Trauern früher und heute: Familie, Kirche, Dorf

News/464015_r_b_by_andreas morlok_pixelio.de.jpg „Früher wurden Trauernde von der Familie, von der Dorfgemeinschaft und von der Kirche aufgefangen - heute fühlen sich immer mehr Menschen in ihrer Trauer alleingelassen“, wird oft behauptet.

Ob Trauernden früher tatsächlich so viel besser von ihren Familien aufgefangen wurden?

Menschen weichen Trauernden grundsätzlich gerne aus, diese sind nämlich anstrengend: Es geht ihnen nicht gut, sie erzählen immer dieselben Geschichten von ihren Verstorbenen, sie verklären ihre Verstorbenen nicht selten … und viele Menschen wissen einfach nicht, wie sie sich Trauernden gegenüber verhalten sollen. Diese Unsicherheit erzeugt Angst und Sprachlosigkeit und dann weicht man eben aus. Das war früher nicht anders!

Das Trauerjahr war außerdem mit strengen Regeln verbunden und erzeugte großen moralischen Druck und gesellschaftliche Erwartungen, die mit den Bedürfnissen des einzelnen selten übereinstimmten. Da der Trauernde aber eingebunden war in Großfamilie, Religions- und Dorfgemeinschaft ist die Vereinsamung, die wir heute feststellen, nicht so krass aufgefallen. Tatsache ist aber: Man kann auch in einer Gemeinschaft einsam und Außenseiter sein. Die strengen moralischen Vorschriften, die es im Trauerjahr gab und die Sprachlosigkeit waren guter Nährboden für Vereinsamung in der Gemeinschaft.

Wir haben heute immer mehr Singles und Kleinfamilien. Im städtischen Bereich werden Nachbarschaft und Vereinsleben sicher nicht so gepflegt wie in dörflichen Strukturen. Das ist ein Problem beziehungsweise eine Hürde für Trauernde, allerdings kann es auch von Vorteil und gesünder sein, wenn man sich die Menschen, die einem gut tun, selbst wählen kann. Die Einbindung in eine vorgegebene Gemeinschaft heißt auch, dass man mit den Menschen, die dazugehören, leben muss. Und diese Voraussetzung schafft zahlreiche Möglichkeiten von Konflikten, Kränkungen, Verletzungen, Aggressionen und auch Hassgefühlen.

Klar ist aber: Das Nichteingebundensein in keine Gemeinschaft verschärft die Situation, weil die Gefahr groß ist, dass sich Betroffene zurückziehen, keinen Anschluss suchen und so den Kontakt zu anderen Menschen verlieren. Sie haben dann gar niemanden parat, mit dem sie reden könnten. Es ist die Aufgabe von Institutionen hier Auffangnetze bereitzustellen: Diese Aufgabe können heute nicht mehr nur die Kirchen erfüllen, da die unterschiedlichen Weltanschauungen einer pluralistischen Gesellschaft auch sehr induviduelle Bedürfnisse und Wertigkeiten beim einzelnen Trauernden als Folge nach sich ziehen. Selbsthilfegruppen und weltanschaulich neutrale Organisationen, trauerpsychologisch ausgebildete Fachpersonen oder eben auch ein Online-Trauer-Portale wie Aspetos.at, das von Bestattunsunternehmen getragen wird, bieten ein wesentlich breiteres Angebot an Unterstützugs- und Begleitungsmöglichkeiten als noch vor 10 oder 20 Jahren. Der Einzelne hat die Wahl und findet heute auch leichter ein Angebot, das seinen Bedürfnissen entspricht.

Im Internet haben Angehörige die Möglichkeit, sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen und sie bleiben außerdem so anonym wie sie wollen. Für viele Trauernde ist Anonymität wichtig, weil sie sich dadurch vor Stigmatisierung schützen können: Das Internet bietet also Vernetzung und Anonymität zugleich, ich kann den Schritt in eine Gruppe direkt von meinem PC aus machen. Ich kann Kontakt zu Fachpersonen oder anderen Trauernden suchen in genau dem Moment, in dem ich das Bedürfnis dazu habe, muss mich nicht nach Terminen richten. Das Finden von Menschen, die ein sehr ähnliches Schicksal haben, wird erleichtert oder überhaupt erst mögich: Wenn sich die Mutter eines ertrunkenen Buben in Tirol mit einer Mutter in der Steiermark und einer Mutter in Berlin austauschen kann, denen das gleiche oder ein ähnliches Schicksal wiederfahren ist, dann sind das Möglichkeiten und Chancen der Vernetzung, die es vor 15 oder 20 Jahren noch nicht gegeben hat.

