Sex und Tod – zwei Tabuthemen und ihr Platz in der Schule

pixelio.de Wann verschlägt es Erwachsenen die Sprache und sie suchen nach Worten oder auch Ausflüchten? Wann fallen ihnen die besten Lügengeschichten ein oder auch die absurdesten Vergleiche? Wenn Kinder wissen wollen, wie die Babys in den Bauch kommen und wenn Kinder danach fragen, was danach kommt – nach dem Leben. Am Anfang ist es wie bei den Bienchen und Blümchen … Tja und dann am Ende … ähm, da kommen wir in den Himmel zu den Engeln (die haben auch Flügel, wie die Bienchen). Und wenn die Kinder dann nicht mehr weiterfragen, weil sie sofort merken, dass der Gesprächspartner nicht wirklich ehrlich und kompetent wirkt (denn Kinder von heute sind sehr schlau und glauben längst nicht mehr alle Ammenmärchen), dann sind Eltern oft recht froh, dass sie nicht konkreter werden müssen und überlassen die Details den Lehrern in der Schule, denn die sind heute schließlich dafür ausgebildet. Zumindest was den Aufklärungsunterricht in Sachen Sexualkunde angeht, sind sie das. Aber wie steht es mit der Todeskunde?
Alles, was Kindern nicht sachlich und verständlich erklärt wird, alles, was wir verschleiern oder tabuisieren, bildet eine Wissenslücke. Diese Lücke bleibt allerdings nicht leer, denn Kinder suchen nach Erklärungen und füllen alles, was offen bleibt mit Phantasien oder Gerüchten oder Inhalten, die sie irgendwo aufschnappen. Im Zusammenhang mit dem Tod und der Trauer sind diese Phantasien allerdings selten „nett“, viel eher sind sie angstbesetzt. Sex und Tod haben durchaus etwas gemeinsam: Sie haben etwas mit dem Leben zu tun und mehr noch: Sie sind als Anfang und Ende des Lebens markante Punkte. Und wahrscheinlich sind sie auch deshalb die zwei großen Tabu-Themen unserer Gesellschaft. Auch wenn Kulturen unterschiedlich mit Sex und Tod umgehen, so sind sie keiner Kultur egal. In allen Kulturen sind sowohl Sex als auch Tod in gewisser Weise intime und auch heilige“ Bereiche, mit denen man sehr vorsichtig umzugehen hat. Intime und heilige Bereiche sind in allen Kulturen mit Tabus behaftet. Ein Tabu ist grundsätzlich nichts Schlechtes, es soll schützen. Aber wenn ein Tabu zu stark wird, kann der Umgang damit dermaßen verklemmt werden, dass er gar nicht mehr gesund ist.

Sexualkunde hat heute seinen fixen Platz in den Lehrplänen. Im Sachunterricht oder in Biologie wird die Entstehung des Lebens sehr sachlich erklärt und das ist gut so: Denn kompetenter Umgang mit Sexualität braucht ein sachliches Faktenwissen. Gleichzeitig wirkt man mit Sachlichkeit auch einer ungesunden Tabuisierung entgegen. Wie steht es aber mit der Todeskunde, der Thanatologie? Der schulische Zugang ist hier sehr „metaphysisch“, jedenfalls wird der Tod in keinem Fach wirklich konkret und anschaulich bearbeitet, denn der Zugang ist hier ist eher „philosophischer“ oder „theologischer“ Natur: Der Tod ist Thema in Religion und auch in Deutsch, denn es gibt genügend traurig-morbide Texte. Philosophie war im antiken Griechenland eine Disziplin, die es vor allem darauf anlegte, mit der Angst vor dem Tod fertig zu werden. Insofern hat der Tod sicherlich auch im Philosophie-Unterricht seinen Platz.

Allerdings liefert die philosophische und theologische Auseinandersetzung mit der Frage „Was kommt danach?“ keine sicheren Antworten. Im Gegenteil, sie wirft sogar weitere unbeantwortbare Fragen auf. Es ist sicherlich eine unserer Lebensaufgaben, dass wir auch lernen, mit Fragen zu leben, die sich nicht beantworten lassen und es ist sehr wichtig, schon im Kindergarten- und Volksschulalter damit zu beginnen. Aber diese Unsicherheit und die Unbeantwortbarkeit im philosophisch-theologischen „Was kommt danach?“ verstärkt grundsätzlich auch die Angst. Sicher, auch mit dieser Todesangst müssen wir Leben lernen, auch hier müssen wir schon im Kindesalter damit beginnen, diese Angst in unser Leben zu integrieren. Aber: Vor lauter Philosophieren und Glaubenwollen wird oft gänzlich vergessen, dass es auch im Zusammenhang mit der Frage „Was kommt danach?“ ganz klare und sachlich zu beantwortende Inhalte gibt. Und diese Klarheit und Sachlichkeit hilft wie im Aufklärungsunterricht in Biologie, Ängste und Unsicherheiten zu reduzieren, denn Kinder wie auch Erwachsene brauchen das Konkrete und Greifbare, um beim Philosophieren und dem Reden über Gott und die Welt nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Wer nämlich den Boden unter den Füßen verliert, hat keinen Halt und fühlt sich ängstlich und unsicher. Die Folge ist: Man tut sich schwer mit dem Leben, aber eben auch mit dem Tod.

