Anna macht die besten Erdbeerknödel, spielt Kasperltheater, erzählt tolle Drachengeschichten und hat auch Tricks gegen die Angst vor der dunklen Nacht … Mit anderen Worten: Anna kann gut mit Kindern.
Ein Kind von ca. 3 oder 4 Jahren ist auch der Ich-Erzähler des Buches, der sich von Anna, seinem alten „Kindermädchen“, verabschieden muss, denn sie wird krank und stirbt bald darauf.
Das Buch zeichnet ein Bild der alten Anna, die plötzlich krank wird. Der Ich-Erzähler besucht sie im Krankenhaus, dort liegt sie schwach im Bett. "Wird Anna sterben?", ist die Frage, die das Kind nach dem Besuch im Krankenhaus quält. Die Mutter nickt traurig und dann stirbt Anna wirklich. Es folgt das Begräbnis und dann geht das Leben auch schon weiter: Mama macht jetzt die Erdbeerknödel und wenn es die gibt, dann ist es, als ob Anna ganz nahe wäre. Es stellt sich heraus - auch wenn Anna weg ist - vieles von ihr bleibt, so wie auch ihre Geschichte vom Drachen mit dem Zauberkoffer, die am Ende des Buches als tröstendes Märchen erzählt wird.
Die Geschichte ist sehr einfach gestrickt, verzichtet auf Details und lässt dadurch viel Raum für Gedanken und Phantasien von Kindern. Das Ziel, Gespräche mit Kindern über das Sterben und den Tod anzuregen, kann durch dieses Buch sicher erreicht werden. Zentrale Fragen sind: Was kommt nach dem Tod? Und was bleibt von einem Menschen nach seinem Tod? Die Geschichte vom Drachen mit dem Zauberkoffer gibt Hoffnung auf ein „Danach“, ohne jedoch konkrete Vorgaben zu machen, dadurch ist das Buch nicht auf eine bestimmte Weltanschauung zugeschnitten und lässt unterschiedliche Vorstellungen zu. Dass nach dem Tod ein großer Koffer voll Erinnerungen für die Hinterbliebenen zurückbleibt, ist die tröstliche Botschaft des Buches.
„Abschied von Anna“ bringt nicht wirklich neue Ansätze zum Themenbereich "Abschiednehmen, Sterben und Tod", das Buch macht aber sicher auch nichts falsch. Die Illustrationen von Heide Stöllinger sind freundlich, bunt und kindgerecht.
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Bewertung: 4/5






