Für viele Menschen ist das Internet aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Wir schreiben uns elektronische Briefe, teilen unsere Freunde auf Facebook und chatten über Messenger direkt mit anderen Freunden, die auch „online“ sind.
Doch abseits dieser virtuellen Welt passieren in unserem Leben unvorhersehbare Dinge. Gerade beim Tod eines lieben Menschen stehen wir oft da und fühlen uns wie in einem schlechten Film. Hier stellt sich die Frage, ob bei einem Trauerfall das Internet in der Trauersituation hilfreich sein kann.
Wir sagen ja – sowie die geschriebene Kondolenzkarte nur ein Träger zur Übermittlung von Beistand und Trost ist, so kann auch das Internet Mitgefühl und Trost übertragen. Und das oft noch besser als im normalen Leben– ist doch das Internet mit seinen Angeboten unabhängig von Ort, Zeit und Anwesenheit.
Das Bekunden eines Trauerfalls ist eine wichtige Mitteilung an diejenigen, die den Verstorbenen gekannt haben und mit ihm mehr oder weniger eng vertraut waren. Darüber hinaus ist die Anzeige eines Todes auch immer die Mitteilung an die Gemeinschaft aller Menschen, dass einer oder eine nicht mehr ist. Die Anerkennung der Trauer durch die Gemeinschaft ist für die Angehörigen wichtig und gibt dem eigenen Verlusterleben Bedeutung und Gewicht.
Mit dem Einstellen der Traueranzeige im Internet kann ich einem großen Menschenkreis vom Ableben meines lieben Verstorbenen erzählen und gebe gleichzeitig auch die Möglichkeit, dass Adressaten reagieren können. Das Bekunden einer Kondolenz über ASPETOS, das Entzünden einer Gedenkkerze und die Erinnerung beim Jahrtag des Verstorbenen sind eindeutig hilfreich und spenden Trost in der Trauer.
Die Kondolenzkarte in der althergebrachten Form ist etwas privates, die Online-Kondolenz hingegen hat gewissen Öffentlichkeitscharakter, was von besonders vielen Menschen positiv empfunden wird. Nicht nur die engsten Hinterbliebenen lesen die Kondolenz, sondern auch andere Menschen sehen und lesen, dass ich um einen Menschen trauere, obwohl ich nicht zu den engsten Angehörigen zähle. Trotzdem habe ich mit diesem Menschen bestimmte Dinge erlebt und es hat eine Beziehung gegeben – davon kann ich in der Kondolenz auch berichten.
Ein weiteres Beispiel: Viele TrauerCafes und eingerichtete Trauergruppen verwaisen im richtigen Leben, weil sich zu wenig trauernde Menschen örtlich an einem Platz zusammenfinden können/wollen – ganz anders bei uns im Internet-TrauerForum. Zu jeder Tageszeit finden sich AnsprechpartnerInnen, die ähnlich empfinden und wenn ich mir unsicher bin, wie viel ich von meiner Person preisgeben möchte, kann ich durch einen „Spitznamen“, auch Nickname genannt, anonym bleiben.
So sind wir davon überzeugt, dass das Internet richtig genutzt viele Möglichkeiten bietet – der Verstorbene kann geehrt, der Trauernde getröstet und die Gemeinschaft informiert werden. Das Internet wird nie den persönlichen Kontakt zu Menschen ersetzen können, doch für die Verbindung zwischen Menschen bietet es viele zusätzliche Hilfen an.





