Am 7. 2. 2001 starben unsere Zwillinge Anna und Maria in der 18. Schwangerschaftswoche. Wir hatten sehr lange auf diese Kinder gewartet und uns sehr darauf gefreut. Dieser Tod traf uns völlig unerwartet, unvorbereitet und mit voller Wucht. Es folgte ein langer, schwieriger und schmerzlicher Weg durch die Trauer, währenddessen ich mich auch nach geeigneten Hilfsmöglichkeiten oder Selbsthilfegruppen umsah, in unserer Umgebung jedoch keine fand. Bereits zu dieser Zeit reifte in mir der Entschluss, eine Selbsthilfegruppe zu gründen und Eltern, die Ähnliches wie wir erlebt hatten, auf ihrem Weg durch die Trauer zu begleiten. Gemeinsam mit Elisabeth Bachler, wurde dieser Wunsch dann in die Tat umgesetzt. Elisabeth verlor Sebastian 1989 kurz nach der Geburt durch einen schweren Herzfehler. Im Jänner 1992 verstarb Tochter Teresa vierzehn Tage vor dem Geburtstermin durch Ersticken im Mutterleib.
Seit Jänner 2003 gibt es die Gruppe S.A.M.T. in Wörgl - eine Gruppe von Eltern, deren Baby vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben ist.
Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der verstorbenen Kinder von uns beiden Gründerinnen zusammen: Sebastian, Anna, Maria, Theresia. Wir treffen uns regelmäßig jeden 1. Donnerstag im Monat um 19.30 Uhr im Tagungshaus Wörgl.
Der Verlust eines Kindes ist sehr schmerzlich und stürzt viele Eltern in eine tiefe Lebenskrise. Für die Bewältigung dieser Krise und einen positiven Verlauf der Trauerarbeit ist es von entscheidender Bedeutung, wie im Krankenhaus mit dem Baby und der Mutter umgegangen wurde – ob die Eltern die Möglichkeit hatten, sich von ihrem Kind zu verabschieden oder nicht, ob das Baby würdevoll behandelt wurde, ob Fotos gemacht wurden usw.
Oft geschieht dies nicht und viele Eltern fühlen sich in ihrer Trauer alleingelassen. Für „Nicht-Betroffene“ ist es sehr schwer, die Tiefe dieser Bindung und die Trauer um den Verlust nachzuvollziehen, da sie ja noch keine Beziehung zu diesem Menschen aufbauen konnten. Sie vermitteln daher oft das Gefühl, dass man dieses Ereignis möglichst schnell vergessen sollte.
Unsere Gruppe soll daher Eltern die Möglichkeit geben, in einem geschützten Rahmen auch nach längerer Zeit über ihr Kind und ihre Gefühle zu sprechen, gemeinsam zu trauern und zu weinen. Wir wollen aber auch miteinander versuchen, mögliche Hilfen auf dem Weg durch die Trauer zu erarbeiten und Möglichkeiten zu finden, positiv mit diesem Schicksalsschlag umzugehen. Ziel unserer Gruppe ist es, unsere toten Kinder positiv in unser Leben zu integrieren, sodass sie eine Bereicherung für unser Leben werden können. Daher zünden wir auch bei jedem Treffen symbolisch Kerzen für unsere verstorbenen Kinder an.
Wir treffen uns jeden ersten Donnerstag im Monat von Oktober bis Juni im Tagungshaus in Wörgl.
Nächstes Treffen: Donnerstag 06. Oktober 2011 um 19 : 30 Uhr
im Tagungshaus Wörgl, Seminarraum IV
Zur jährlichen Gedenkfeier, die seit 2005 zu einem fixen Bestandteil der Gruppe gehört und jeweils im Oktober in der Stampfangerkapelle in Söll stattfindet, sind alle Betroffenen , Angehörigen und Interessierten eingeladen.
Gedenkfeier 2011
mit Pastoralassistentin Claudia Turner
Sa., 15.10.2011 17.00 Uhr
Kontakt: http://www.selbsthilfe-samt.at/





