my terminal web-will: Fuer immer offline gehen

images/stories/News/facebook-alexander klaus.jpMein Sohn ist 12 Jahre alt. Seit ca. einem Jahr lädt er kaum noch Freunde zu sich nach Hause ein. Früher war die Hütte oft voll: Die Jungs verabredeten sich, kamen spontan vorbei, trafen sich zum Skaten, Yu-Ghi-Oh-Karten-Spielen oder Blödeln. Seit sie Netlog und jetzt Facebook für sich entdeckt haben, sieht es anders aus: Unser Haus ist leer. „Triff dich doch wieder mal mit Vincent oder Eli“, schlage ich vor. Letzterer wohnt auch gar nicht weit weg. Mein Sohn verdreht die Augen und meint: „Die treff ich doch eh auf Facebook, das ist viel lustiger.“

Kaum von der Schule zurück, verdrückt sich Sohnemann nämlich ins Internet und trifft sich dort mit Kollegen, die keinen Steinwurf von uns entfernt ebenso vor ihren Laptops und Pc‘s sitzen. Statusmeldung: „gar nix mach i, was machsch du? facebook????“

Zugegeben, ich bin auch auf den Geschmack gekommen. Da kann man sich mit den Schulfreundinnen treffen: Die eine sitzt in Florenz, die anderen ganz in der Nähe, in Innsbruck oder Hatting. Dank Facebook muss man sich nicht dauernd zu zeitraubenden Kaffeetrinkereien verabreden, denn in den Sozialen Netzwerken ist man ja immer auf dem Laufenden und bekommt alle emotionalen, sachlichen oder physischen Fakten direkt via Statusmeldung: „Schokolade!“ vermeldet die eine! Und 4 Personen „gefällt das“.

„Du bist nicht mehr da, wo du warst, aber du bist überall, wo wir sind und immer sind irgendwo Spuren deines Lebens, Gedanken, Bilder, Augenblicke, Gefühle.“ Im Zeitalter von Facebook & Co wird dieser tröstende Trauerspruch noch wahrer als bisher, vielleicht sogar wahrer als wir letztlich wollen, denn Sohnemann hinterließ unlängst folgende Statusmeldung: meine oma hat mal gefurrrrrrzzzt :P“ Die Kommentare seiner Freunde dazu möchte ich an dieser Stelle besser nicht zitieren.

Wer dazu steht, dass all das von einem bleibt, der wird kein großes Problem mit seinem digitalen Nachlass haben. Dennoch sollte man sich überlegen, was mit dem Online-Leben geschehen soll, wenn man irgendwann für immer offline gehen muss. Kümmert man sich nicht, ist man zwar physisch tot, im Internet allerdings lebt man weiter und die Hinterbliebenen wissen nicht wie sie mit ihren Online-Untoten verfahren sollen.


wir_knnen_sie_nicht_einfach_an-_und_ausschalten_ gerd altmann.jpgDigital sterben – aber wie?

Erben sollten sich überlegen, ob das, was sie tun, den Wünschen des Verstorbenen entspricht. Die Accounts ohne Einsicht zu löschen, ist in den meisten Fällen der richtige Weg - wenn es der Verstorbene nicht ausdrücklich anders gewollt hat. Nicht jedem gefällt, dass die Hinterbliebenen Einblick in seine online gestellten Daten haben.

Nur ein klar geregeltes digitales Erbe kann allerdings langwierige Erbstreitigkeiten verhindern: Bis jetzt ist der Online-Nachlass rechtlich nämlich immer noch unklar. Der Computer mit sämtlichen Inhalten auf der Festplatte gehört den Erben. Die Erbschaftsverhältnisse der im Internet gespeicherten Daten und Accounts sind jedoch nicht einheitlich geregelt. Im Einzelfall entscheidet das Gericht.

Was geschieht mit all den Internet-Accounts, wenn man stirbt? Wer meldet den Verstorbenen ab? Jede Plattform geht mit dem Tod eines Mitgliedes anders um.

Facebook löscht den Account nur im Auftrag eines engen Verwandten und der Vorlage einer Todesanzeige oder des Totenscheins. Freunde oder Nachbarn können den Sterbefall  lediglich melden und per Online-Formular einen Gedenk-Account beantragen. Daraufhin werden Statusmeldungen eliminiert, der verstorbene Nutzer wird aus seinen Gruppen entfernt und nur bestätigte Freunde haben Zugriff auf das Profil. Die Pinnwand kann als Kondolenzbuch verwendet werden.

Xing kann man den Todesfall eines Mitgliedes melden, worauf das Profil unsichtbar wird. Ob das Xing-Mitglied tatsächlich verstorben ist, wird überprüft: Xing verschickt ein Mail an das Mitglied, meldet sich der User innerhalb von drei Monaten nicht zurück, löscht Xing das Profil komplett und endgültig. Aus Gründen des Datenschutzes übergibt Xing die Log-In Daten des Verstorbenen nicht an Angehörige weiter.

