Wenn ein Kind stirbt, stirbt ein Teil von uns. Eltern und Geschwister, Großeltern, Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins, aber auch KindergärtnerInnen, LehrerInnen, Mitschüler und Freunde sind rat- und fassungslos. Im Burgenland wurde ein neuer Verein gegründet, der verwaiste Eltern und Angehörige unterstützt:
"HerzschmerzADE war ursprünglich eine Singlebörse, bis meine Tochter Kira tot zur Welt kam und mir klar wurde, was Herzschmerz wirklich ist. In meiner Trauer habe ich Gabriele Novak und andere betroffene Eltern kennengelernt. Mein zweites Baby starb dann in der 12. Schwangerschaftswoche im Mai 2009. Gabriele Novak gebar nach ihrer tot geborenen Tochter Lara ihren Sohn Lukas im Februar 2010. Jetzt wollen wir Eltern helfen, den Trauerprozess, der hinter uns liegt, gemeinsam zu gehen", erzählt die Begründerin Petra Parsons über die Entstehungsgeschichte des Vereins.
Der Verein "HerzschmerzADE – Trauerbegleitung für verwaiste Eltern" sieht sich als Netzwerk für Betroffene und Institutionen, welche Betroffene beraten und begleiten. „Wir vernetzen uns mit anderen Selbsthilfegruppen im Burgenland, stehen in Kontakt mit den Gynäkologischen Abteilungen in den Krankenhäusern Eisenstadt und Wiener Neustadt und arbeiten mit TherapeutInnen und ÄrztInnen zusammen. Unsere MitarbeiterInnen verstehen das Leid von verwaisten Eltern und Angehörigen, denn die meisten von uns sind selbst vom Tod eines Kindes betroffen und haben durch Trauerarbeit gelernt, mit dem Verlust ihres Kindes umzugehen: Wir hören zu, fühlen mit, trösten und reden. Darüber hinaus organisieren wir fachliche Hilfe bei psychischen Zusammenbrüchen und unterstützen auch bei Behördengängen sowie persönlichen Überlegungen, die in der Trauerphase wichtig sind. Wenn Betroffene zu uns kommen, dann stellen wir ein passendes Unterstützungsprogramm zusammen“, so Parsons.
Der Verein hat auch ein eigenes Begleitungsangebot. Die Mitarbeiter begleiten, beraten und betreuen Mütter, Väter, Geschwister und Angehörige, die vom Tod eines Kindes betroffen sind. „Der aktuelle Schwerpunkt liegt beim Verlust von Kindern, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben. Wir bieten zukünftig aber generell Hilfe, Begleitung und Betreuung für alle verwaisten Eltern an – egal wie alt das Kind zum Zeitpunkt seines Todes war“, ergänzt Petra Parsons.
Das Angebot von HerzschmerzADE:
- Krisenintervention
- geleitete Selbsthilfegruppen
- Einzel-, Paar- und Familiengespräche
- Selbsthilfegruppen (Unkostenbeitrag 15,-/Abend) regelmäßig jeden Di von 18-21 Uhr in der Therapiewerkstatt , 7000 Eisenstadt, Ing. Julius Raab Straße 7, 2. Stock
- Einzel-, Paar- und Familiengespräche (auf Spendenbasis) von Di. 09:00 bis 17:00 in der Therapiewerkstatt, 7000 Eisenstadt, Ing. Julius Raab Straße 7, 2. Stock
Kontakt:
HerzschmerzADE – Trauerbegleitung für verwaiste Eltern e.V.
Hans Tinhof Straße 7/11, 7000 Eisenstadt, Tel.: 0699-17111876, Mail:
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