die für alle Beteiligten akzeptabel sind, wird versucht, die eigenen Ansichten allen anderen überzustülpen. Womit die Auseinandersetzungen immer weiter auf die Spitze getrieben werden.

Ich plädiere hier keineswegs dafür, dass wir unsere Individualität verleugnen und uns jeder Strömung anpassen sollen. Ganz im Gegenteil: Ein Mensch, der weiß wer er ist, hat gar kein Interesse daran. Aber genauso wenig hat er es nötig, alle anderen sich selbst gleichmachen zu wollen. Wer sich seiner selbst bewusst ist, empfindet andere Lebensweisen und Ansichten nicht als Bedrohung, sondern kann die Individualität seiner Mitmenschen schätzen lernen. Und welcher Zeitpunkt wäre besser geeignet, um darüber nachzudenken, als Allerheiligen?

Foto: Shutterstock 

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ASPETOS Partner rettet Menschenleben auf Trauerfeier

Geschrieben von Jörg Bauer am . Veröffentlicht in Leben & Tod

Christian Dolhaniuk u. Andreas Bauer

Wie wichtig Erste Hilfe Kurse sind, zeigt der jüngste Vorfall, der sich während einer Trauerfeier  in Wien Döbling abgespielt hat. Ein Gast klagte plötzlich über Schmerzen in der Brust und erlitt prompt einen Herzinfarkt, gefolgt von einem Kreislaufstillstand. Sein Leben verdankt der Mann dem beherzten Eingreifen von Adreas Bauer, einem Mitarbeiter der Bestattung Unvergessen.

Andreas Bauer, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hinterbrühl, wusste im Moment, als er den Mann fallen sah, genau was zu tun ist. Denn erst einen Tag zuvor nahm er an einem  Erste-Hilfe Workshop im Rahmen seiner freiwilligen Tätigkeit teil. „Es war mir nicht bewusst, wie rasch meine erworbenen Fähigkeiten zum Einsatz kommen würden. Das war echt Glück im Unglück und ich bin heilfroh, dass es dem armen Mann nun wieder gut geht.“, so Andreas Bauer gegenüber ASPETOS.

Christian Dolhaniuk, Geschäftsführer der Bestattung Unvergessen: “Ich bin froh, dass unsere Mitarbeiter immer vor Ort sind. Denn es gehört zu unserem Konzept, die Trauergäste zu umsorgen und ständig Ansprechstation für Rat- und Hilfesuchende zu sein.  Dadurch war auch Andreas vor Ort und konnte sofort beherzt eingreifen. Ich bin stolz, so einen taffen jungen Mann zu meinen Mitarbeitern zählen zu können.“

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„Ein Koffer für die letzte Reise“

Geschrieben von Jörg Bauer am . Veröffentlicht in Leben & Tod

Ein Koffer für die letzte Reise

Große Ausstellung im Wiener Museumsquartier

Sicher ist, das Leben ist endlich. Eine unumstößliche Konstante in unserem Leben. Beobachtet man jedoch das gesellschaftliche Leben, muss man zu dem Schluss kommen, dass diese Gewissheit ignoriert wird. In unserer Spaßgesellschaft ist kein Platz für den Tod.

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Vom Sterben lernen

Geschrieben von Mag. Tamara Kállay, Dr. Werner Kállay am . Veröffentlicht in Leben & Tod

Tamara Kállay, Werner Kállay

Wenn wir die Natur beobachten, sehen wir, wie bunt und vielfältig sie ist. Gleichzeitig sehen wir, wie alles, was die Natur erschafft, eine begrenzte Lebensspanne hat: Wir können eine Blume beobachten, wie sie aus dem Boden wächst, erblüht, ihre Samen ausstreut, mit der Zeit verwelkt und wieder zu Boden fällt. Doch auch ihre Samen fallen zu Boden, bringen neue Blumen hervor, welche wiederum erblühen, verwelken und eines Tages sterben. Dasselbe Schicksal durchlaufen auch Bäume, Berge und Planeten. Sie alle entstehen und vergehen wieder.

Spätestens im Alter wird uns Menschen klar, dass wir dasselbe in vollem Umfang durchmachen. Nach der Zeit des Wachsens und Reifens bemerken wir, dass langsam unsere Kräfte nachlassen und wir werden bedürftiger. Während unsere Kräfte nach und nach schwinden, bleibt uns nichts anderes übrig, als zu erkennen, dass der Tod immer näher rückt.