VZ-Netzwerke: Hier ist erforderlich, dass Angehörige eine Kopie der Sterbeurkunde oder des Testaments vorlegen, um die Löschung des Profils zu erwirken. Das Profil kann aber auch übernommen werden, damit sich Freunde und Bekannte auf diesem Wege noch einmal vom Verstorbenen verabschieden können.

web.de, gmx.de und Yahoo: Meldet sich ein User bei seinem E-Mail-Dienst längere Zeit nicht an, wird er mit einer E-Mail aufgefordert, dies innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu tun. Geschieht dies nicht, wird das Konto automatisch vom Anbieter gelöscht. Erbberechtigte können mit dem Erbschein allerdings den Zugriff auf Postfächer erlangen.

Hotmail und Google: Hinterbliebene müssen zusätzlich zur Sterbeurkunde auch ein E-Mail in englischer Sprache an die Anbieter schicken, da diese ihre Server in den USA haben.

Twitter: Auch hier ist ein Mail in die USA erforderlich, um die Stilllegung des Kontos zu beantragen. Private Nachrichten sind dann nicht mehr lesbar.

Flickr: Das Konto des Verstorbenen kann auf Wunsch der Hinterbliebenen gelöscht werden. Viele Angehörige halten die Accounts der Verstorbenen allerdings aktiv, weil sie auf diese Weise ihrem Verstorbenen durch seine Fotodatenbanken ein Denkmal setzen können.

World of Warcraft ist ein Massen-Mehrspieler-Online-Spiel, bei dem die Spielfigur des Verstorbenen virtuell beerdigt werden kann. Die Gilde kann sich von ihrem Mitglied verabschieden und Kondolenzen aussprechen. Es ist auch möglich, die Figur des Verstorbenen zu verkaufen. Der Käufer schlüpft dann in die Rolle und der Verstorbene lebt indirekt weiter, indem er weitergespielt wird.


Nachlassdienste für das digitale Erbe

Da wir über eine Vielzahl von Konten und Mitgliedschaften auf diversen Plattformen verfügen, macht es Sinn, über diesen Nachlass nachzudenken. Zumindest sollte man eine Liste der Accounts zu seinen Dokumenten legen. Wichtig wäre es, auch Hinweise zu geben, was mit den einzelnen Konten geschehen soll. Angehörige haben es dann leichter, diesen Nachlass im Sinne des Verstorbenen zu verwalten. Vor allem haben sie aber einen Überblick über sein digitales Leben.

Wenn Hinterbliebene nicht genau wissen, was der Verstorbene digital hinterlässt, hilft das Unternehmen www.semno.de

„Hinterbliebene wissen meist nicht, wie sie an die Daten herankommen können und was mit all den Benutzerprofilen und -konten, Fotos, Texten, Abonnements und Kontakten im Internet geschehen soll“, beschreibt Semno-Gründerin Birgit Aurelia Janetzky die Situation der Angehörigen. Im Auftrag der Hinterbliebenen analysiert Semno die Daten auf PC oder Laptop des Verstorbenen und rekonstruiert seine Internet-Aktivitäten. Fotos, Texte und Dokumente werden für die Angehörigen zusammengestellt, Benutzerprofile im Internet gelöscht, Verträge gekündigt, Guthaben, finanzielle Angelegenheiten oder Verbindlichkeiten geregelt und Mail-Kontakte vom Tod des Freundes verständigt.

Hinterbliebene überlassen www.semno.de als neutralem Dienstleister oft ganz bewusst den digitalen Nachlass: Entweder haben die Erben zu wenig Computer- oder Interneterfahrung oder aber sie wollen bewusst die Privatsphäre des Verstorbenen schützen, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Wenn sich nämlich herausstellt, dass der geliebte Großvater auch eine dunkle Seite hatte und regelmäßig an Porno-Chats mit anzüglichen Nicknames teilgenommen hat oder bei diversen Seitensprung-Agenturen angemeldet war … - das bringt nicht nur sein Bild ins Wanken, das kann Hinterbliebene auch belasten.

