„SozialMarie“ für Tiroler Projekte
Initiativen zur Chancengleichheit und Trauerhilfe wurden in Wien ausgezeichnet.
Menschen mit Behinderung wurden zu Fachkräften für Chancengleichheit und Barrierefreiheit ausgebildet, die Firmen beraten.
Innsbruck – Innovative soziale Ideen als Vorbilder präsentieren: Das ist das Ziel der „SozialMarie“, die heuer zum fünften Mal vergeben wurde. Von 15 Preisen, die am Samstag in Wien aus 206 Einreichungen gekürt wurden, gingen zwei nach Tirol: Die Online-Trauerplattform „Aspetos“ und die „innovia Akademie“ erhielten je 1000 Euro Preisgeld.
Das Informationsportal „Aspetos“ wird seit 2009 von Bestattungsunternehmen aus Tirol und Vorarlberg betrieben. Die bundesweite Online-Plattform bietet kostenlose Betreuung, Unterstützung und Vernetzung von Trauernden: Es gibt Online-Todesanzeigen mit Kondolenzmöglichkeit, die zu einer Gedenkseite ausgebaut werden können, weiters ein Forum für Angehörige, ein Magazin und einen Trauer-Ratgeber. Dies helfe, Erinnerung zu sichern und Trauer zu verarbeiten, so die Jury.
Die „innovia Akademie“ in Innsbruck folgt dem Grundsatz „Kein Vortrag über Behinderung ohne Menschen mit Behinderung“. Seit 2007 wurden acht Betroffene zu Fachkräften für Chancengleichheit und Barrierefreiheit ausgebildet. Seit heuer arbeiten vier davon als Referenten, Workshop- und Seminarleiter für Ausbildungsstätten und Betriebe. Die Selbstverständlichkeit, nicht über, sondern von Menschen mit Behinderung zu lernen, halte damit Einzug in die Praxis, betonte die Jury.
Der erste Preis (15.000 Euro) ging an das steirische Theaterstück „Kein Kies zum Kurven Kratzen“, das unter Mitwirkung Betroffener die „neue Armut“ thematisiert. Den zweiten Platz (10.000 Euro) errang das Salzburger Projekt „LebensDESIGN“, bei dem Behinderte Wohnaccessoires und Spiele fertigen. Mit dem dritten Platz (5000 €) wurde die Initiative „Balu und Du“ ausgezeichnet, in der Wiener Pädak-Studenten Volksschüler unterstützen.