Die Angst vor dem Nachlassen der eigenen Kräfte und dem Sterben ist gerade in der westlichen Kultur sehr groß. Das ist aber nicht verwunderlich, da wir unser Wertesystem auf Wachstum und Expansion gegründet haben. Wir sehen es gerne, wenn alles wächst, blüht, immer weiterlebt und uns so die Sicherheit des Fortbestandes gibt. Und wenn augenblicklich das beseitigt wird, was das Wachstum behindert.

Dabei übersehen wir das Leben, wie es sich im Spiel von Geburt und Tod zeigt. Blühen und Verwelken - die Natur scheint ihre Freude daran zu haben. Für viele Menschen ist es aber nicht so. Warum?

Wir Menschen stellen die Wachstumsphase in den Vordergrund. Wir schmieden Pläne für unsere Zukunft, haben genaue Vorstellungen, wie sich unser Leben entfalten soll. In den meisten Fällen blenden unsere Pläne und Vorstellungen die andere Seite des Lebens aus. Unsere Pläne beinhalten keine Krankheiten, Scheidungen, Schicksalsschläge, kurz: kein Scheitern und keine Vergänglichkeit, die dem Leben so eigen sind.

Früher oder später werden wir mit der Sterbephase, der Rückwärtsbewegung oder dem Alterungsprozess konfrontiert und darauf sind wir nicht vorbereitet: Wir erleben eine Rezession, einen Unfall, eine schwere Krankheit oder den Tod eines nahen Menschen. Wir sehen der Vergänglichkeit ins Auge und unsere Pläne und Vorstellungen verlieren auf einmal ihren Sinn.

Das empfinden wir als schmerzvoll und ungerecht, denn wir wurden unserer Sicherheiten und Pläne „beraubt". Deswegen fürchten wir uns vor der Sterbephase des Lebens.

Wir blenden aber damit eine wesentliche Seite des Lebens aus, solange wir nur auf das Mysterium des Lebens vorwiegend von der Seite der Geburt, des Entstehens und des Wachsens schauen.

Der Tod ist etwas Alltägliches. Damit etwas Neues entstehen kann, wird das Sterben gebraucht. Jede Veränderung, die wir machen, beginnt mit dem Loslassen von etwas. Wir durchwandern ständig unzählige kleine Tode, sonst könnten wir nicht einmal einen Schritt vor den anderen setzten. Denn dazu müssen wir uns davon lösen, wo wir gerade waren, um dorthin zu kommen, wohin wir gerade gehen.

Jeder Verlust ist ein kleiner Tod. Selbst um schlafen zu können, müssen wir für den Moment des Einschlafen loslassen, uns selbst vergessen – in anderen Worten – sterben können. Der Tod ist der Moment der Lösung und des Loslassens. Loslassen unserer Pläne und Vorstellungen. Loslassen unseres Körpers.

Wenn wir die „kleinen Tode" in unserem Alltag sehen, anerkennen und zulassen können, wenn wir sie als etwas Natürliches, als etwas, das zum Leben dazugehört, annehmen können, dann fällt es uns leichter, wenn das Sterben oder der Tod mal in einer größeren Portion in unser Leben kommen. Wenn wir aber über die andere Seite des Lebens nachzudenken beginnen, erst wenn wir damit heftig konfrontiert werden, wird es schwierig: Es ist, als würden wir ohne Fallschirm aus einem fliegenden Flugzeug springen und fünfzig Meter über dem Boden über die Landung, den Aufprall und einen Fallschirm überhaupt erst nachzudenken beginnen.

Viele Menschen sind dadurch verwirrt, dass in unserer Kultur das Leben und das Sterben so getrennt sind. Die bekannte Ärztin Kübler-Ross fasste dieses Dilemma in einem Satz zusammen. Sie sagte sinngemäß: „Der Mensch heutzutage weiß nicht wie er leben und er weiß nicht wie er sterben soll." Die Beschäftigung mit dem Tod oder der Vergänglichkeit ist neben Liebe und Mitgefühl das wichtigste Thema des menschlichen Lebens, über das kaum gesprochen wird.

erstmalig veröffentlicht am 08.11.2013

Mehr zu den Schriftstellern und weitere Texte unter http://www.kallay.at/

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Facebook: Wann gibt es mehr Profile von Toten als von Lebenden?

Geschrieben von Jörg Bauer am . Veröffentlicht in Leben & Tod

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Im November, dem Monat des Gedenkens, mit Allerheiligen, Allerseelen und Totensonntag, setzen sich viele Menschen mit dem Leben und dem Sterben auseinander – auch im Internet. Im Blog What If etwa wird durchgespielt, wann es auf dem sozialen Netzwerk Facebook mehr Profile von Toten als von Lebenden geben wird. Die Antwort, die auf die Komplexität des Themas hindeutet: Das kommt darauf an.

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