Aus diesem Grunde besuchen uns immer mehr LehrerInnen mit ihren Schulklassen. Sie kommen zu uns ins Krematorium oder auch in die Bestattungsinstitute „zum Aufklärungsunterricht der anderen Art“, bei dem eben nicht Sex – und damit der Beginn des Lebens – Thema ist, sondern der Tod, also das Ende des Lebens. Denn „danach“ kommt einer nämlich sicher und das ist der Bestatter oder eben auch die Bestatterin. Und der Bestatter und die Bestatterin können sehr viele Fragen klar und eindeutig beantworten.

Wie läuft so ein Aufklärungsunterricht über den Tod ab? Lesen hier „Werden wir von Würmern gefressen?“ – Aufklärungsunterricht der anderen Art

Termine Österreich

Wien

Meditative Tänze der Trauer und des Trostes

Trauertänze sind eine Ausdrucksmöglichkeit bei Veränderungen, Trauer oder Verlust. Die fließenden Bewegungen dieser einfachen Kreistänze können in schwierigen Lebenssituationen zur Lösung und Heilung beitragen..

Termine 2012: 19. April., 24. Mai., 28. Juni.

jeweils 19.30 - 20:30 Uhr Stephansplatz 6, Stiege 1/6. Stock, 1010 Wien

– keine tänzerischen Erfahrungen erforderlich –

Um einen freiwilligen Unkostenbeitrag von € 6,--/Abend wird gebeten!

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Allgemein

Feriencamps für Kinder in stürmischen Zeiten

RAINBOWS Feriencamp für trauernde Kinder im Sommer 2012:

Die Kosten von 310€ beinhalten Unterkunft mit Vollpension und „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“.

Anmeldungen und weitere Informationen:

RAINBOWS-Österreich, Theodor-Körner Straße 182, 8010 Graz, Tel: 0316/688670, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , www.rainbows.at


Niederösterreich

7. Trauerwandertag

von Altruppersdorf nach Poysdorf

Samstag 14. April. 2012, 15 Uhr, Treffpunkt: Lourdesgrotte in Altruppersdorf

Weitere Infos und Anmeldung zu diesem kostenlosen Angebot: Trauerwandertag Detailinfos (PDF)


Niederösterreich

Wandertage für trauernde Menschen

Termine 2012:

Samstag 25. Feb. Lobau
Samstag 24. März Stockerauer Au
Samstag 28. April Kreuttal
Samstag 2. Juli Lainzer Tiergarten

Treffpunkte, Uhrzeiten und weitere Infos: Trauerwandertage Detailinfos (PDF)

http://www.caritas-wien.at/hilfe-einrichtungen/pfarr-caritas/kontaktstelle-trauer


Wien

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen

"...die Zeit heilt nicht alle Wunden..."

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen, die den Vater, die Mutter, eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben durch Tod verloren haben

Termine im 1. Halbjahr 2012: 29. Feb. 2012, 28. Mrz. 2012, 25. Apr. 2012, 30. Mai 2012

jeweils 1830 bis 2030 Uhr, Blutgasse 1, 1010 Wien

ein freiwilliger Unkostenbeitrag von € 5,- wird erbeten

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Niederösterreich

Raum und Zeit für meine Trauer

In der Trauer lebt die Liebe weiter...

Offene Trauergruppe für das Weinviertel

Termine 2012: 12. Jän., 2. Feb., 8. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 14. Jun. 2012

jeweils Donnerstag 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Freiwilliger Unkostenbeitrag von EUR 10,- pro Abend erbeten.

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Niederösterreich

Begleitende Selbsthilfegruppe für Angehörige nach einem Suizid

Die Trauer der Hinterbliebenen.

Termine 2012: 16. Feb., 15. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 28. Juni, 27 Sep.

jeweils 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Teilnahmebeitrag EUR 5,- bis EUR 7,- pro Abend in Selbsteinschätzung (Ermäßigung auf Anfrage möglich)

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Tirol

Trauer für verwaiste Eltern (Osttirol)

jeden 4. Donnerstag/Monat,19.30 Uhr, Eltern-Kind- Zentrum Lienz


Tirol

Tirol: „Trau dich zu trauern, Mann!“ - Wochenende für Männer im November

Infos: http://www.dioezese-innsbruck.at/index.php?id=7&detail=50008456&portal=60


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