Es war drüher vieles anders, vielleicht war einiges wirklich besser, aber die Möglicheiten waren begrenzt, da "die Welt kleiner war". Ich möchte jedenfalls nicht mehr tauschen.

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http://www.aspetos.at/news/index.php/trauerarbeit/792-trauern-frueher-und-heute-das-trauerjahr

Termine Österreich

Wien

Meditative Tänze der Trauer und des Trostes

Trauertänze sind eine Ausdrucksmöglichkeit bei Veränderungen, Trauer oder Verlust. Die fließenden Bewegungen dieser einfachen Kreistänze können in schwierigen Lebenssituationen zur Lösung und Heilung beitragen..

Termine 2012: 19. April., 24. Mai., 28. Juni.

jeweils 19.30 - 20:30 Uhr Stephansplatz 6, Stiege 1/6. Stock, 1010 Wien

– keine tänzerischen Erfahrungen erforderlich –

Um einen freiwilligen Unkostenbeitrag von € 6,--/Abend wird gebeten!

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


Allgemein

Feriencamps für Kinder in stürmischen Zeiten

RAINBOWS Feriencamp für trauernde Kinder im Sommer 2012:

Die Kosten von 310€ beinhalten Unterkunft mit Vollpension und „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“.

Anmeldungen und weitere Informationen:

RAINBOWS-Österreich, Theodor-Körner Straße 182, 8010 Graz, Tel: 0316/688670, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. , www.rainbows.at


Niederösterreich

7. Trauerwandertag

von Altruppersdorf nach Poysdorf

Samstag 14. April. 2012, 15 Uhr, Treffpunkt: Lourdesgrotte in Altruppersdorf

Weitere Infos und Anmeldung zu diesem kostenlosen Angebot: Trauerwandertag Detailinfos (PDF)


Niederösterreich

Wandertage für trauernde Menschen

Termine 2012:

Samstag 25. Feb. Lobau
Samstag 24. März Stockerauer Au
Samstag 28. April Kreuttal
Samstag 2. Juli Lainzer Tiergarten

Treffpunkte, Uhrzeiten und weitere Infos: Trauerwandertage Detailinfos (PDF)

http://www.caritas-wien.at/hilfe-einrichtungen/pfarr-caritas/kontaktstelle-trauer


Wien

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen

"...die Zeit heilt nicht alle Wunden..."

Gesprächsgruppe für junge erwachsene Menschen, die den Vater, die Mutter, eine wichtige Bezugsperson in ihrem Leben durch Tod verloren haben

Termine im 1. Halbjahr 2012: 29. Feb. 2012, 28. Mrz. 2012, 25. Apr. 2012, 30. Mai 2012

jeweils 1830 bis 2030 Uhr, Blutgasse 1, 1010 Wien

ein freiwilliger Unkostenbeitrag von € 5,- wird erbeten

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


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Raum und Zeit für meine Trauer

In der Trauer lebt die Liebe weiter...

Offene Trauergruppe für das Weinviertel

Termine 2012: 12. Jän., 2. Feb., 8. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 14. Jun. 2012

jeweils Donnerstag 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Freiwilliger Unkostenbeitrag von EUR 10,- pro Abend erbeten.

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


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Begleitende Selbsthilfegruppe für Angehörige nach einem Suizid

Die Trauer der Hinterbliebenen.

Termine 2012: 16. Feb., 15. Mrz., 12. Apr., 10. Mai, 28. Juni, 27 Sep.

jeweils 19.30 - 21:00 Uhr Bildungshaus Schloss Großrußbach, 2114 Großrußbach, Schlossbergstrasse 8

Teilnahmebeitrag EUR 5,- bis EUR 7,- pro Abend in Selbsteinschätzung (Ermäßigung auf Anfrage möglich)

Alle Infos: Caritas Wien - Kontaktstelle Trauer


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Trauer für verwaiste Eltern (Osttirol)

jeden 4. Donnerstag/Monat,19.30 Uhr, Eltern-Kind- Zentrum Lienz


Tirol

Tirol: „Trau dich zu trauern, Mann!“ - Wochenende für Männer im November

Infos: http://www.dioezese-innsbruck.at/index.php?id=7&detail=50008456&portal=60


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