Für den digitalen Nachlass gibt es weitere Angebote von speziellen Datendiensten. Diese übernehmen das Versenden „letzter E-Mails", das Löschen von Accounts oder das Speichern von Passwörtern. In jedem Fall muss hier eine Person bestimmt werden, die im Falle eines Todes Einblick in die hinterlegten Daten bekommt. Anbieter sind

www.idivus.de

www.mywebwill.com

www.deathswitch.com

www.assetlock.net funktioniert wie ein Online-Notar. "Wo ist der Schlüssel zu Ihrem Bankschließfach? Was ist Ihre Schrankkombination im Fitnessclub?", fragen die AssetLock-Betreiber. "Wir organisieren Ihr Leben für Sie, so dass die wichtigen Dinge für diejenigen, die sie brauchen, im Falle eines plötzlichen Todes vorhanden sind." Der User hinterlässt dort wichtige Daten zu Besitztümern, Konten, Passwörtern, Erbverteil-Schlüsseln etc. 80 Dollar im Jahr, 240 Dollar für die Lebenszeit kostet der Dienst in der höchsten Angebotsstufe mit 5 Gigabyte Speicherplatz.

Oder doch alles beim Anwalt hinterlegen?

Wer kein Vertrauen in solche Online-Datendienste hat, kann natürlich eine digitale Vorsorgevollmacht beim Notar hinterlegen. Der digitale Nachlass wird dann im Testament aufgeführt.  Ein notariell beglaubigtes Testament ist immer noch die sicherste Lösung, meinen Experten.

Quellen:

http://www.bestattung-zeitung.de/index.php?id=24

http://www.taz.de/1/netz/artikel/1/aus-die-maus-2/


Termine Österreich

Wien

Meditative Tänze der Trauer und des Trostes

Trauertänze sind eine Ausdrucksmöglichkeit bei Veränderungen, Trauer oder Verlust. Die fließenden Bewegungen dieser einfachen Kreistänze können in schwierigen Lebenssituationen zur Lösung und Heilung beitragen..

Termine 2012: 19. April., 24. Mai., 28. Juni.

jeweils 19.30 - 20:30 Uhr Stephansplatz 6, Stiege 1/6. Stock, 1010 Wien

– keine tänzerischen Erfahrungen erforderlich –

Um einen freiwilligen Unkostenbeitrag von € 6,--/Abend wird gebeten!

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Allgemein

Feriencamps für Kinder in stürmischen Zeiten

RAINBOWS Feriencamp für trauernde Kinder im Sommer 2012:

Die Kosten von 310€ beinhalten Unterkunft mit Vollpension und „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“.

Anmeldungen und weitere Informationen:

RAINBOWS-Österreich, Theodor-Körner Straße 182, 8010 Graz, Tel: 0316/688670, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , www.rainbows.at


Niederösterreich

7. Trauerwandertag

von Altruppersdorf nach Poysdorf

Samstag 14. April. 2012, 15 Uhr, Treffpunkt: Lourdesgrotte in Altruppersdorf

Weitere Infos und Anmeldung zu diesem kostenlosen Angebot: Trauerwandertag Detailinfos (PDF)


Niederösterreich

Wandertage für trauernde Menschen

Termine 2012:

Samstag 25. Feb. Lobau
Samstag 24. März Stockerauer Au
Samstag 28. April Kreuttal
Samstag 2. Juli Lainzer Tiergarten

Treffpunkte, Uhrzeiten und weitere Infos: Trauerwandertage Detailinfos (PDF)

http://www.caritas-wien.at/hilfe-einrichtungen/pfarr-caritas/kontaktstelle-trauer


Wien

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen

"...die Zeit heilt nicht alle Wunden..."

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen, die den Vater, die Mutter, eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben durch Tod verloren haben

Termine im 1. Halbjahr 2012: 29. Feb. 2012, 28. Mrz. 2012, 25. Apr. 2012, 30. Mai 2012

jeweils 1830 bis 2030 Uhr, Blutgasse 1, 1010 Wien

ein freiwilliger Unkostenbeitrag von € 5,- wird erbeten

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Niederösterreich

Raum und Zeit für meine Trauer

In der Trauer lebt die Liebe weiter...

Offene Trauergruppe für das Weinviertel

Termine 2012: 12. Jän., 2. Feb., 8. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 14. Jun. 2012

jeweils Donnerstag 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Freiwilliger Unkostenbeitrag von EUR 10,- pro Abend erbeten.

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Niederösterreich

Begleitende Selbsthilfegruppe für Angehörige nach einem Suizid

Die Trauer der Hinterbliebenen.

Termine 2012: 16. Feb., 15. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 28. Juni, 27 Sep.

jeweils 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Teilnahmebeitrag EUR 5,- bis EUR 7,- pro Abend in Selbsteinschätzung (Ermäßigung auf Anfrage möglich)

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Tirol

Trauer für verwaiste Eltern (Osttirol)

jeden 4. Donnerstag/Monat,19.30 Uhr, Eltern-Kind- Zentrum Lienz


Tirol

Tirol: „Trau dich zu trauern, Mann!“ - Wochenende für Männer im November

Infos: http://www.dioezese-innsbruck.at/index.php?id=7&detail=50008456&portal=60


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